Schalke-Kommentar

Nach Schalkes Blamage ist Tedesco kaum noch zu retten

Enttäuscht: Schalke-Trainer Domenico Tedesco nach der 0:4-Pleite in der Nordkurve.

Enttäuscht: Schalke-Trainer Domenico Tedesco nach der 0:4-Pleite in der Nordkurve.

Foto: firo

Gelsenkirchen.  Schalke-Trainer Domenico Tedesco gab sich auch nach dem 0:4 gegen Düsseldorf kämpferisch. Doch die Spieler lassen ihn im Stich. Ein Kommentar.

Wenn sich auf Schalke die Fans von der Mannschaft abwenden, dann ist Großalarm. Schon während des Spiels gegen Fortuna Düsseldorf brüllte die Nordkurve “Wir haben die Schnauze voll”. Kein Wunder, denn das, was die Anhänger an diesem Tag sahen, war der Offenbarungseid einer Fußballmannschaft. Waren Auflösungserscheinungen. Die Schalker sollten sich nichts vormachen, nur weil andere Mannschaften hinter ihnen scheinbar nicht aus dem Keller klettern können. Diese Mannschaft ist so leer, so antriebslos, so hilflos, dass sie natürlich sogar noch absteigen kann.

Domenico Tedesco musste mit ansehen, wie sich seine Spieler ergaben. Sie hatte keine Ideen, sie hatten keine Widerstandskraft. Sie folgten ihm nicht mehr.

Schalke-Trainer Tedesco zeigte auch am Samstag Größe

Was das heißen wird, wird er wissen. Er selbst zeigte auch am Samstag Größe, als er den Mut hatte, nach Spielschluss direkt vor die Nordkurve zu treten. Er bat mit den Händen um Verzeihung, dann verstaute er sie in den Hosentaschen und ließ das Gebrüll und Gezeter über sich ergehen.

Und als er dann, noch unter dem frischen Eindruck des Erlebten, zum Sky-Interview kam, gab er sich weiterhin kämpferisch. Auf die Frage, ob er selbst die Konsequenzen ziehen werde, sagte er unmissverständlich drastisch: “Ich bin keiner, der sich verpisst. Ehrlich nicht.”

Aber die Lage ist längst so dramatisch, dass auch Kampfgeist, Ehrgeiz und Charakter Tedesco wohl nicht mehr retten können. Die Gesetze der Branche sind brutal, Menschlichkeit ist zweitrangig, wenn es um den Verein geht. Domenico Tedesco hat sich als echter Schalker erwiesen. Doch er kann Schalke derzeit offensichtlich nicht mehr helfen. Der neue Sportvorstand Jochen Schneider tritt am Montag seinen Dienst an, wird am Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellt. Es wäre verwunderlich, wenn seine erste Amtshandlung nicht die Trennung vom Trainer wäre.

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