Schalke 04

Ex-Schalke-Stürmer Täuber: „Meine Zweifel an Raman sind weg“

Wirbelwind: Benito Raman hat nach schwierigem Start Fahrt aufgenommen.

Wirbelwind: Benito Raman hat nach schwierigem Start Fahrt aufgenommen.

Foto: firo Sportphoto/ Jürgen Fromme / firo Sportphoto

Gelsenkirchen.  Schalkes ehemaliger Stürmer Klaus Täuber (62) schaut vor allem bei den königsblauen Angreifern genau hin. Von Benito Raman ist er überzeugt.

Der langjährige Schalker Profi Klaus „Boxer“ Täuber schaut als einstiger Vollblut-Stürmer genau hin, was sich bei den Königsblauen in der Offensive abspielt. Und zumindest zu Saisonbeginn war dem 62-Jährigen etwas mulmig. „Ich habe anfangs gedacht: Wer soll denn da überhaupt im Sturm spielen“, sagt Täuber im Gespräch mit dieser Zeitung. Nachdem Benito Raman in einem Vorbereitungsspiel aus kurzer Distanz am Tor vorbeigeschossen hatte, ahnte Täuber bereits Böses: „Ich dachte: Der trifft ja gar nichts.“

Doch mittlerweile sieht der gebürtige Erlanger, der von 1983 bis 1987 für Schalke stürmte und insgesamt 58 Profitore im S04-Dress erzielte, Benito Raman gerne zu. „Meine Zweifel sind weg. Der Junge ist sehr schnell, nutzt die Räume und macht das, was man von einem Stürmer erwartet. Man sieht einfach, dass Selbstvertrauen für Offensivspieler extrem wichtig ist. In Eins-gegen-Eins-Duellen ist Benito Raman kaum zu stoppen“, stellt Täuber fest. Vier Tore und vier Vorlagen hat der belgische Nationalspieler bisher auf seinem Konto. Zudem schoss er Schalke durch seinen Verlängerungs-Treffer gegen Hertha BSC (3:2) ins Pokal-Viertelfinale.

Bei ihm läuft es, bei Guido Burgstaller dagegen nicht. Der Österreicher ist bei den Schalkern auf das Abstellgleis gerutscht und kommt in dieser Serie erst auf 981 Spielminuten. Vorlagen: Zwei. Tore: Null.

Täuber fühlt mit Burgstaller

Klaus Täuber: „Burgstaller tut mir ein bisschen leid. Er hat in den Spielen für Schalke immer alles gegeben, sich körperlich komplett verausgabt. Vielleicht hat er auch zu viel gemacht. Es ist oft so, dass du als Stürmer deine Chancen in den letzten 20, 25 Minuten hast, wenn bei den gegnerischen Verteidigern etwas die Konzentration nachlässt. Und da fehlen Burgstaller einfach die Körner.“

Täuber weiß aus eigener Erfahrung: „Ein Stürmer muss treffen, sonst geht irgendwann die Rechnerei los. Ich hatte auch Phasen, in denen ich drei, vier Spiele leer ausgegangen bin. Natürlich grübelt man darüber. Ganz wichtig ist in solchen Phasen, dass die Rückendeckung vom Coach da ist. Als Trainer darfst du einen Stürmer nie in Frage stellen. Du stehst als Angreifer ohnehin unter Druck, weil du immer abliefern musst.“

Boxer Täuber lobt Schalke-Profi Suat Serdar

Nach der schwachen letzten Saison haben sich bei Schalke mehrere Spieler von ihren Rucksäcken befreit. Amine Harit blühte in der Hinrunde auf, Suat Serdar schlüpft immer mehr in die Lenkerrolle und Omar Mascarell ist die defensive Schaltzentrale. „Suat Serdar macht mittlerweile entscheidende Tore, er hat sich richtig in die Rolle hineingearbeitet“, analysiert Täuber, „Omar Mascarell und Amine Harit kann man gar nicht mehr mit dem Auftreten aus der letzten Saison vergleichen. Es wirkt fast so, als wären das komplett andere Spieler, die da jetzt auf dem Platz stehen.“

Für den Wechsel von Torwart Alexander Nübel zum FC Bayern München hat Täuber kein Verständnis. „Manuel Neuer ist als Torwart so ehrgeizig, da kann ich mir nicht vorstellen, dass er für Nübel Platz macht. Es kann Alexander Nübel passieren, dass er zwei Jahre bei Bayern auf der Bank sitzt. Ich glaube, er tut sich keinen Gefallen mit der Entscheidung, nach München zu gehen.“ Täuber schiebt nach: „Im Fußball geht es doch auch darum, dass es Spaß macht. Bei Schalke sind die Emotionen viel größer als in München. Manche Spieler haben Schalke auch etwas zu verdanken. Meiner Meinung nach müssten sie etwas zurückgeben.“

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