NRW-Förderprogramm

Moderne Sportstätten: So kommen HSK-Klubs an Millionengelder

Großer Andrang: Die Infoveranstaltung zum Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ interessiert viele Vereinsvertreter aus dem HSK.

Großer Andrang: Die Infoveranstaltung zum Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ interessiert viele Vereinsvertreter aus dem HSK.

Foto: Tobias Aufmkolk

Meschede.  Das Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ weckt bei den Vereinen zwischen Arnsberg, Meschede und Brilon Hoffnungen. Welche das sind.

Das Interesse an der Informationsveranstaltung zu diesem Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen war riesig. Etwa 200 Vertreter aus Vereinen, Gemeinde- und Stadtsportverbänden aus den Kreisen HSK und Soest haben in Meschede einen Vortrag von Detlef Berthold, Ministerialrat der Staatskanzlei NRW, zum Programm „Moderne Sportstätte 2022“ verfolgt.

In der Aula des Städtischen Gymnasiums in Meschede stellte Berthold, Leiter des Referats III 2 für Sportstätten, in einem zweistündigen Vortrag das neue Vorhaben des Landes NRW vor. „Wir wollen, dass die Sportvereine für die Zukunft gut gerüstet sind“, sagte er.

Modernisierungsstau abbauen

Die Landesregierung stellt in Kooperation mit der NRW-Bank eine Fördersumme von landesweit etwa 300 Millionen Euro zur Verfügung und hat dabei klare Vorstellungen. Zum einen soll der Modernisierungsstau, der in den vergangenen Jahrzehnten entstanden ist, abgebaut werden. Hierbei sollen insbesondere energetische Sanierungen, die Schaffung von Barrierefreiheit und die Themen Unfallvermeidung sowie –verhütung angestoßen werden. Weitere Förderziele sind die digitale Modernisierung und die Schaffung von Geschlechtergerechtigkeit.

Dieses Förderprogramm ist deutschlandweit ein Novum, da nicht die Kommunen, sondern die Kreissportbünde und die Vereine das zur Verfügung stehende Geld verteilen. Detlef Lins, Vorsitzender des Kreissportbundes HSK, begrüßte das Vorhaben des Landes auf ganzer Linie. „Das ist eine tolle Sache. Uns ist es vor allem wichtig, dass die Landesregierung bei der Verteilung der Gelder an die Sportfamilie herangeht und nicht erst den Weg über die Kommunen geht“, sagte Lins. Der KSB-Vorsitzende zeigte sich begeistert: „Dass diese Veranstaltung so gut besucht wird zeigt doch, dass das Interesse des Vereine und der einzelnen Bünde riesengroß ist. Wir mussten leider einigen Interessenten absagen, da wir hier unsere Maximalkapazität schnell erreicht hatten. Aber es gibt in NRW weitere Veranstaltungen zu diesem Thema“.

Zahlen, Zahlen, Zahlen

Die Fördersumme des Landes NRW, die für den HSK unter anderem etwa eine Million Euro für die Stadt Arnsberg, etwa 400.000 Euro für die Stadt Meschede und etwa 345.000 Euro für die Stadt Brilon vorsieht, werde allerdings nicht alle notwendigen Projekte abdecken, betonten sowohl Detlef Lins als auch Detlef Berthold. „Wir hoffen, dass das Geld nicht der oft zitierte Tropfen auf dem heißen Stein ist, sondern dass er schon die Größe eines Waschlappens hat“, sagte Berthold. „Die Summe der Anträge wird ganz sicher die Finanzmöglichkeiten übersteigen. Aber nur so können wir feststellen, wie viel finanzieller Bedarf in den Vereinen besteht“, ergänzte Lins.

Detlef Berthold erklärte detailliert, welche Vereine und Projekte förderwürdig sind, und wie unkompliziert der gesamte Vorgang geplant ist. Das Förderprogramm zielt auf Vereine und Sportorganisationen, die entweder Eigentümer einer Sportstätte oder als Mieter beziehungsweise Pächter wirtschaftlicher Träger der Sportstätte sind. Davon, dass die Antragsstellung kompliziert und langwierig wird, hält Berthold nichts. „Wir wollen den bürokratischen Aufwand so gering wie möglich halten“, sagte der Ministerialrat. Die Bünde und Vereine sollten die Schwerpunkte für die Investitionen festlegen – eine Herangehensweise, die bundesweit „völlig neu“ sei, wie Detlef Berthold betonte.

Warum die Vorgänge risikolos sind

Er machte deutlich, dass das Förderprogramm kein Risiko für die Vereine birgt. „Wir stellen uns einen einfachen Verwendungsnachweis vor. Am liebsten wären es Andrea Milz (sie ist die Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, Anm. d. Red.) und mir, dass wir alles sprichwörtlich auf einem Bierdeckel erledigen können“. Auch zeitlich will die Landesregierung keinen Druck auf die Vereine und Bünde ausüben. „Natürlich sollen die Gelder bis zum Jahr 2022 fließen. Das Geld geht nicht verloren, weil es zum Beispiel keine Zwei-Monats-Verwendungsfrist gibt“.

Wie das Antragsverfahren konkret abläuft, wer förderberechtigt ist und was alles zu beachten ist, kann im Internet unter anderem auf den Seiten des Landesportbundes, des Kreissportbundes und auf der Seite des Landes NRW unter dem Suchbegriff „Moderne Sportstätte 2022“ abgerufen werden. „Das war eine gelungene Veranstaltung. Die Vereine und Bünde hatten sich auch schon im Vorfeld mit der Thematik vertraut gemacht“, sagte Detlef Lins. Wichtig sei es nun, „dass wir viel kommunizieren und gute Lösungen für die Vereine finden“.

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