Derby-Kommentar

Schalke ohne Torgefahr: BVB ist der verdiente Derbysieger

Enttäuscht: Schalkes Nabil Bentaleb schleicht nach dem 0:1 zum Mittelkreis, die BVB-Spieler jubeln.

Enttäuscht: Schalkes Nabil Bentaleb schleicht nach dem 0:1 zum Mittelkreis, die BVB-Spieler jubeln.

Foto: dpa

Gelsenkirchen.  Dieses Revierderby ist keines für die Ewigkeit. Borussia Dortmund nutzte die Schwächen von Schalke beim 2:1-Erfolg gnadenlos aus. Ein Kommentar.

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Eines vorab: Dies war kein erinnerungswürdiges Revierderby, keines, das die Geschichte der Duelle dieser beiden Mannschaften um ein legendäres Kapitel bereichert hat. Aber das konnte den Dortmunder Borussen egal sein: Sie haben auf Schalke gewonnen, nach fünf Jahren erstmals wieder, und dass auch sie dabei den großen Glanz vermissen ließen, muss sie nicht weiter stören. Am Ende war der Sieg verdient. Borussia Dortmund bleibt weiterhin Tabellenführer der Bundesliga, Borussia Dortmund bleibt weiterhin ungeschlagen. Das ist nach 14 Spieltagen eine beeindruckende Bilanz.

Und die Schalker? Sie hatten sich zwar angestrengt, doch sie wirkten dabei auch so: angestrengt. Wieder einmal waren sie wenig zielstrebig, wieder einmal fehlte ihnen die Durchschlagskraft.

Schalke hat seit Wochen ein massives Sturmproblem

In den letzten Minuten waren sie nur noch platt. Sie liefen sich fest, sie spielten Fehlpässe über wenige Meter, sie verloren Bälle, die sie nicht hätten verlieren dürfen.

Natürlich hat Schalke seit Wochen ein massives Sturmproblem, das sich ausgerechnet im Derby zuspitzte. Fast alle, die Angreifer genannt werden können, waren verletzt. Und nach 36 Minuten musste auch noch Guido Burgstaller aufgeben, der bereits angeschlagen ins Spiel gegangen war. Neben ihm spielte Weston McKennie, sonst als zentraler Mittelfeldspieler unterwegs. Und eingewechselt wurde Hamza Mendyl - ein Linksverteidiger. Eine solche Lage konnte nicht ohne Auswirkungen bleiben.

Etwas rätselhaft war, dass es Trainer Domenico Tedesco lieber mit zwei Aushilfsstürmern probierte als mit den auf der Bank sitzenden Yevhen Konoplyanka und Cedric Teuchert. Das Problem: Teuchert war monatelang verletzt und hätte vermutlich nicht genug Kraft für eine längere Spielzeit gehabt, und den Verzicht auf Konoplyanka erklärte Tedesco mit dem Zwei-Spitzen-System, in dem ein Flügelstürmer eben nicht vorgesehen war.

Solche Sorgen hat der BVB derzeit nicht. Bei den Borussen klappt es sogar dann, wenn zwischenzeitlich mal wenig geklappt hat. Nach Schalkes Ausgleich aber fingen sich die Dortmunder wieder, sie nahmen das Spiel wieder in die Hand - und wurden durch Jadon Sanchos Siegtreffer nicht zu Unrecht belohnt.

“Wir haben wieder eine gute Mentalität gezeigt”, bilanzierte BVB-Kapitän Marco Reus. Das stimmt. Borussia Dortmund hat den Gegner nicht an die Wand gespielt, dessen Schwächen aber in den richtigen Momenten ausgenutzt. Auch das ist Qualität.

Und wo wir gerade beim Begriff Qualität sind: Die Schiedsrichter inklusive ihrer Video-Assistenten bekommen es einfach nicht hin, mit klarer Linie zu überzeugen. Auch beim Derby wieder. Schalke wurde ein Handelfmeter verweigert, den man auch hätte geben können. Dafür bekam Schalke einen Foulelfmeter zugesprochen, den man nicht hätte pfeifen müssen. Jeweils nach Ansicht des Bildmaterials.

Wenigstens fühlten sich beide Seiten je einmal benachteiligt. Aber das macht das Ganze auch nicht besser.

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