Schalke-Kommentar

Warum Schalkes Torwart Ralf Fährmann mehr Respekt verdient

Schalkes Torwart Ralf Fährmann

Schalkes Torwart Ralf Fährmann

Foto: firo

Gelsenkirchen.  Der Schalke-Kapitän hat gegen Manchester City gepatzt. Doch die Kritik an Ralf Fährmann ist zum Teil unverschämt und maßlos. Ein Kommentar.

Einen Blick in die sozialen Medien sollte sich Ralf Fährmann momentan besser schenken. Es ist erschreckend, wie viele Schalke-Fans sich dort an dem Torhüter abarbeiten, den sie jahrelang nicht nur als Rückhalt der Mannschaft, sondern auch als leidenschaftlichen Schalker gefeiert hatten. Aber auch im Stadion, wo Fährmann noch aufmunternden Applaus erhielt, waren am Abend des Achtelfinal-Hinspiels der Champions League gegen Manchester City durchaus vereinzelt schon Gehässigkeiten zu vernehmen.

Fährmann hat Schalke schon oft den Allerwertesten gerettet

Natürlich muss es erlaubt sein, den Torwart für seinen Fehlpass, der zum 1:0 für Manchester City führte, zu kritisieren, auch dafür, dass er beim 2:3 nicht optimal stand. Kritik gehört zum Geschäft, das weiß auch Fährmann, er ist Profi. Es ist die Art der Urteile, die zum Teil schwer verstörend wirkt. Es ist die Unverschämtheit, die Gnadenlosigkeit, die eine Kritik zur Abrechnung macht. Zu viele Menschen, die im Netz unterwegs sind, sind maßlos geworden. Wenn einer schon am Boden liegt, wird hemmungslos noch mal draufgetreten. Hier erlebt es gerade wieder ein Sportler.

Ralf Fährmann hat seiner Mannschaft schon oft den Allerwertesten gerettet. Wegen seines hohen Anteils an der Champions-League-Qualifikation hat ihn Domenico Tedesco, der sich im Winter nach einigen Unsicherheiten Fährmanns für eine Beförderung des talentierten Alexander Nübel zur Nummer eins entschied, gegen Manchester aufgestellt. Das wird jetzt dem Trainer, der den fürs Teamgefüge wichtigen Kapitän nicht komplett demontieren will, als Unprofessionalität vorgehalten.

Dass Ralf Fährmann leidet, ist doch klar. Er muss mit einer Degradierung leben, mit der er nicht gerechnet hatte. Seine Formkurve zeigt nach unten, die des Konkurrenten nach oben. Der Torwartwechsel ist also begründet, auch wenn es schmerzt. Aber ein solcher Spieler, der sich jahrelang tadellos verhielt, hat auch in für ihn schwierigen Phasen Respekt verdient.

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