Team Sauerland NRW

Hecking, Hülsmann und Hünting bilden Jedermann-Fraktion

Das „Team Sauerland NRW Jedermann“ (vorne von links): Philipp Hünting, Stefan Hecking und Daniel Hülsmann, der in dieser Szene in der Orange World die Fragen von Moderator Paul Senske beantwortet.

Foto: SK

Das „Team Sauerland NRW Jedermann“ (vorne von links): Philipp Hünting, Stefan Hecking und Daniel Hülsmann, der in dieser Szene in der Orange World die Fragen von Moderator Paul Senske beantwortet. Foto: SK

Sundern.   Das „Team Sauerland NRW“ hat einen Ableger bekommen. Neben dem UCI-Kontinental-Team tritt künftig auch die Jedermann-Fraktion in die Pedalen.

Das „Team Sauerland NRW“ hat einen Ableger bekommen. Neben dem UCI-Kontinental-Team tritt künftig auch die Jedermann-Fraktion in die Pedalen. Im Rahmen der Teampräsentation in der Orange World des Hauptsponsors, SKS Germany, in Sundern stand das Jedermann-Trio gleich zu Beginn im Rampenlicht: Daniel Hülsmann (43) aus Brilon, Philipp Hünting (30) aus Neheim und Stefan Hecking (55) aus Herdringen. Sie standen Moderator Paul Senske Rede und Antwort.

„Wir nehmen an Rennen teil, für die keine Lizenzen erforderlich sind“, erläuterte Daniel Hülsmann, der als Lehrer an einer Förderschule in Brilon arbeitet. So wird das „Team Sauerland NRW Jedermann“ Ostersamstag an der Flandernrundfahrt teilnehmen. Danach steht der Alpenbrevet mit über 200 Kilometern und 5000 Höhenmetern auf dem Plan. Weitere Renneinsätze sind in Frankfurt/Eschborn, beim Klassiker „Rund um Köln“ und in Hamburg geplant.

In jungen Jahren stand Daniel Hülsmann vor der Frage, ob er eventuell die Laufbahn als Radprofi einschlagen sollte. Das Talent war zweifellos vorhanden. Doch zu der damaligen Zeit gab es nur das in Bonn ansässige „Team Telekom“ mit Erik Zabel und Jan Ullrich an der Spitze. „Ich habe schließlich das Studium vorgezogen“, führte Daniel Hülsmann aus. Eine kluge Entscheidung, wie sich im Nachgang herausstellte. Denn der Telekom-Express ist längst von der Bildfläche verschwunden.

Vom Auto angefahren

Die Leidenschaft von Daniel Hülsmann zum Radsport ist geblieben und hätte fast auf tragische Weise ein abruptes Ende gefunden. Der Briloner ist beim Radfahren von einem Auto angefahren worden und zog sich schwere Verletzungen zu. „Ich musste ein Jahr um mein linkes Bein zittern“,

berichtete Daniel Hülsmann auf der Bühne der Orange World über die dramatische Zeit. Die Aussage der Ärzte sei, so Daniel Hülsmann weiter, nach dem folgenschweren Unfall gewesen, dass „ich nie mehr als einen Kilometer laufen könnte“. Doch er wollte die behandelnden Ärzte vom Gegenteil überzeugen und arbeitete mit äußerster Disziplin und eisernem Willen an seiner Genesung. Mit Erfolg. Unter anderem traut er sich auch schon wieder zu, in den französischen Alpen den legendären Anstieg nach Alpe d‘Huez hinauf zu bewältigen. „Ein unvergessliches Erlebnis“, erinnert sich Daniel Hülsmann an seine Stippvisite bei der Tour de France, dem prestigeträchtigsten Radrennen der Welt. Auch in diesem Jahr will er wieder dabei sein. „Vielleicht kann ich mit einem orangenen Rahmen in den Kurven die Holländer begeistern“, fügte Daniel Hülsmann mit Blick auf die niederländische Nationalfarbe süffisant an. Das „Team Sauerland NRW“ fährt mit orangenen Carbon-Rahmen.

Am Nürburgring hat es gefunkt

Stefan Hecking ist aus einer Bierlaune heraus zum Radsport gekommen. Er war als Betreuer beim 24-Stunden-Radrennen am Nürburgring im Einsatz. Dabei hat es gefunkt. Inzwischen spult der 55-Jährige je nach Witterung zwischen 200 und 500 Kilometer in der Woche herunter.

Der Jüngste im Trio ist Philipp Hünting. Der Ingenieur hat sich nach Knieproblemen für den Radsport entschieden. „Zu spät“, sagte er mit Blick auf eine mögliche Karriere auf zwei schmalen Rädern. Der Neheimer Radsportler hat mit dem Alpecin-Cycling-Team im April des zurückliegenden Jahres ein Trainingslager in Südtirol absolviert. Unter dem Motto „Eine Saison wie ein Radprofi“ trainierten zehn ausgesuchte Fahrer und Fahrerinnen. Im September 2017 ging der Neheimer Modellathlet beim renommierten Ötztal-Radrennen an den Start. 258 Kilometer waren zu absolvieren. Exakt 9 Stunden hat er für die Distanz benötigt.

„Wir wollen zu dritt gut sein“, machte Hülsmann abschließend deutlich und weiter: „Wir haben zwar keine Lizenz, aber wir gehen mit genau so viel Herzblut an die Sache wie die Profis.“

„Im vergangenen Herbst kamen Phillip Hünting und Stefan Hecking mit ihrem Anliegen auf uns zu“, berichtet Jörg Scherf, Manager des „Teams Sauerland NRW p/b SKS Germany“ und auch Vorsitzender des RC Victoria Neheim.

Sauerlandlied auswendig singen

„Wir wollen einfach sehen, wie dieses Team wächst und sich ungezwungen entwickelt. Wir haben im Gegensatz zum Pro-Team keinen Masterplan in der Tasche, aber freuen uns, wenn es vorwärtsgeht und der Name ,Sauerland‘ auch bei zahlreichen Breitensportveranstaltungen vertreten wird“, sagte Jörg Scherf.

Das Aufnahmekriterium für das Jedermann-Team sei, so Scherf, dass der Sportler oder die Sportlerin Mitglied in einem Sauerländer Radverein sei und den Text des Sauerlandliedes auswendig könne.

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