Rot-Weiß Oberhausen

RWO: Nicht so weit weg von der Spitze!

Christian März (l.) bei seinem Tor zum 4:0. Er lupft den Ball über Torwart Edin Pepic hinweg, Tom Meurer kommt zu spät.

Christian März (l.) bei seinem Tor zum 4:0. Er lupft den Ball über Torwart Edin Pepic hinweg, Tom Meurer kommt zu spät.

Foto: Micha Korb / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Das 5:1 gegen Wuppertal tat Rot-Weiß Oberhausen gut. Denn das Team hat gezeigt, dass es doch die Qualität hat, um oben mitzuspielen.

Als am Freitagabend hinter dem Gasometer der Mond aufgegangen war und sein Licht ins Stadion Niederrhein flutete, schien das wie ein gutes Omen für eine strahlende Zukunft. Wuppertal gerade 5:1 geschlagen (der zweite 5:1-Sieg im erst siebten Saisonspiel), die Serie der Auswärtserfolge bestätigt, 14 Punkte aus sieben Matches, nicht so weit weg von der Spitze!

Wie geht es weiter?Trainer Mike Terranova hatte eine Aufstellung gewählt, die nicht jedem schmeckte: Shaibou Oubeyapwa blieb lange auf der Bank, Francis Ubabuike gehörte erneut nicht zum Aufgebot, Dominik Reinert erstmals (seit wann eigentlich?) auch nicht, Giuseppe Pisano konnte Cihan Özkara nicht verdrängen, Kofi Twumasi statt Bastian Müller wieder auf der Bank.

Terranova erklärt die Aufstellung

Aber die spielende Formation gab die Antwort, die überzeugte, denn nach einem 5:1 bleibt nur selten kritisches Hinterfragen. Es spricht für den Trainer, dass er von selbst auf diese Punkte zu sprechen kam und damit auch Einblick in die überlegte Herangehensweise gab, die zum Zusammenstellen einer Mannschaft führt – speziell vor dem Hintergrund eines qualitativ breiten Kaders.

Oubeyapwa etwa bescheinigte er eine „überragende Leistung“ in Lotte, er habe ihn aber zunächst draußen gelassen, weil er die Balance in Mittelfeld und Angriff nicht stören wollte und zudem Raphael Steinmetz mit dem schnellen und unbedingten Willen zum Torabschluss einen Hauch mehr vertraute. Dass Oubeyapwa nach seiner Einwechselung toll auftrat und Witz und Gefahr versprühte, bewies ihm, dass er sich auf „Junior“ verlassen kann.

Mehr Engagement gefordert

Gleiches gilt für Kofi Twumasi, der offenbar begriffen hat, dass es nicht reicht, sich auf die Zerstörung des Gegners zu konzentrieren. Er präsentierte in seinen knapp 20 Minuten, wie schnell er ist, wie geschickt er sich nach vorne einschalten und dort Gefährlichkeit ausstrahlen kann.

Dieses Feuer, das in Oubeyapwa und Twumasi auch von der Bank aus brannte, vermisst der Trainer bei Francis Ubabuike, der seit dem Spiel gegen Essen nicht mehr im Aufgebot steht. „Ich glaube aber“, betonte Terranova ausdrücklich, „dass er lernt. Er muss mit anderer Körpersprache auftreten, er muss zeigen, dass er immer will, immer arbeitet, immer für das Team da ist.“

Dominik Reinert scheitert im Moment daran, dass Philipp Eggersglüß derzeit gut verteidigt und sich auf der rechten Seite nicht nur als Tempoläufer, sondern auch und vor allem als Mit-Spielgestalter und -eröffner einbringt. Das ist vor allem wichtig, wenn auf die klassische Besetzung der Flügelpositionen (wie gegen Wuppertal) verzichtet wird.

Auch vorne gibt’s Harmonie

Und Özkara/Pisano? Es tut einfach gut, sich mit dem sympathischen und in Oberhausen lange kaum respektierten Cihan Özkara zu freuen. Er hat sich durchgebissen, strahlt Gefahr aus, sucht und findet den Abschluss. Giuseppe Pisano war angeschlagen, zeigte aber in der Schlussviertelstunde, dass er ein Fußballer mit feinem Fuß ist, der Übersicht behält, weiß, wohin die Bälle (und die Spieler) laufen müssen.

Alles richtig gemacht also? „Nein“, sagt Terranova, „es gibt immer was zu verbessern.“ Klar: Das Gegentor hat ihn geärgert, gerade weil es nach einer Ecke fiel. Chancen wurden nicht genug genutzt, die Außen lange vernachlässigt – hier sollten eigentlich die Außenverteidiger und Mittelfeldmänner häufiger eingreifen. Trotz allem: Wenn man an die Begegnungen mit Wuppertal in der letzten Saison zurückdenkt, ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht auch wenn der WSV sehr schwach und nur stark im Kampf war.

Jetzt steht eine „englische“ Woche bevor: Samstag in Aachen, dann gegen Haltern, zum Schluss in Dortmund. Wenn der Punkteschnitt pro Match danach weiter bei „2“ liegt, ist mit RWO zu rechnen – in dieser Saison sogar schon in der Hinrunde.

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