Fußball

Gewalt in Fußball-Kreisliga: Schiedsrichter (71) in Klinik

Ein Fußballspieler hat in Herscheid einen Schiedsrichter nach einer gelben Karte geschlagen. (Symbolbild)

Ein Fußballspieler hat in Herscheid einen Schiedsrichter nach einer gelben Karte geschlagen. (Symbolbild)

Foto: Arne Dedert / picture alliance/dpa

Herscheid.  Ein Fußballspieler hat einen 71-jährigen Schiedsrichter bei einem Spiel geschlagen. Grund dafür war eine gelbe Karte in der 86. Minute.

Ein Fußballspieler hat einen 71-jährigen Schiedsrichter während eines Spiels in Herscheid niedergeschlagen. Anlass für den 28-Jährigen war eine Gelbe Karte in der 86. Minute. Das Spiel musste danach abgebrochen werden. Der Senior kam ins Krankenhaus.

Der Kreisliga-Spieler des TSKV Altena war beim Rückstand von 1:5 gegen den TuS Herscheid auf den Schiri losgegangen. Auf der Facebook-Seite des TuS Herscheid heißt es, beim Rückstand „brannten einem Gäste-Akteur die Sicherungen durch.“ Die Entscheidung, das Spiel abzubrechen sei richtig gewesen.

Laut Polizei verpasste der 28-Jährige dem Schiedsrichter einen Schlag gegen den Unterkiefer. Er wurde im Herscheider Krankenhaus behandelt. „Dort hat er sich den Schlag attestieren lassen“, sagte ein Polizeisprecher. Der 71-Jährige erstattete kurze Zeit später Anzeige wegen Körperverletzung.

Schiedsrichter niedergeschlagen – Sperre des Spielers möglich

Dass Schiedsrichter verbal bedroht werden sei nicht ungewöhnlich – so Christian Liedke, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses in Lüdenscheid. Dass jedoch ein Schiedsrichter körperlich angegriffen wird, sei in der Vergangenheit eher selten der Fall gewesen.

In den kommenden Tagen werde ein Sonderbericht des betroffenen Schiedsrichters folgen. „Der wird dem Staffelleiter der Kreisliga vorgelegt. Er kann eine vorläufige Sperre verhängen, bevor die Angelegenheit vor dem Kreissportgericht verhandelt wird“, so Liedke.

Verein berät sich am Wochenende

Fikret Durak, Trainer und erster Vorsitzender des TSKV Altena, zeigte sich bestürzt über den Vorfall. Er selbst sei am Wochenende nicht auf dem Fußballplatz gewesen. „Ich bin am Dienstag erst wieder gekommen und habe bislang nur die Berichte in den Medien gelesen und mit einigen Spielern gesprochen. Wir müssen erst alle Informationen einholen und dann schauen wir, wie wir als Verein mit der Situation umgehen werden. Natürlich macht mich das Verhalten traurig und es tut mir leid, vor allem für den Schiedsrichter.“

Am Wochenende werde es eine Vorstands- und eine Mannschaftssitzung geben. „Wir wollten in dieser Saison auf der Fairness-Tabelle ganz weit oben stehen.“, so Durak. „Das hat zum Saisonstart leider nicht geklappt.“ Auch auf seiner Facebook-Seite nahm der Verein Stellung: „Ein sehr schlechter, extrem schlechter Start für unseren Verein. [...] Es gibt Momente, da kann man nicht viel zum Geschehen sagen.“

Keine weiteren Handgreiflichkeiten

Auch Christoph Wilk, Geschäftsführer vom TuS Herscheid bezieht Stellung. „Aus unserer Sicht handelte es sich am Sonntag um eine Black-Out-Situation des Spielers der gegnerischen Mannschaft. Ein solchen Verhalten hat sich weder im Spiel angedeutet, noch gab es nach dieser Aktion irgendwelche weiteren Tätlichkeiten, weder gegen den Schiedsrichter noch zwischen Akteuren beider Mannschaften.“ Eine Häufung solcher Vorkommnisse könne er nicht bestätigen.

Immer wieder hatte es in der Vergangenheit Gewaltausbrüche bei Spielen gegeben. Im Juni

In NRW hatte es ebenfalls im Juni ebenfalls

Dieser Text erschien zuerst bei der Westfalenpost, die auch zur Funke Mediengruppe gehört.

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