2. Bundesliga

Großer Kader des VfL Bochum: Lee und Eisfeld diesmal Opfer

In Bielefeld zählte Chung-Yong Lee noch zur Startelf, beim Spiel in Wiesbaden schaffte es der 31-Jährige nicht in den Kader.

In Bielefeld zählte Chung-Yong Lee noch zur Startelf, beim Spiel in Wiesbaden schaffte es der 31-Jährige nicht in den Kader.

Foto: firo Sportphoto/ Jürgen Fromme / firo Sportphoto

Bochum.  Nur Bapoh ist verletzt, der Kader des VfL Bochum ist groß – da gibt es Sieger und Verlierer. Lee und Eisfeld zählten am Sonntag nicht zum Kader.

Das Sturmtief Sabine hat den Profis des VfL Bochum einen zusätzlichen trainingsfreien Tag beschert, erst am Mittwoch soll die Nachbereitung des 1:0-Sieges beim SV Wehen Wiesbaden und vor allem die Vorbereitung auf die nächste Partie beginnen. Zeit ist noch genug, denn wie schon gegen den Hamburger SV (1:3) steigt das Heimspiel des weiterhin akut abstiegsgefährdeten VfL gegen den Ligakrösus VfB Stuttgart an einem Montagabend. Am 17. Februar um 20.30 Uhr gastiert der Tabellendritte im Vonovia-Ruhrstadion. Und Trainer Thomas Reis hat dann, wenn nichts weiter passiert, wieder eine enorm große Auswahl.

Chung-Yong Lee: Seine neuen Konkurrenten haben die Nase vorn

Der Kader ist prall gefüllt. Mit den Wintertransfers Robert Zulj (28), der in Wiesbaden sein Startelf-Debüt gab, und Vasileios Lampropoulos (29), der noch nicht berücksichtigt wurde, verschärfen zwei gestandene Profis den Konkurrenzdruck. Selbst bei 20 Spielern, die Reis nominieren darf für ein Zweitliga-Spiel inklusive der beiden Torhüter, gibt es folglich prominente „Opfer“, die es nicht in den Kader schaffen.

Für das erste von 14 Abstiegs-Endspielen, so Trainer Reis im Vorfeld, entschied sich der Coach gegen Thomas Eisfeld und auch gegen Chung-Yong Lee. Lee hatte nach einer auch verletzungsbedingt schwierigen Hinrunde im Trainingslager den Anschluss geschafft, enttäuschte bei seinem Startelf-Einsatz in Bielefeld aber auf ganzer Linie. Auf seiner Position im zentralen, offensiven Mittelfeld hat er nun zwei gefühlt und real neue Konkurrenten, die die Nase vorn haben. Zum einen Robert Zulj, der im Winter aus Hoffenheim kam. Er war präsent in Wiesbaden, ehe ihm die Kräfte schwanden.

Sebastian Maier feiert sein Comeback nach dreieinhalb Monaten ohne Einsatz

Eingewechselt wurde für ihn Sebastian Maier nach einer Stunde. Maier verdrängte Lee aus dem Kader. Der 26-Jährige feierte ein halbstündiges, solides Comeback. Seit Ende Oktober, seit dem 1:2 in Kiel hatte er nicht mehr mitspielen können. Er wurde am Knöchel operiert, auch das Trainingslager hatte er noch verpasst und dafür in Bochum individuell trainiert. Offenbar mit Erfolg.

Auf dem spielstarken, aber defensiv eher schwächeren Gestalter ruhten bei seiner Verpflichtung im Sommer 2018 große Hoffnungen, die er auch wegen zahlreicher Verletzungen bisher nicht erfüllen konnte. Jetzt ist ihm der erste Schritt zurück in die 2. Liga gelungen. Und sein Vertrag gilt ja noch bis zum Sommer 2021.

Für Chung-Yong Lee heißt das: Auch gegen den VfB Stuttgart droht dem Publikumsliebling ein Platz auf der Tribüne. Der Vertrag des südkoreanischen Nationalspielers läuft im Sommer aus, alles andere als ein Vereinswechsel wäre eine Überraschung. Seine Karriere beenden will der 31-Jährige jedenfalls noch nicht, dies hatte er im Trainingslager gegenüber dieser Redaktion betont.

Für Thomas Eisfeld ist die Konkurrenz derzeit zu stark

Thomas Eisfeld (27) ist derzeit der vierte Sechser/Achter im zentralen Mittelfeld und damit verzichtbar: Anthony Losilla, Robert Tesche, Vitaly Janelt haben einen klaren Vorsprung, auch der offensivstärkere Robert Zulj, der am liebsten auf der Zehn spielt, könnte im Zweifel etwas defensiver agieren. Eisfeld zählt bereits seit 2015 zum Team des VfL Bochum. Von ein, zwei starken Phase abgesehen aber hat es der ebenfalls oft von Verletzungen geplagte Mittelfeldmann nie zum Leistungsträger geschafft, in dieser Saison spielte er bei fünf Einsätzen erst 269 Minuten – zuletzt, wie Maier, in Kiel Ende Oktober.

Vitaly Janelt, der gegen den HSV sechs Tage zuvor eine starke Partie hingelegt hatte, erkämpfte sich in der Winterpause seinen Platz in der Startelf zurück. In Wiesbaden erhielt der 21-Jährige den Vorzug vor dem routinierten Robert Tesche – und erwischte einen rabenschwarzen Tag. Früh kassierte Janelt die Gelbe Karte, eine Grätsche zu viel hätte das Aus bedeutet.

Trainer Reis reagiert schnell und richtig mit der Auswechslung von Janelt

Immer wieder nutzte der SV Wehen in den ersten 20 Minuten die Lücken und die Fehler aus, die Janelt und anfangs auch Anthony Losilla im Zentrum boten. Losilla aber, der Kapitän, ist erfahren genug, mit seinem Einsatz ins Spiel zurückzufinden. Das gelang ihm. Janelt indes war Gelb-Rot gefährdet. Trainer Reis reagierte schnell und richtig. Schon nach 28 Minuten ersetzte er ihn. Robert Tesche kam, brachte Ruhe ins Spiel, Wiesbadens zu Beginn starke Umschaltaktionen waren fortan kaum noch zu sehen.

Osei-Tutu und Bella-Kotchap spielen derzeit keine Rolle

Nicht zum Kader zählten wie schon gegen Hamburg Leihspieler Jordi Osei-Tutu und Armel Bella-Kotchap. Dem 18-Jährigen traut Reis offenbar derzeit den Abstiegskampf nicht zu, zudem sind seine Trainingsleistungen nicht ausreichend – und die Konkurrenz ist groß.

Decarli und Leitsch überzeugen – Lampropoulos muss sich wohl gedulden

Innenverteidiger Vasileios Lampropoulos jedenfalls, so sollte man meinen, wurde ja nicht bis zum Saisonende ausgeliehen, um die Spiele seines Teams nur von der Tribüne aus zu verfolgen. Zu mehr als für einen Platz im Kader aber dürfte es für den 29-Jährigen auch gegen Stuttgart nicht reichen. Denn in Wiesbaden machte Saulo Decarli sein bestes Spiel bisher für Bochum. Und links neben ihm zeigte Maxim Leitsch in seinem erst zweiten Einsatz nach über 16 Monaten Verletzungspause erneut eine gute Leistung.

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