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SC Neheim fährt gegen SV Hüsten 09 schwere Geschütze auf

Steht nach einem Testspieleinsatz für sein neues Team im Mittelpunkt der Kritik: Sylvio Meyer (rechts), der zuletzt für den SC Neheim (Szene mit Keeper Jannik Erlmann) gespielt hat und jetzt Trainer des Landesligisten SV Hüsten 09 ist.

Foto: SK

Steht nach einem Testspieleinsatz für sein neues Team im Mittelpunkt der Kritik: Sylvio Meyer (rechts), der zuletzt für den SC Neheim (Szene mit Keeper Jannik Erlmann) gespielt hat und jetzt Trainer des Landesligisten SV Hüsten 09 ist.

Neheim/Hüsten.   Wenige Tage vor dem Start in die Fußball-Rückrunde hat der SC Neheim gegen Lokalrivale SV Hüsten 09 schwere Geschütze aufgefahren.

Wenige Tage vor dem Start in die Fußball-Rückrunde hat der SC Neheim gegen Lokalrivale SV Hüsten 09 schwere Geschütze aufgefahren.

Hintergrund: Bei Fußball-Landesligist SV Hüsten 09 ist im Testspiel gegen Westfalenligist SV Brackel (3:2-Sieg am 3. Februar) auch Sylvio Meyer, seit 1. Januar Nachfolger von Torsten Garbe als 09-Coach, zum Einsatz gekommen. Meyer wechselte sich nach der Halbzeit für den verletzten Sebastian Held ein, ansonsten hätte Hüsten das Testspiel aufgrund von Personalsorgen mit neun Feldspielern beenden müssen. Der in der Winterpause vom SC Neheim zu den Grün-Weißen gewechselte Meyer war aber nicht spielberechtigt.

Michael Ternes, Vorsitzender des Kreisfußballausschusses des Kreises Arnsberg, hat den SV Hüsten 09 inzwischen mit einem Ordnungsgeld in Höhe von 25 Euro bestraft. „Verstoß gegen Abmeldeverpflichtungen und spielen ohne Spielberechtigung“, steht als Grund für die Bestrafung in den Amtlichen Mitteilungen.

„Mir großer Verwunderung, Enttäuschung und Ärger hat der SC Neheim zur Kenntnis genommen, dass sein ehemaliger Spieler und jetziger Trainer des SV Hüsten 09, Sylvio Meyer, entgegen aller Absprachen als Spieler am Vorbereitungsspiel Hüsten gegen Brackel teilgenommen hat. Wir sind über das Verhalten von Sylvio sehr enttäuscht, zumal er in dem Abschiedsgespräch mit unserem Vorstand zur Frage der Freigabe bzw. Ablösesumme mehrfach beteuerte, er brauche keinen Spielerpass, da er ausschließlich als Trainer und keinesfalls als Spieler arbeiten würde“, teilt der SC Neheim auf seiner Internetseite mit.

Wenig erfreut über Meyers Wechsel

Durch den „Wortbruch von Meyer“ (O-Ton Udo Borggrewe, Sportlicher Leiter des Westfalenligisten) hat das jahrelang gute Verhältnis zum SV Hüsten 09 weiteren Schaden genommen. Denn auch schon über Meyers Weggang in der Winterpause war der SC Neheim alles andere als erfreut. „Ohne jede vorherige Information, die zwischen zwei Nachbarvereinen als üblich gilt, warb der SV Hüsten 09 mitten in der laufenden Spielserie einen unserer wichtigsten Spieler ab. Diese Lücke ist während der Spielsaison nicht zu schließen, so dass unsere Westfalenligamannschaft für die Rückserie erheblich geschwächt ist“, äußert sich der SC Neheim auf seiner Homepage.

Der SC Neheim habe nach Meyers Wechsel dem Vereinsvorstand des SV Hüsten 09 in mehreren Gesprächen mitgeteilt, „dass man dieses höchst unsportliche Verhalten als einen Affront gegen den Verein SC Neheim sieht“. Der SC Neheim wollte seinen Unmut aber nicht an die große Glocke hängen. „Allerdings nur, um Sylvio Meyer, der sich als Spieler über 20 Jahre um den SC verdient gemacht hat, den Beginn seiner neuen Karriere nicht durch diesen skandalösen Vorgang zu vermiesen“, erklärt der SC Neheim weiter.

Vergleich mit Melkis Wechsel

Damit ist jetzt aber Schluss. Der Einsatz von Meyer im Testspiel hat das Fass im Binnerfeld zum Überlaufen gebracht. Denn der SC Neheim vergleicht den Wechsel von Meyer nach Hüsten mit dem Wechsel von Chedli Melki im vergangenen Sommer von Hüsten zum TuS Sundern. Auf der SC-Internetseite steht dazu folgendes: „Wer erinnert sich nicht an das (berechtigte) Lamentieren des SV Hüsten 09 gegenüber dem TuS Sundern im letzten Sommer, als der TuS nur Stunden vor Ablauf der Wechselfrist den Hüstener Spielmacher Melki abwarb. Es gipfelte darin, wegen dieser unanständigen, unsportlichen Handlungsweise des TuS Sundern sämtliche Kontakte zu diesem Verein abzubrechen. Nunmehr, nur sechs Monate später, bedient sich der SV Hüsten 09 der gleichen Unsportlichkeit gegenüber dem SC. Wir werden sicher nicht die Kontakte zum SV Hüsten 09 abbrechen, aber unsere Verärgerung darf unser Nachbar gerne zu Kenntnis nehmen!“

Der SV Hüsten 09 wollte sich zu den Vorwürfen des SC Neheim auf Nachfrage der Sauerlandsport-Redaktion erst einmal nicht äußern. 09-Vorsitzender Rainer Müller: „Zunächst kein Kommentar.“

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