Corona-Krise

VfL Bochum: Profis sehen sich frühestens am 23. März wieder

Trainer Thomas Reis (r.) und Bochums Kapitän Anthony Losilla sehen sich frühestens am kommenden Montag wieder.

Trainer Thomas Reis (r.) und Bochums Kapitän Anthony Losilla sehen sich frühestens am kommenden Montag wieder.

Foto: firo

Bochum.  Die Profis des VfL Bochum trainieren frühestens am 23. März wieder gemeinsam, in Kleingruppen. Geschäftsführer Ilja Kaenzig äußert sich zur Krise.

Auf ein gemeinsames Treffen aller Profis am Dienstag hat Trainer Thomas Reis verzichtet, dieses Risiko wollte er nicht mehr eingehen. Immerhin stehen - Stand Dienstagmittag - bereits sechs Profiteams im Fußball unter Quarantäne aufgrund der Coronavirus-Epidemie. Es gibt ja Whatsapp-Gruppen. Bis zum Sonntag einschließlich hat jeder Spieler des VfL sein individuelles Homeoffice-Paket erhalten.

Am Montag dann, 23. März, will Reis in Gruppen mit maximal sechs, sieben Spielern trainieren, um das Risiko gering zu halten. Wobei er betont, „dass die Entwicklung ja sehr dynamisch ist“. Es kann sich also alles ändern. Frühestens am 5. April wird wieder gespielt, wahrscheinlich aber wohl doch erst Ende April. Oder noch später. Oder gar nicht mehr in dieser Saison.

Bochums Geschäftsführer Ilja Kaenzig: Es gilt, den Betrieb zu erhalten

Ilja Kaenzig, der Sprecher der Geschäftsführung des VfL Bochum, betont nach der Versammlung der Deutschen Fußball-Liga am Montag im Gespräch mit dieser Redaktion: „Für uns als Verein gibt es jetzt Arbeit genug. Diese müssen wir gut organisieren und intern kommunizieren. Wichtig ist, jetzt kühlen Kopf zu bewahren. Es gilt, den Wirtschaftsbetrieb des VfL Bochum zu erhalten und die Krise zu überstehen.“

Kein blinder Aktionismus, sondern Sorgfalt ist angebracht

Die Geschäftsführung und weitere Führungskräfte des Vereins, die Gremien würden mit Hochdruck an Konzepten arbeiten für die nächsten, wichtigsten Schritte, würden alle möglichen Szenarien bedenken. Zunächst werden Prioritätenlisten erstellt. Es ginge zunächst um klare Informationen, um Austausch mit DFL, Partnern, Sponsoren, Fans, Öffentlichkeitsarbeit. Das alles ohne blinden Aktionismus, ohne Polemik, sondern „mit Sorgfalt und Bedacht“, so Kaenzig.

Die DFL will von jedem Klub eine Risikobewertung haben, wie viele Spielausfälle er überleben würde finanziell, auch daran werde man in den kommenden Tagen mit Hochdruck arbeiten, eine klare Deadline gebe es da nicht. Noch gibt es ja sehr viele Fragezeichen in der Coronavirus-Krise, zum Beispiel, ob nochmal gespielt wird (ohne Zuschauer) oder nicht und wie es um die Partner und deren Finanzkraft in und nach der Krise bestellt ist.

In der vergangenen Saison erwirtschaftete der VfL ein leichtes Plus

Um ein paar Zahlen zur Größenordnung des VfL Bochum zu nennen: Bei der vergangenen Mitgliederversammlung erklärte der VfL Bochum, der rund 70 fest Angestellte jenseits des Profifußballs beschäftigt, einen Umsatz für 2018/19 in Höhe von rund 34 Millionen Euro. 2018/19 erwirtschaftete der Verein wie auch die wirtschaftlich entscheidende GmbH & Co. KGaA (Profimannschaft mit U19 und U17) einen leichten Gewinn. Der Erlös aus dem TV-Topf für die vergangene Saison betrug rund 15 Millionen Euro, der Lizenzspieleretat für diese Saison wurde auf rund 12 Millionen Euro beziffert.

Sollten anteilig Fernseh- und Sponsorengelder sowie Zuschauereinnahmen etc. wegbrechen, wenn die Saison nicht fortgeführt werden kann, macht das natürlich eine erhebliche Summe aus – für den VfL Bochum. Und für wohl (fast) alle anderen Vereine auch. „Der deutsche Profifußball“, sagt Kaenzig, „wird gerade vor eine große Probe gestellt.“

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