Fußball

Diese Sundernerin (52) hat ein Herz für den Frauenfußball

Eng verbunden mit dem SV Hellefeld-Altenhellefeld: Ute Drölle blickt auf eine lange Vergangenheit im Frauenfußball im HSK zurück.

Eng verbunden mit dem SV Hellefeld-Altenhellefeld: Ute Drölle blickt auf eine lange Vergangenheit im Frauenfußball im HSK zurück.

Foto: Georg Giannakis

Sundern.  Ute Drölle hat die wilde Zeit des Frauenfußballs im HSK hautnah miterlebt. Die 52-Jährige Sundernerin über Behauptungskämpfe und die Entwicklung.

Als der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am 31. Oktober 1970 – also vor ziemlich genau 50 Jahren – sein Verbot für den Frauenfußball aufhob, war das, wie berichtet, auch für Fußballerinnen im Hochsauerlandkreis der Startschuss in eine neue Ära. Dieses besondere Jubiläum – bewegt auch Ute Drölle ungemein.

Die 52-Jährige aus Sundern reiht sich in den Kreis derjenigen Spielerinnen ein, die den Einzug des Frauenfußballs im HSK hautnah miterlebten und aktiv gestalteten. Drölle schildert ihre damaligen Erfahrungen als Kickerin, lässt die eigene langjährige Laufbahn Revue passieren und spricht über die Entwicklung des Frauenfußballs.

Wer, wie Ute Drölle, mehr als 500 Pflichtspiele in der eigenen aktiven Zeit als Fußballerin bestritten hat, versteht und spricht gut die „Sprache“ dieses Sports. 30 Jahre lang hat die gebürtige Sundernerin für diverse Vereine im HSK auf dem Platz die Knochen hingehalten – bis zum Alter von 44 Jahren. „Da war ich zwar die Älteste bei uns in der Mannschaft, aber immer noch voll motiviert“, sagt sie heute, beim Treffen mit dieser Zeitung an der Wirkungsstätte, an der für sie die eigentliche sportliche Laufbahn als Fußballerin begann: beim SV Hellefeld.

Ute Drölle hatte zwar schon als 14-Jährige in ihrem Heimatort beim TuS Sundern Fußball gespielt, allerdings nur in einer reinen Hobbymannschaft und nur für ein Jahr. Der Grund: eine schwere Herzerkrankung. „Ich musste operiert werden. Der Fußball und ich mussten lange Zeit leider getrennte Wege gehen“, erklärt sie.

Frauenfußball im Sauerland: Kampf um Anerkennung

Erst vier Jahre später durfte sie wieder die Fußballschuhe schnüren und ihr Debüt bei den Frauen des SV Hellefeld geben. Ein Moment, den Ute Drölle nie vergessen wird: „Endlich wieder vor einen Ball treten zu können und am Geschehen auf dem Platz wieder aktiv beteiligt zu sein, das war fantastisch.“

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Frauenfußball insbesondere in der Region um Sundern und in Meschede Einzug gehalten. Doch in der damaligen, überwiegend mit Männern besetzten Fußballszene, mussten die sauerländischen Kickerinnen hart um ihre Anerkennung kämpfen. „Frauen, die auf einem harten Aschenplatz in körperliche Zweikämpfe gehen, reingrätschen und sich dreckig machen: Mit diesem rustikal-burschikosen Bild haben sich viele Herren zunächst noch nicht richtig anfreunden können. Dass auch wir Damen in Trikots, kurzer Hose und Stutzen aufliefen, dafür wurden wir teils belächelt“, erzählt Ute Drölle.

Die Lust am Kicken sei trotz alledem nicht verloren gegangen – schon gar nicht bei der quirligen Vorstopperin. „Fußball war einfach mein Ding. Diese Freude ließ ich mir von niemandem nehmen“, sagt sie. Der Frauenfußball entwickelte sich, fand immer mehr Akzeptanz. „Immer mehr Mädels wollten mitmachen. Der Frauenfußball hatte plötzlich einen wichtigen Stellenwert in dieser Männerdomäne bekommen – auch hier im Sauerland“, erinnert sich Drölle.

Sie profitierte vom damals geschaffenen Großangebot an Frauenfußballteams. Als Aktive hat Ute Drölle neben ihren Stationen in Sundern und Hellefeld zudem beim SC Olpe, beim SV Oesbern und beim SSV Stockum gespielt und Erfahrungen sammeln können.

Als Staffelleiterin im Einsatz

Im Jahr 2012 beendete Drölle dann ihre Laufbahn als Kreis- und Bezirksligaspielerin endgültig. Komplett von der Fußballbühne verschwand sie jedoch nicht: Unmittelbar nach ihrer aktiven Zeit schloss sie sich der Funktionärsriege des Fußballkreises Arnsberg an. Dort ist sie nach wie vor als Staffelleiterin für die Fußball-C-Juniorinnen aktiv. „Der Fußball wird immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens sein“, bekräftigt sie.

Hinsichtlich der Perspektive für die Entwicklung des Frauenfußballs im HSK ist Drölle nicht so euphorisch. „Der Trend ist rückläufig. In der Boomphase des Mädchen- und Frauenfußballs in den Jahren 2007 bis 2009 haben wir im Fußballkreis Arnsberg 15 Mannschaften im Spielbetrieb gehabt. Mittlerweile sind nur noch sechs Teams. Es wird immer schwieriger, Mädchen für den Fußball zu begeistern. Das Freizeitangebot ist heutzutage dermaßen groß, dass das Interesse am Fußballspielen bei den Mädels gesunken ist“, sagt sie.

Es sei daher notwendiger denn je, für den Frauenfußball zu werben. Drölle: „Fußballspielen macht einfach extrem viel Spaß. Außerdem fördert Fußball das Zusammengehörigkeitsgefühl und stärkt unsere soziale Kompetenz. Dieser Sport ist ein Stück weit Kulturgut geworden. Er prägt unsere Gesellschaft.“

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