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Schalke: Nübel-Berater wegen Bayern-Transfers bedroht

Schalke-Torhüter Alexander Nübel.

Schalke-Torhüter Alexander Nübel.

Foto: TF-Images / Bongarts/Getty Images

Gelsenkirchen.  Der Wechsel von Alexander Nübel vom FC Schalke 04 zum FC Bayern München schlägt hohe Wellen. Das hat ärgerliche Folgen für die Berater-Agentur.

Dass Alexander Nübel im Sommer zum FC Bayern München wechseln wird, ist hinreichend bekannt. Der bevorstehende Schritt des Noch-Torhüters des FC Schalke hat für reichlich Aufsehen gesorgt, war unter anderem in der Sport1-Sendung Doppelpass am vergangenen Sonntag Gesprächsthema. Dort hatte Talk-Gast und Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg Nübels Berater finanzielle Motivation beim Einfädeln des Transfers unterstellt. Moderator Thomas Helmer wiederum hatte eine Nachricht von Stefan Backs, der den Keeper berät, vorgelesen und sich darüber lustig gemacht. In dieser Nachricht soll sich Backs darüber beschwert haben, dass er als "geldgeil" dargestellt wurde. Was Helmer allerdings nicht wusste: Die Mikrofone für die Internet-Übertragung waren nicht ausgeschaltet worden.

Anonyme Mails und Vorwurf der Geldgeilheit

Nun hat sich Michael Schulz zu Wort gemeldet. Der Ex-Profi arbeitet in der Berater-Agentur Siebert&Backs und hat Kenntnis vom Ablauf des Nübel-Transfers. In einem Kurz-Interview mit der Sportschau berichtet der Ex-Profi (u.a. Borussia Dortmund) von massiven Bedrohungen, die die Mitarbeiter des Unternehmens erhalten haben sollen. Nach Informationen dieser Zeitung sollen diese Bedrohungen per Mail von anonymen Absendern eingegangen sein. Grundlage für diese Nachrichten soll die unter anderem von Effenberg angesprochene finanzielle Motivation der Berater sein. Diese erhalten schließlich eine Provision bei Vertragsabschluss.

Schulz verrät zudem ein weiteres Detail, das für die Diskussion über die Gründe für Nübels Wechsel von Relevanz ist. Immer wieder hatte schließlich das Wort „geldgeil“ die Runde gemacht. Dem widerspricht der 58-Jährige gegenüber der Sportschau vehement: „Ich schwöre es, dass es nicht der Fall ist. Im Gegenteil: Wir sind tatsächlich mit siebenstelligen Beträgen hofiert worden, um ihn zu anderen Vereinen zu bringen.“

Schalke soll Vertragsverlängerung verschlafen haben

Der Inhalt der Aussage deckt sich mit Informationen dieser Zeitung. Schließlich kann der Rekordmeister den Torhüter im Sommer ablösefrei verpflichten, da der Vertrag des 23-Jährigen auf Schalke dann ausläuft - für den aufnehmenden Klub ist ein solcher Transfer wirtschaftlich besonders interessant. Entsprechende Angebote an Beraterfirmen sind in der Branche in vergleichbaren Fällen durchaus üblich.

Schulz berichtet zudem davon, dass ein Missgeschick vor rund zwei Jahren zu Folge hatte, dass Nübels Vertrag in diesem Sommer ausläuft. Damals, als Nübel noch nicht Stammtorhüter war, sei die Agentur auf die Vereinsverantwortlichen zugegangen. „Wir hätten sofort unterschrieben“, sagt Schulz rückblickend. Auf Schallke sei man jedoch der Meinung gewesen, dass der Torhüter einen Vertrag bis 2021 habe. Als Nübel dann regelmäßig spielte, seien auch andere Vereine auf ihn aufmerksam geworden. Am Ende machte der FC Bayern das Rennen. „Die Entscheidung ist wohl überlegt. Ob das gut oder schlecht ist, werden wir alles später sehen“, sagt Schulz.

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