VfL Bochum

So könnte Bochums Trainerliste von Schindzielorz aussehen

Bochums neuer Sportvorstand Sebastian Schindzielorz überlegt: Wer soll neuer Trainer werden?

Bochums neuer Sportvorstand Sebastian Schindzielorz überlegt: Wer soll neuer Trainer werden?

Foto: firo

Essen/Bochum.  Der neue Sportvorstand Sebastian Schindzielorz sucht für den VfL Bochum einen neuen Trainer. So könnte seine Kandidatenliste aussehen.

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Schwere Aufgabe für den neuen Sportvorstand des VfL Bochum: Sebastian Schindzielorz muss als erste Amtshandlung gleich einen neuen Trainer suchen, unabhängig vom Ausgang des Spiels gegen Darmstadt 98. Denn Interimstrainer Heiko Butscher hat die Ausbildung zum Fußballlehrer noch nicht absolviert.

Das Profil hat Schindzielorz am Donnerstagmittag klar umrissen: "Es geht darum, den Verein in der Klasse zu halten. Das steht kurzfristig im Vordergrund. Man wird schauen, was der Markt hergibt." Es wird also kein junger Zweitliga-Rookie wie Ismail Atalan, der im Sommer 2017 für Gertjan Verbeek übernommen hatte. Gefragt ist Erfahrung. "Wir stellen eine Liste auf und schauen, wer zum VfL und zur Stadt passen würde", sagt Schindzielorz. In Gesprächen mit den Kandidaten soll dann besprochen werden, ob eine Zusammenarbeit über das Saisonende hinaus vorstellbar wäre.

Viele Kandidaten gibt der Trainermarkt nicht her. Bei den vorherigen Trainerwechseln dachte der VfL auch über Kosta Runjaic, Jos Luhukay, Bernd Hollerbach und Markus Kauczinski nach - aus diesem Quartett ist aber niemand mehr verfügbar. Mirko Slomka ist aus dem Rennen.

Diese Trainer dürften auf der Liste von Schindzielorz auftauchen:

André Schubert: Er ist der Top-Kandidat des VfL, stand schon zuvor in dieser Saison in der engeren Auswahl. Der 46-jährige Schubert hat Zweitliga-Erfahrung beim SC Paderborn und beim FC St. Pauli und führte Borussia Mönchengladbach in die Champions League. Selbst von ManCity-Trainer Pep Guardiola bekam er zu Gladbach-Zeiten eine Menge Lob. Seit dem 21. Dezember 2016 wartet Schubert auf eine neue Aufgabe. Allerdings reagierte der Trainer in Mönchengladbach und St. Pauli zuweilen dünnhäutig auf Kritik - und bei allen Trainerwechseln bisher entschied sich der VfL letztlich gegen ihn.

Ewald Lienen: Lienen wäre keine langfristige, aber eine sehr erfahrene Lösung! Der 64-Jährige kennt den deutschen Profifußball wie kein anderer. Er steht beim FC St. Pauli als Technischer Direktor unter Vertrag, hat mit dem Tagesgeschäft aber nur noch wenig zu tun. Sollte Lienen doch noch einmal einen Trainerjob anstreben, wäre er ein Kandidat für den VfL. Lienen rettete in seiner Trainer-Karriere schon mehrfach Mannschaften in aussichtslosen Situationen, zuletzt St. Pauli in der 2. Bundesliga im Jahr 2014. Wegen dieser Verdienste würde St. Pauli Lienen wohl auch keine Steine in den Weg legen.

Thomas Christiansen: Bochums Bundesliga-Held Thomas Christiansen, inzwischen 44 Jahre alt, ist seit fünf Tagen zu haben. Beim englischen Zweitligisten Leeds United wurde Christiansen, der beim VfL 2003 Bundesliga-Torschützenkönig wurde, entlassen. Dass er noch ein Herz für den VfL hat, betont Christiansen regelmäßig. Vor seiner Zeit in England trainierte Christiansen auf Zypern AEK Larnaka und Apoel Nikosia. Und genau das spricht gegen ihn: Er ist erst seit vier Jahren Trainer, war bisher noch nicht in Deutschland tätig - und ihm fehlt jegliche Erfahrung im Abstiegskampf.

Mike Büskens: Büskens schaut sich regelmäßig VfL-Spiele an, kennt die 2. Bundesliga aus seiner Zeit bei der SpVgg Greuther Fürth (2009 bis 2013, 2015) und Fortuna Düsseldorf (2013) genau, ist deshalb erfahren im Abstiegskampf und weiß, wie das Ruhrgebiet tickt. Allerdings ist Büskens seit dem 7. November 2016 raus aus dem Fußball-Geschäft, seine letzten drei Gastspiele in Düsseldorf (2013), Fürth (2015) und bei Rapid Wien (2016) endeten aus verschiedenen Gründen bereits nach wenigen Monaten.

René Weiler: Der Schweizer führte den 1. FC Nürnberg in der Saison 2015/2016 in die Bundesliga-Relegation, dort unterlag der "Club" Eintracht Frankfurt. Weiler kennt die 2. Bundesliga, arbeitete aber zuletzt in Belgien beim RSC Anderlecht. Er führte Anderlecht zum Titel und spielte mit dem Klub in der Champions League. Seit dem 18. September 2017 ist Weiler ohne Job - fraglich, ob er im Abstiegskampf der 2. Bundesliga arbeiten möchte, nachdem er Champions-League-Luft geschnuppert hat.

Maik Walpurgis: Heiß auf eine neue Aufgabe ist Maik Walpurgis, der vor einem halben Jahr beim Zweitliga-Konkurrenten FC Ingolstadt gefeuert wurde. Der 44-Jährige weiß genau, was im Fußball-Westen vor sich geht - er arbeitete vor seiner Zeit in Ingolstadt in Gütersloh, Bielefeld, Lotte und Osnabrück. Allerdings arbeitete Walpurgis nur zu Saisonbeginn kurz in der 2. Bundesliga und hat im Profifußball wenig Erfahrung im Abstiegskampf. Mit Ingolstadt holte er in der Bundesliga zwar viele Punkte - verhindern konnte er den Absturz nicht mehr.

Jens Keller: Der 47-Jährige hatte Erfolg beim FC Schalke 04 und führte den 1. FC Union Berlin in der 2. Bundesliga nach oben. Dort wurde er vor zwei Monaten überraschend gefeuert. Keller kennt das Ruhrgebiet aus seiner Zeit auf Schalke, wohnt in der Nähe von Köln - zudem ist ihm die 2. Bundesliga bestens vertraut. Fraglich ist nur, ob er nur kurz nach seiner Beurlaubung bei den "Eisernen" sofort eine neue Aufgabe übernehmen würde.

Benno Möhlmann: Geht es Schindzielorz ausschließlich darum, am Saisonende auf Platz 15 zu stehen, könnte er sich auch für den Zweitliga-Rekordtrainer entscheiden. Keiner saß in der 2. Bundesliga häufiger auf der Bank als Benno Möhlmann (63), der im Dezember 2017 beim Drittligisten Preußen Münster entlassen wurde. Möhlmann trainierte in der 2. Bundesliga viele, viele Vereine und verhinderte oft den Abstieg. Kommt Möhlmann, müsste Schindzielorz aber schon bald den nächsten Trainer suchen. Länger als bis zum Saisonende dürfte Möhlmann wohl kaum unter Vertrag stehen.

Hannes Wolf: Dass der 36-jährige nur kurz nach seiner Entlassung beim Bundesligisten VfB Stuttgart bei einem abstiegsbedrohten Zweitligisten anheuert, ist extrem unwahrscheinlich - zumal auch ihm die dauerhafte Erfahrung im Abstiegskampf fehlt. Immerhin kennt er die Region. Er wäre eine langfristige Lösung.

Marcel Koller: Nur mit viel Fantasie ist eine Rückkehr des ehemaligen Bochumer Erfolgstrainers Marcel Koller denkbar. Der Schweizer trainierte nach seiner vierjährigen Zeit in Bochum (2005 bis 2009) sechs Jahre lang die Nationalmannschaft Österreichs, führte das Team zur EM 2016 und in die "Top 10" der Fifa-Weltrangliste. Vorteile für Koller: Schindzielorz kennt Koller aus seiner eigenen Erfahrung als Spieler, Koller kennt den Verein gut. Nachteile: Seit acht Jahren hat er mit dem Ligabetrieb nichts mehr zu tun, zudem waren die VfL-Fans nie besonders begeistert von Koller.

Für den bekanntesten Feuerwehrmann der Liga dürfte es keine dritte Amtszeit beim VfL Bochum geben: Peter Neururer hat in mehreren Interviews, auch mit dieser Redaktion, Aufsichtsrats-Chef Hans-Peter Villis immer wieder scharf kritisiert. Eine erneute Zusammenarbeit zwischen Villis und Neururer wäre das achte Weltwunder.

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