Kommentar

Warum das Schalke-Kapitänsamt für McKennie zu früh kommt

Weston McKennie im Trikot der USA.

Weston McKennie im Trikot der USA.

Herzlake.  David Wagner sucht einen neuen Schalke-Kapitän. Ein Kandidat: Weston McKennie. Aber der hat noch genügend Zeit. Ein Kommentar.

Schalkes neuer Trainer David Wagner sucht im Trainingslager in Herzlake während der Einheiten immer wieder die Gespräche mit Spielern. Auf einer Magnettafel erklärt er bei Unterbrechungen der Einheiten, was er von seinen Jungs erwartet. Die Profis hören aufmerksam zu und versuchen dann, die Dinge umzusetzen. Wagner achtet in dieser Phase auch auf kleinste Details. Wer kristallisiert sich als Teamplayer heraus, wer wirkt in welcher Form auf seine Mitspieler ein, wer könnte dafür in Frage kommen, künftig die Mannschaft als Kapitän auf das Feld zu führen?

Zuletzt trug Schalkes Urgestein Ralf Fährmann die Binde. Ein Mann mit Stallgeruch, der aus der Knappenschmiede stammt, der königsblaues Blut in den Adern hat. Ein Mann, der jetzt nicht mehr da ist und für ein Jahr an Norwich City ausgeliehen wurde. Jetzt anstelle des 30-jährigen Fährmann die ganz junge Variante zu wählen, wäre ein mutiger, aber zu riskanter Zug.

Schalke-Profi McKennie hat gerade erst Fuß gefasst in der Bundesliga

Torwart Alex Nübel könnte man einen Verbleib auf Schalke mit dem Spielführer-Amt zusätzlich schmackhaft machen. Ob das letztlich der entscheidende Faktor wird, ob Nübel vorzeitig verlängert oder im nächsten Jahr ablösefrei geht, ist eine andere Frage. Die ebenfalls diskutierte Variante, den 20-jährigen Weston McKennie mit der Binde auszustatten, käme zu früh. McKennie hat gerade erst in der Bundesliga Fuß gefasst und muss erst beweisen, dass seine Formkurve keinen Zick-Zack-Kurven mehr unterliegt. Ihm jetzt das Kapitänsamt aufzuladen, wäre ein großer Rucksack für McKennie.

Die Schalke-Routiniers sind mit allen Wassern gewaschen

Routiniers wie Guido Burgstaller, Daniel Caligiuri oder Benjamin Stambouli sind mit allen Wassern gewaschen und können Gegenwind aushalten. Weston McKennie wäre neben ihnen ein idealer Vize-Kapitän, könnte zusehen und lernen. Schalke hat McKennie mit einem Vertrag bis 2024 ausgestattet. Der coole Texaner hat noch Zeit, bis er reif für die Binde ist.

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