S04

Wie schon die ganze S04-Saison: Weinzierl muss improvisieren

Markus Weinzierl.

Foto: firo

Markus Weinzierl. Foto: firo

Gelsenkirchen.   Auch am letzten Spieltag der Bundesliga-Saison muss S04-Coach Markus Weinzierl das tun, was er schon über 33. Spieltage gemacht hat: Improvisieren.

Markus Weinzierl gilt als ehrgeiziger Trainer. Die Zick-Zack-Saison, die für die Königsblauen im Mittelmaß endet, wurmt den Familienvater extrem. Deswegen will der 42-Jährige zumindest einen guten Eindruck mit in die Sommerpause und die interne Analyse mit Sportvorstand Christian Heidel nehmen. Die Zielsetzung für den Saison-Ausklang am Samstag in Ingolstadt (15.30 Uhr/Sky): „Es geht darum, zu gewinnen. Wir wollen unsere Auswärtsbilanz verbessern, denn damit sind wir nicht zufrieden. Deshalb gilt es, ein gutes Spiel abzuliefern“, sagt der Trainer.

Mit Kapitän Benedikt Höwedes, der seine für die Pause geplante Leistenoperation vorgezogen und die Spielzeit damit vorzeitig beendet hat, fällt bei den Schalkern ein Leistungsträger aus. Auch Stammkraft Sead Kolasinac (Gelbsperre) steht in Ingolstadt nicht zur Verfügung. Hinter Daniel Caligiuri (Schlag auf die Wade) steht ein Fragezeichen. Weinzierl skeptisch: „Es wird eng.“ U-21-Nationalspieler Max Meyer laboriert nach wie vor an einer Reizung in der Kniekehle, die sich schon über mehrere Wochen hinzieht.

So muss Weinzierl auch am letzten Spieltag das tun, was er schon die ganze Saison über getan hat: Improvisieren. Im günstigsten Fall winkt den Schalkern der Sprung auf einen einstelligen Tabellenplatz.

„Ich bin immer noch sauer“

Für den FC Ingolstadt ist dagegen der vorletzte Rang fest gebucht. Ganz gleich, wie die Begegnung auch ausgehen mag. Ausgerechnet das späte Ausgleichstor des Hamburger SV zum 1:1 auf Schalke und das nicht gegebene Kolasinac-Tor zum 2:1 in der Nachspielzeit bedeutete für Ingolstadt den K.o.-Schlag im Abstiegskampf. Markus Weinzierl ist auch eine Woche später immer noch gereizt.

„Ich bin immer noch sauer, richtig sauer, dass die Ecke von Johannes Geis abgewunken wurde. Dafür habe ich null Verständnis. Es tut mir auch leid für den FCI, dem ein Endspiel genommen wurde.“

Schanzer-Trainer Maik Walpurgis beschreibt die Tage nach dem feststehenden Abstieg als „schwierig“ und gibt zu: „Die letzten Minuten auf dem anderen Platz haben uns schon den Boden unter den Füßen weggezogen. Die Mannschaft hat sich zerrissen. Jeder hat gesehen, mit wie viel Engagement und Energie sie das Ziel verfolgt hat. Letztlich waren es nur ein paar Prozent, die gefehlt haben.“

Umso wichtiger für Walpurgis, dass die Spielzeit mit einem guten Ergebnis beendet wird. „Jetzt geht es für uns darum: Wir wollen einen positiven Abschluss gegen Schalke schaffen und wollen einen positiv bleibenden Eindruck hinterlassen“, so der Ingolstädter Kaderleiter.

Ähnlich wie auf Schalke, wo mit Klaas-Jan Huntelaar, Sead Kolasinac, Sascha Riether, Dennis Aogo, Holger Badstuber, Timon Wellenreuther und Phil Neumann zahlreiche Abgänge feststehen, verändert sich auch das Ingolstädter Gesicht erheblich.

Groß vor Wechsel auf die Insel

„So, in dieser Konstellation, das ergibt die Vertragslage, werden wir im nächsten Jahr nicht mehr zusammenspielen“, sagt Walpurgis. Offensivmann Pascal Groß liebäugelt mit einem Wechsel in die englische Premier League. Roger schließt sich dem brasilianischen Erstligisten Atletico Mineiro an. Anthony Jung kehrt nach seiner Leihe zu RB Leipzig zurück. Das Arbeitspapier von Stürmer Lukas Hinterseer läuft aus. Hier soll es offenbar Gespräche über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit geben.

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