Schalke

"Charlys Bummelzug": Schalke-Kneipe am Hauptbahnhof schließt

Schalkes legendärer Betreuer Charly Neumann hatte die Kneipe "Charlys Bummelzug" 1981 eröffnet.

Schalkes legendärer Betreuer Charly Neumann hatte die Kneipe "Charlys Bummelzug" 1981 eröffnet.

Foto: firo

Gelsenkirchen.  Eine Kult-Kneipe weniger in Gelsenkirchen: "Charlys Bummelzug" schließt. Eröffnet hatte sie 1981 Schalkes legendärer Betreuer Charly Neumann.

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Und wieder geht ein Stück vom alten Schalke verloren. Oder zumindest von der Erinnerung an das alte Schalke. Zum Jahresende schließt die S04-Kult-Kneipe Charlys Bummelzug. Das teilte Charly Neumanns Tochter Petra nun per Facebook ihren Gästen und allen Schalke-Anhängern mit.

Wenn sich vor der Partie gegen den 1. FC Köln (18.30 Uhr) wie immer die ersten Schalke-Anhänger in der Kneipe des ehemaligen Schalker Mannschaftsbetreuers treffen, wird ein großer Schuss Wehmut dabei sein. Denn bald ist Schluss damit.

„Manchmal muss man neue Wege gehen, um den Kopf über Wasser zu halten“, schreibt Petra Neumann. Vor allem für viele mit dem Zug aus allen Teilen der Republik ankommende Schalke-Fans war die direkt am Ausgang des Hauptbahnhofs liegende Kneipe die erste Anlaufstelle, wenn sie zu einem Spiel der Königsblauen anreisen. Und ein beliebter Treffpunkt. Damit ist es am 31. Dezember 2019 vorbei. „Es war mir eine Ehre, das geschäftliche Vermächtnis meines Vaters Charly noch ein Jahrzehnt weitergeführt zu haben“, verneigt sich Petra Neumann noch einmal vor ihrem Vater.

Neumanns Tochter Petra führte die Kneipe weiter

1981 hatte Schalkes Mannschaftsbetreuer Karl-Heinz „Charly“ Neumann die königsblaue Kneipe in der Gelsenkirchener Innenstadt eröffnet. Seitdem flossen in der Pinte viele Tränen. Tränen der Freude, wie zum Beispiel nach dem Triumph im Uefa-Cup 1997, aber auch der Verzweiflung. Wie nach der Meisterschaft der Herzen, als die S04-Fans bis spät in die Nacht hier ihren Kummer ertränkten.

Vorbei. Offenbar hat sich die Kneipe überlebt. Der umtriebige und geschäftstüchtige „Charly“ Neumann war gelernter Bäcker und Gastronom. Er wurde bundesweit bekannt als Mannschaftsbetreuer des FC Schalke 04. Aber er war viel mehr. Er füllte für die Profis bereits in den 1980er Jahren in etwa die Funktion aus, die Massimo Mariotti zehn Jahre nach Neumanns Tod bei Schalke 04 neu belebt hat: Mädchen für alles. Neumann, der seit 1950 dem S04 angehörte, hatte zudem immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Fans.

Seine Geschichten füllen Bücher. Sein bekanntester Spruch: „In schlechten Zeiten müsst ihr Schalker sein, in guten haben wir genug davon.“ Sein königsblaues Herz hat er wie den Bummelzug an seine Tochter Petra weitergegeben. Ihre zwei Biergärten am Fontänenteich und am Berger See will sie weiter betreiben.

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