FC Schalke 04

Schalke-Sportvorstand Schneider tritt auf die Euphoriebremse

Jochen Schneider gibt beim Schalke-Tag 2019 fleißig Autogramme.

Jochen Schneider gibt beim Schalke-Tag 2019 fleißig Autogramme.

Foto: firo

Gelsenkirchen.  Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider mahnt vor dem Bundesliga-Start vor zu großen Erwartungen im Umfeld. Er sieht S04 in der Bringschuld.

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Neuer Trainer, ein souveräner Auftaktsieg im DFB-Pokal gegen den SV Drochtersen/Assel - nichtsdestotrotz mahnt Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider vor dem Bundesliga-Start vor zu großen Erwartungen im Umfeld.

In einem Interview mit dem "kicker" hat der 48-Jährige Stellung zu den Saisonzielen der Königsblauen bezogen. "Es sind viele wichtige Posten neu besetzt. Das ist anders. Aber die vergangene Saison steckt natürlich noch in den Köpfen der Fans. Deshalb können wir aktuell im Hinblick auf die neue Saison nicht von Euphorie sprechen", sagte Schneider in dem Gespräch, an dem auch Max Eberl von Borussia Mönchengladbach, Armin Veh vom 1. FC Köln und Rudi Völler von Bayer Leverkusen teilnahmen.

Tabellarisch, so Schneider, wolle man deshalb kein Ziel ausgeben. "Unser Ziel ist es, vernünftig zu arbeiten, vernünftig Fußball zu spielen. Da wäre es fehl am Platz, dies an irgendwelchen Tabellenplätzen oder Punkten festzumachen. Wir müssen zurück zu den Basics und sind diesbezüglich ganz klar in der Bringschuld."

Schneider erwartet anderen Fußball als im Vorjahr

Ein Risiko in der Verpflichtung David Wagners aufgrund dessen fehlender Bundesliga-Erfahrung sieht Schneider indes nicht. "Wir haben intensiv Informationen eingeholt, und die Gespräche mit ihm waren großartig. Er war ja auch bei seinen letzten beiden Stationen lange tätig: vier Jahre in Huddersfield und viereinhalb Jahre bei der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund", so der Schalker. Zudem sei Wagner ja nicht der einzige neue Bundesliga-Trainer in der kommenden Saison, wies Schneider auf Oliver Glasner, Marco Rose, Alfred Schreuder, Steffen Baumgart, Urs Fischer und Ante Covic hin.

Unmissverständlich klar machte Schneider, dass er erwartet, dass die Mannschaft unter Wagner einen anderen Fußball als in der vergangenen Saison spielt. "Wir können nicht zehn von 17 Heimspielen verlieren. Deshalb bedurfte es einiger Veränderungen. Da muss mehr passieren auf dem Platz, mehr Aktivität, mehr Leidenschaft, mehr Tempo. Jetzt stehen wir am Beginn eines Prozesses, einer Entwicklung, und das benötigt Zeit", sagte Schneider.

Die vier Sportlichen Leiter sprachen im Interview auch darüber, inwieweit sich der Transfermarkt in diesem Jahr gegenüber den Vorjahren verändert hat. Während Schneider "nicht findet, dass es schwieriger geworden ist", sieht Gladbach-Boss Eberl das anders: "Wenn du heute verhandelst, verhandelst du anders. Ein Beispiel: Ein Spieler mit noch einem Jahr Vertrag, der könnte fünf Millionen kosten. Der Berater sagt auch: Für fünf müsste man das hinkriegen. Und der abgebende Verein sagt dann: Wir wollen 15 Millionen. Dann sind es statt drei auf einmal zehn Millionen Euro Unterschied. Das ist schon schwieriger", sagte er mit Bezug auf die Dauer der einzelnen Verhandlungsrunden zwischen zwei Vereinen.

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