Laufsport

Experte: „Im Winter stärker auf den eigenen Körper hören“

Auch bei kalten Temperaturen ist das Joggen möglich. Wie dies Symbolfoto zeigt, sollte man dabei aber auf die richtige Kleidung achten. Ein Tuch vor Mund und Nase schützt beim Atmen vor kalter Luft.

Auch bei kalten Temperaturen ist das Joggen möglich. Wie dies Symbolfoto zeigt, sollte man dabei aber auf die richtige Kleidung achten. Ein Tuch vor Mund und Nase schützt beim Atmen vor kalter Luft.

Foto: Michael Kleinrensing

Arnsberg.   Joggen ist auch im Winter möglich: Lauf-Coach Thomas Baehr vom SC Hagen-Wildewiese verrät, was Sportler bei kalten Temperaturen beachten sollten

Auch bei Winterwetter muss der innere Schweinehund überwunden werden, Minusgrade sollten keine Ausrede sein, nicht laufen zu gehen und lieber auf dem Sofa zu bleiben. Thomas Baehr, Lauf-Coach des SC Hagen-Wildewiese, rät im Interview mit unserer Zeitung allen Athleten allerdings dazu, im Winter besonders auf den eigenen Körper zu achten.

Herr Baehr, die Temperaturen fallen besonders abends wieder unter die Null-Grad-Marke. Kann man trotzdem laufen gehen?

Thomas Baehr: Ja, das kann man, allerdings muss man das Training den Temperaturen anpassen und stärker auf seinen eigenen Körper achten. Je niedriger die Temperatur ist, desto geringer sollte auch die Intensität des Trainings sein. Wichtig ist es im Winter auch, sich langsam einzulaufen bis der Körper richtig warm ist, bevor man zum Beispiel einen Berg hoch sprintet.

Da sollte man einfach genau auf seinen eigenen Körper hören, der einem sagt, wenn er bereit ist. Das gilt für ältere Menschen noch mehr als für junge. Selbst bei minus zehn Grad kann man übrigens noch laufen, aber locker. Fallen die Temperaturen dann aber auf minus 15 bis minus 20 wird es kritisch, einfach auch weil dann die Luft, die eingeatmet wird, sehr kalt ist.

Kann man sich vor der kalten Luft schützen?

Bei Temperaturen um die minus 20 Grad nicht mehr, aber davor kann ein

dünnes Tuch helfen, das man sich vor Mund und Nase wickelt oder auch ein so genanntes Bufftuch, das ist ein Halstuch, was in unterschiedlichen Varianten getragen werden kann - eben auch vor Mund und Nase. Ohne Schutz geht die kalte Luft direkt in den Rachen und kann zu Halsentzündungen führen. Wer nur durch die Nase atmet, filtert die Luft und sie wird aufgewärmt, bevor sie zum Rachen gelangt, aber das ist für Läufer nicht üblich.

Wie wichtig ist die richtige Kleidung?

Sehr wichtig. Viele Läufer ziehen sich im Winter viel zu warm an. Wenn man anfängt zu laufen, also beim Start, sollte man ruhig leicht frieren, damit man dann beim Laufen die richtige Temperatur hat. Bei zu warmer Kleidung gerät man schnell stark ins Schwitzen und verliert zu viel Wasser, oft hat man dann aber nichts zu trinken dabei.

Was viele übrigens generell vergessen ist, dass man auch im Winter viel trinken muss, wenn man läuft. Im Sommer, wenn es warm ist, greift man schneller zur Wasserflasche, aber man verliert auch im Winter im Training Wasser.

Im Winter ist es abends früher dunkel. Worauf müssen Laufer achten, die im Dunklen noch trainieren wollen?

Das kommt darauf an, wo man läuft. Ich rate dazu, sich beleuchtete Strecken zu suchen, die Finnenbahn eignet sich zum Beispiel gut. Wem das zu langweilig ist, der findet aber auch anderswo gut ausgeleuchtete Wege. Wer trotzdem lieber auf einsameren Waldstrecken laufen möchte, der sollte in jedem Fall eine Stirnlampe benutzen, um beispielsweise nicht über Ä'ste zu stolpern oder in Schlaglöcher zu treten. An eine Stirnlampe müssen viele Läufer sich aber gewöhnen, weil es für die Augen oft erstmal ungewohnt ist.

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