40 Jahre Ruhrstadion

VfL Bochum beendet Vorbereitung mit einem 1:1 gegen Berlin

Gelungenes erstes Spiel im Ruhrstadion: Jordi Osei-Tutu (r.).

Gelungenes erstes Spiel im Ruhrstadion: Jordi Osei-Tutu (r.).

Foto: Udo Kreikenbohm / WAZ FotoPool

Bochum.  Zum 40. Geburtstag des Ruhrstadions zeigte der VfL Bochum die beste Leistung der Vorbereitung. Gegen Herta BSC Berlin gab es ein 1:1.

Als hätten die Spieler des VfL Bochum nur diese Heimspiel-Atmosphäre, diesen Anlass benötigt. Im letzten Test vor dem Start in die 2. Bundesliga gegen Hertha BSC Berlin zeigte das Team von Trainer Robin Dutt über weite Strecken die beste Leistung der Vorbereitung. Mit einem 1:1 (1:1) geht das Team in die letzte Trainingswoche. Die Feierlichkeiten zu 40 Jahre Ruhrstadion liefen am Samstagabend gut an.

Mal abgesehen davon, dass ein heftiger Regen vielleicht eine noch höhere Zuschauerzahl verhinderte. 7500 Zuschauer wollten den Härtetest des VfL vor dem Auftakt am nächsten Sonntag bei Jahn Regensburg sehen. „Gemischt“ zufrieden war Dutt mit der Partie.

Dutt sieht gute Ansätze

„Da waren heute gute Ansätze dabei. Aber wir haben gerade im ersten Abschnitt die Räume nicht genutzt. Da gab es eine Phase im Spiel da hätten wir das Spiel für uns entscheiden können. Wichtig ist, dass unsere Mittelfeldspieler noch mehr verinnerlichen, dass da jetzt Jungs sind, die in die Tiefe gehen.“ Jungs wie Silvere Ganvoula oder auch Danny Blum.

Möglich, dass Blum in 40 Jahren nach Bochum eingeladen wird, wenn das Ruhrstadion 80 Jahre wird. Möglich, dass sich dann viele Fans an ihn erinnern. Den Stellenwert eines Heinz-Werner Eggeling wird er aber voraussichtlich nicht erreicht haben. Der Mann, dem sie zu seiner aktiven Zeit den Spitznamen „Rakete“ gegeben hatten, hat sich vehement in die Geschichte des Ruhrstadions eingetragen. Er war am 21. Juli 1979 bei der Einweihung des „neuen“ Ruhrstadions der erste Torschütze beim 3:0-Erfolg gegen die SG Wattenscheid 09. Er durfte zum Geburtstagsspiel gegen Berlin den Anstoß machen.

Eggeling macht den Anstoß

In Eggelings Dimensionen rückte Blum an diesem 20. Juli 2019 nicht vor. Er war aber immerhin der erste Bochumer Torschütze zum 40. Geburtstag des Ruhrstadions. Darauf lässt sich doch aufbauen, wenn man erstmals vor den Heimfans im Stadion seines neuen Vereins spielt. Dazu hatte sein Tor zum 1:0 nach 22 Minuten durchaus Unterhaltungswert. Er verwandelte einen Freistoß mit links direkt aus etwas mehr als 20 Metern. Er hatte gesehen, dass Berlins Torsteher Rune Jarstein die rechte Ecke seines Tores komplett offen ließ. Dazu hatte er weitere gute Abschlüsse und Aktionen. Dutt ließ ihn lange spielen.

„Das waren jetzt heute 70 Minuten“, sagte er. „Seine Kraft hat länger gereicht und seine Schnelligkeit ist eine Waffe. In der nächsten Woche ist er dann vielleicht bei 80 Minuten. Und wer die kann, kann auch 90 Minuten. Die schafft man dann mit Adrenalin im Körper.“

Gelungener Einstand von Blum und Osei-Tutu

Ein weiterer Vorteil von Blum: Seine Namen lässt sich so schön laut schreien. Einsilbige Namen gehen immer. Wie auch bei Chung-Yong Lee. Der südkoreanische Mittelfeldspieler kam ab Minute 46 erstmals in der Vorbereitung zum Einsatz. Sofort klang wieder das langgezogene Leeeee durch das Ruhrstadion. Zweisilbige funktionieren auch. Ab dreisilbig wird es schwerer. Zumindest, was das rufen eines Namens beim Verlesen der Aufstellung vor dem Spiel anbelangt. Erst recht, wenn es ein neuer Spieler ist, der sich ebenfalls gerade das erste Mal im neuen Stadion vorstellt. So wie Jordi Osei-Tutu.

Mit seiner Spielweise aber könnte der junge Engländer einer der Fan-Lieblinge der Saison werden. Wobei er gegen Berlin nicht der einzige war, der sich im Vergleich zu den bisherigen Spielen verbessert zeigte. Sebastian Maier suchte und fand mit sehenswerten Pässen seine Mitspieler. Vitaly Janelt spielte nach einer schwächeren Leistung in der Woche gegen den FC Barnsley diesmal zwar etwas zurückhaltend, aber wieder fast fehlerfrei. Weitere Pluspunkte sammelten Simon Lorenz und Armel Bella-Kotchap. Sie bildeten das Innenverteidigerpaar. Sie ließen wenig zu.

Gegentor nach Standard

Allerdings bekam das Dutt-Team wieder ein Tor nach einem Standard. Diesmal war es ein schnell ausgeführter Einwurf über die rechte Abwehrseite. Ondrej Duda war der Torschütze zum 1:1 kurz vor der Halbzeit, nach Vorarbeit von Salomon Kalou.

Dutt ärgerte sich in der Szene, kommentierte es nachher aber recht entspannt. „Wir dürfen halt keine Pausen machen, wenn keine Pause ist.“

VfL: Riemann – Osei-Tutu, Lorenz (3. Gyamfi), Bella-Kotchap, Janelt (65. Saglam)– Eisfeld (46. Soares)– Maier (65. Tesche), Weilandt (46. Lee), Pantovic (83. Kokovas) – Blum, Ganvoula (46. Bapoh)

Berlin: Jarstein (46. Smarsch) – Plattenhardt, Stark, Boyata, Klünter (58. Esswein) – Skjelbred (46. Rekik), Duda (46. Köpke), Grujic – Dilrosun (46. Selke), Ibesivic (46. Covic), Kalou (46. Leckie)

Schiedsrichter: Thorben Siewer (FC Schreibershof)

Zuschauer: 7500

Tore: 1:0 Danny Blum, 1:1 Ondrej Duda (44.)

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