Rennrodeln

BSC Winterberg: Cheyenne Rosenthal fordert die „Rodel-Mamis“

Cheyenne Rosenthal, Rennrodlerin des BSC Winterberg, startet zuversichtlich in die neue Saison. Sie will erneut im Weltcup an den Start gehen. 

Cheyenne Rosenthal, Rennrodlerin des BSC Winterberg, startet zuversichtlich in die neue Saison. Sie will erneut im Weltcup an den Start gehen. 

Foto: Privat

Winterberg.  Cheyenne Rosenthal, Rennrodlerin des BSC Winterberg, stehen harte Wochen bevor. Sie trifft in der Weltcup-Quali auf besondere Konkurrentinnen.

Cheyenne Rosenthals Stimme klingt fröhlich, bis zu diesem Moment. Ohne allzu sehr nachzudenken, plaudert die Rennrodlerin des BSC Winterberg über die ersten Fahrten der Saison, über ihr Material, über… plötzlich ist er da, der Moment, an dem Cheyenne Rosenthal ins Grübeln gerät. Im vergangenen Winter feiert sie ihre Premiere im Weltcup. Ob sie jedoch in diesem erneut in der Eliteserie starten wird? Die Antwort auf diese Frage hängt nicht nur mit Rosenthals Leistung zusammen, sondern mit zwei nationalen Konkurrentinnen, die zwar allseits bekannt, aber seit einigen Monaten doch andere sind.

Rosenthals Ziel ist der Weltcup

„Natürlich, ich will mich für den Weltcup qualifizieren“, erzählt die 20-jährige Rosenthal: „Aber das wird härter als im vergangenen Jahr. Ich bin gespannt wie es läuft.“

Im lettischen Sigulda sitzt die Junioren-Weltmeisterin von 2019 vor wenigen Tagen zum ersten Mal wieder auf ihrem Schlitten und zieht sich samt Sportgerät schwungvoll in den Eiskanal. „Das Gefühl war wie jedes Jahr nach dem Sommer“, sagt sie schmunzelnd, „man ist doch ein bisschen aufgeregt, verspürt ein leichtes Kribbeln und ist gespannt, wie es wird.“

Rosenthals Fahrgefühl kehrt aber ebenso schnell zurück, wie sie in Sigulda auch feststellt, dass ihr Schlitten-Setup generell passt. „Klar wird es noch Änderungen geben, die von Bahn zu Bahn abgestimmt werden müssen“, erklärt sie.

Von Bahn zu Bahn, von Sigulda nach Altenberg: Dort, im Erzgebirge, wird es in dieser Woche ernst für Rosenthal. Denn dort beginnt das Kräftemessen, aus dem letztendlich das deutsche Quartett für die Weltcup-Saison hervorgeht. Zum ersten Mal seit über einem Jahr sitzt und liegt auch die deutsche Rennrodel-Königin Natalie Geisenberger wieder auf dem Schlitten.

Geisenberger motivierter als vorher

Zur Erinnerung: Weil Natalie Geisenberger und Dajana Eitberger schwanger pausierten, war die Weltcup-Qualifikation in der vergangenen Saison für Rosenthal eine Art Selbstläufer. „Letztes Jahr bin ich quasi einfach reingerutscht“, sagt die Sauerländerin dazu offen und ehrlich: „Dieses Glück werde ich in diesem Jahr nicht mehr haben. Es wird deutlich härter und ich werde mich sehr anstrengen müssen“, ergänzt sie.

Eitberger absolviert bereits in Sigulda den ersten Lehrgang, Geisenberger feiert ihr Comeback im Kreis der nationalen Top-Rennrodler in Altenberg. „Ich bin extrem motiviert, vielleicht sogar motivierter als vorher“, sagte die glückliche Mutter des kleinen Leo im Vorfeld im Interview mit dem „Merkur“ und erteilte allen Hoffnungen, dass sie auf Grund der Doppelbelastung Trainingsrückstand haben könnte, eine Absage: „Ich bin zwar nicht da, wo ich ohne Schwangerschaft und Geburt gerne sein würde. Aber ich bin deutlich weiter, als ich erwartet habe. Und ich bin weiter als viele andere dachten“, erklärte sie.

Rosenthals Chancen

Das klingt nicht nur wie eine Kampfansage, es ist eine. Geisenberger will zum einen an der überraschend zur Heim-Weltmeisterschaft am Königssee gewordenen WM 2021 teilnehmen und zum anderen auch bei den Olympischen Winterspielen 2022 um Medaillen kämpfen. Für Eitberger gilt das ebenso.

Cheyenne Rosenthals Chancen auf einen Platz im Weltcup-Team dürften dadurch sinken. Denn in der vergangenen Saison platzierten sich auch Julia Taubitz als Gesamtweltcup-Siegerin und Anna Berreiter als Vierte vor Rosenthal, die auf Platz zehn der Gesamtwertung landete. „Ich bin gespannt wie es läuft“, sagt die Sauerländerin – und ergänzt nach dem Moment des Grübelns: „Ich bin noch jung, ich habe noch ein Jahr die Möglichkeit, bei den Juniorinnen zu fahren, um dann nächstes Jahr oben angreifen zu können.“ Doch ihr Zögern zeigt: Das – ist nur ein Notfallplan.

Die Termine und Gesetzten

Die Termine der Weltcup-Qualifikation: Altenberg (16. Oktober), Sigulda (21. Oktober), Königssee (5. November), Winterberg (10. November), Königssee (21. November als Deutsche Meisterschaft). Gesetzt für den Weltcup, der wie üblich in Innsbruck-Igls (28./29. November) beginnt, sind bislang Julia Taubitz, Toni Eggert/Sascha Benecken und Tobias Wendl/Tobias Arlt.

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