Kommentar

VfL Bochum: So etwas darf sich Verbeek nicht erlauben

Christian Hochstätter diskutiert mit VfL-Trainer Gertjan Verbeek.

Foto: Udo Kreikenbohm/WAZ

Christian Hochstätter diskutiert mit VfL-Trainer Gertjan Verbeek. Foto: Udo Kreikenbohm/WAZ

Bochum.  Gertjan Verbeek hat das Auftakttraining des VfL Bochum eigenwillig vorverlegt. Mit diesem Alleingang schadet Verbeek dem Verein. Ein Kommentar.

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Gertjan Verbeek ist ein eigenwilliger Trainer. Daher ist sein Verhalten zuweilen amüsant, kann aber auch anstrengend sein. Und manchmal führen Entscheidungen, die der Niederländer im Alleingang trifft, zu Verärgerung. So geschehen am ersten Tag der Vorbereitung des VfL Bochum.

Um 15 Uhr – so wurde es auf der Internet-Seite des Zweitligisten kommuniziert – sollte die erste Trainingseinheit der Mannschaft stattfinden. Öffentlich, wie es „anne Castroper“ eben Usus ist. Denn darauf legt der Verein gesteigerten Wert, auf diese gelebte Nähe zu den Zuschauern. Auch das soll ein Mittel sein, um die angestrebte Mitgliederzahl von 10.000 schneller zu erreichen – und nachhaltig das Stadion zu füllen.

Bei den Zuschauern machte sich Unmut breit

Doch als die Zuschauer am Leichtathletikplatz ankamen, war die Mannschaft mit dem Aufgalopp bereits fertig. Um 15 Uhr war die einstündige Einheit bereits beendet – Verbeek hatte, ohne Abstimmung mit dem Klub, das Training um eine Stunde vorverlegt. Bei den Zuschauern machte sich Unmut breit – und auch bei bei den Vorständen Wilken Engelbracht und Christian Hochstätter.

Denn, und das wussten die beiden Funktionäre sofort, der Niederländer hatte dem Klub durch diese kleine, aber doch bedeutende Änderung im Tagesablauf einen Bärendienst erwiesen.

Ärger von den Zuschauern ist nachvollziehbar

Der Ärger von Zuschauern und VfL-Mitarbeitern ist nachvollziehbar. Denn mit dieser nicht abgesprochenen und im Alleingang durchgesetzten Entscheidung hat Gertjan Verbeek dem Verein und seiner Außendarstellung geschadet.

Die Ausrede, dass die Zuschauer noch viele Male zum Training kommen und die Mannschaft begutachten dürften, darf dabei nicht zählen. Denn die VfL-Anhänger lechzten nach der einmonatigen Pause vor allem danach, endlich wieder die Mannschaft zu sehen. Ob sie um Zweitliga-Punkte spielt oder nur um Slalom-Stangen dribbelt – das war einerlei. Und an jenem Tag, an dem sie endlich wieder ihre Fußball-Helden sehen durften, zeigte ihnen der Chef-Trainer die lange Nase.

Verbeek hat eine eigenwillige Auffassung von Zusammenarbeit

So etwas darf sich Verbeek nicht erlauben. Dass er das zu allem Überfluss nicht einsieht, offenbart einmal mehr, dass der Trainer eine eigenwillige Auffassung von Zusammenarbeit hat. Zumal: Vor dem letzten Spiel der vergangenen Saison hatte der Niederländer gefordert, dass seine Mannschaft häufiger vor ausverkauftem Haus spielen solle. Die Realität sieht aber so aus: Der VfL kämpft um jeden Zuschauer. Und braucht jeden Fan.

Wer in dieser Lage ist, muss den eingeschlagenen Weg weitergehen. Nah am Fan, einig in der Zusammenarbeit, Hand in Hand mit der gesamten VfL-Belegschaft. Verbeek hat es gleich am ersten Tag der Vorbereitung geschafft, beides in den Wind zu schießen. Ohne Not.

Und nachher auch ohne Einsicht.

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