Fußball

Er gibt Torhütern den Takt vor

Auf ihn hört der Torwart-Nachwuchs: Alexander Klur, ehemaliger Schlussmann des SSV Meschede, hält eine Schulung für junge Torhüter.

Auf ihn hört der Torwart-Nachwuchs: Alexander Klur, ehemaliger Schlussmann des SSV Meschede, hält eine Schulung für junge Torhüter.

Foto: meinolf Wagner

Eslohe/Olpe.  Alexander Klur spielt erfolgreich als Torwart Fußball. Wichtiger ist dem 26-jährigen Ex-Mescheder aber die Ausbildung von Nachwuchs-Torhütern.

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Er spielte als Fußballer unter anderem beim SuS Langscheid/Enkhausen sowie SSV Meschede und hat nun mit Landesligist SV Hohenlimburg 10 als Ligakontrahent des SV Brilon, SV Hüsten 09 und von RW Erlinghausen den Aufstieg in die Fußball-Westfalenliga geschafft: Alexander Klur. Der Schlussmann ist aber auch A-Lizenz-Trainer und bildet für den Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) Torhüter aus.

Es war eine echte Heldentat: Als der 26-Jährige am drittletzten Spieltag der vergangenen Spielzeit in der Landesliga 2 beim 1:0-Erfolg im Spitzenspiel gegen den FSV Gerlingen einen Strafstoß parierte, leitete er damit gleichsam den Aufstieg seiner Mannschaft in die Westfalenliga ein. Es wird nicht Alexander Klurs erste Saison in der Westfalenliga sein, denn er hatte bereits vor fünf Jahren mit der SG Finnentrop/Bamenohl den Aufstieg geschafft.

Gelungener Spagat

Dem gebürtig aus Eslohe-Kückelheim stammende Alexander Klur gelingt ein Spagat – zwischen seinem Hobby als ambitionierter Torwart und seiner Arbeit als Trainer für Torhüter für den FLVW. Der A-Lizenzinhaber ist für die Junioren-Westfalenauswahltorhüter und die Förderung der Torhüterinnen im Internat in der Sportschule in Kamen-Kaiserau zuständig. Alexander Klur hielt jüngst eine Schulung für den Fußballkreis Olpe im Ortsteil Rhode ab. „Wir hatten schon seit längerem vor, eine Torhüter-Schulung anzubieten“, so Stefan Häner vom Fußballkreis Olpe.

Die wichtigste Frage sei gewesen: Wie trainiert man einen Torwart in seinem Verein am besten? 25 Teilnehmer und fünf Junioren-Torhüter waren bei der Schulung im Einsatz. Bevor es zu den praktischen Übungen auf den Kunstrasenplatz in Rhode ging, stand Theorie auf dem Programm. Gemeinsam wurde das Anforderungsprofil des modernen Torhüters erarbeitet. Als es anschließend zu den praktischen Übungen auf den Platz ging, packten alle Teilnehmer mit an, um die Trainingseinheit aufzubauen. „So schafft man ein Gemeinschaftsgefühl – und das ist wichtig“, sagte Alexander Klur.

Diskussionen innerhalb der Familie

Der erfahrene Schlussmann stellte detailliert die aus seiner Sicht effektivste Arbeit mit Torhütern vor. Inhaltlich ging es so unter anderem um das richtige Positionieren im Raum und das Parieren verschieden abgegebener Schüsse. „Wichtig ist, dass mit Nachwuchstorhütern zwar sehr konzentriert gearbeitet werden muss, dennoch darf der Spaßfaktor nicht verloren gehen“, sagte er. Das, was er in Schulungen vermittelt, versuche er „auch selbst auf den Platz zu bringen“, sagte Alexander Klur.

Mit zu Gast war in Olpe auch sein Bruder Christian Klur, der früher unter anderem für den SSV Meschede und TuS Sundern gespielt hat und nun bei der SpVg. Olpe in der Landesliga 2 aktiv ist. Er verriet, dass sein Bruder und er daheim stets mit ihrem Vater über ihre Leistungen auf dem Fußballplatz debattiert hätten. „Es hat da nach den Spielen auch harte Diskussionen gegeben, der Sonntag wurde bis auf das kleinste Detail analysiert. Das hat mich und meinen Bruder in Sachen Selbsteinschätzung weitergebracht“, sagte Christian Klur.

Für seinen Bruder Alexander ist es wichtig, „dass ich mich als Torwart-Trainer ständig weiterbilde. Sowohl der Austausch mit Torwart-Trainerkollegen, als auch der mit Mannschaftstrainern bringt mir immer wieder neue Ideen, das Torwartspiel weiterzuentwickeln“. Im Training gelte für Torhüter: Qualität ist wichtiger als Quantität. Die Einheiten sollten im Idealfall von „gut ausgebildeten Trainern ausgeübt werden“, denn nur so sei ein gezieltes und altersgerechtes Torwarttraining überhaupt auch effektiv. Vor allem im Juniorenbereich könne es sinnvoll sein, den Torhüter oder die Torhüterin immer mal wieder zu wechseln. Alexander Klur: „Hier hat die Ausbildung und Weiterentwicklung der Jugendtorhüter einen höheren Stellenwert als der Wettbewerb.“

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