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Nach der Derby-Pleite: RWO im Niederrheinpokal gefordert

Will im Pokal eine Runde weiter kommen: RWO-Trainer Mike Terranova.

Will im Pokal eine Runde weiter kommen: RWO-Trainer Mike Terranova.

Foto: Thorsten Tillmann / Funke Foto Services

Oberhausen.  Am Mittwoch tritt RWO in der zweiten Runde des Niederrheinpokals beim Oberligisten 1. FC Monheim an. Wohl mit dabei: Zugang Felix Herzenbruch.

Manche Niederlagen hinterlassen tiefere Spuren als andere. Das 0:3 im Derby gegen Rot-Weiss Essen war so eine. Ja, auch für dieses Spiel gab’s für den Sieger nur drei Punkte. „Aber die Emotionalität ist natürlich noch mal eine ganz andere“, versteht auch der Sportliche Leiter von RW Oberhausen, Patrick Bauder, die allgemeine Enttäuschung. „Doch genauso gilt es in solchen Situationen wieder aufzustehen und es besser zu machen.“ Genau dazu haben die Kleeblätter am Mittwoch um 19.30 Uhr im Niederrheinpokal beim 1. FC Monheim direkt die Gelegenheit.

„Wir spielen eine Klasse höher und unser Anspruch ist es, diese Partie zu gewinnen“, sagt Trainer Mike Terranova, der die Partie auch als Chance sieht, eben nach dem Derby-Frust neues Selbstvertrauen zu tanken.

Dabei hat die Analyse vom 0:3 gezeigt, dass RWO besonders im ersten Durchgang absolut auf Augenhöhe mit den Essenern war. Doch auch durch einen eigentlichen regulären Treffer von Shaibou Oubeyapwa, der fälschlicherweise wegen einer vermeintlichen Abseitssituation nicht anerkannt wurde, ging es torlos in die Kabine. „Momente entscheiden solche Spiele – auch wenn das nicht gegebene Tor nicht dafür herhalten darf, warum wir uns in Halbzeit zwei so präsentiert haben“, sagt Bauder.

Spielidee ging mit Wiederanpfiff verloren

Ein Doppelschlag durch Enzo Wirtz innerhalb von nur drei Minuten brachte die Hausherren völlig aus dem Konzept und die Essener auf die Siegerstraße. „Das fängt schon im Aufbau an, dass wir einfach nicht mehr unserer Spielidee gefolgt sind. Und wenn du Essen dann diese Räume anbietest, wird man schnell bestraft“, so Terranova.

Dass es besonders im Defensivverbund noch nicht rund läuft, zeigte sich allerdings nicht erst am Sonntagnachmittag. Auch gegen den SC Verl oder Fortuna Köln präsentierte sich der Vizemeister der vergangenen Saison besonders über die Außenpositionen immer wieder anfällig.

Wohl auch deshalb hat der Verein noch mal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und einen „Alten Bekannten“ verpflichtet. Felix Herzenbruch wechselt mit sofortiger Wirkung für den Rest der Saison von Essen nach Oberhausen. In der kommenden Saison soll der Linksverteidiger an die Hafenstraße zurück.

„Herze hatte in der Vorbereitung immer wieder Pech mit Verletzungen und zuletzt kaum Spielzeit. Er ist aktiv auf uns zugekommen und hat uns seine Unzufriedenheit über die aktuelle Situation mitgeteilt. Parallel hat sich für ihn die Option ergeben, für eine Saison wieder zu RWO zu wechseln, die er gerne wahrnehmen möchte, um anschließend stärker zu uns zurückzukommen“, sagte RWE-Sportdirektor Jörn Nowak gegenüber der Funke Medien Gruppe.

Drei Jahre beim SC Paderborn

Herzenbruch spielte bereits von 2013 bis 2016 drei Jahre für RWO. Dabei absolvierte er insgesamt 95 Partien und wurde zum absoluten Leistungsträger. 2016 wechselte er schließlich zum SC Paderborn, wo er in den vergangenen drei Jahren unter Vertrag stand und 42 Drittliga- sowie eine Zweitligapartie absolvierte. In diesem Sommer war Herzenbruch zu RWE gekommen.

Bauder, der mit Herzenbruch noch selbst zusammen spielte, freut sich über den Wechsel und stuft ihn als sofortige Verstärkung an. „Er ist ein zweikampfstarker Außenverteidiger, der eine enorme Mentalität mitbringt. Gerade weil er den Verein bereits sehr gut kennt, wird er keine lange Eingewöhnungszeit benötigen.“

Möglicherweise, so Terranova, wird Herzenbruch bereits beim Pokalspiel in Monheim für „30 Minuten zum Einsatz kommen.“ Dass der RWO-Trainer das Spiel, aber auch den Gegner sehr Ernst nimmt, sieht man auch daran, dass keine Spieler geschont werden sollen. „Wir treten mit Bestbesetzung an, wobei auch die jüngeren Spieler eine Chance bekommen sollen.“ Konkret bezieht sich dies auf Julijan Popović, der vor Saisonbeginn von der SG Wattenscheid nach Oberhausen gewechselt war, bisher in der Liga aber noch nicht zum Einsatz kam.

„Wir müssen diesen Pokalfight annehmen und uns genügend Chancen kreieren“

Mit dem 1. FC Monheim bekommt es die Terranova-Elf auf dem Kunstrasen des Rheinstadions mit einem guten Oberligisten zu tun, der in der vergangenen Pokalsaison bis ins Halbfinale kam. Dort musste sich die Mannschaft von Coach Dennis Ruess mit 1:3 dem Wuppertaler SV geschlagen geben. In der Liga selbst gab’s für Monheim nach zuvor zehn geholten Punkten mit dem 1:3 gegen die SSVg Velbert die erste Saisonniederlage.

Apropos Velbert: Die Sport- und Spielvereinigung war im vergangenen Jahr der Zweitrunden-Gegner der Kleeblätter. Am Ende setzte sich der Oberligist im Stadion Niederrhein mit 6:5 im Elfmeterschießen durch. Für RWO hatte Marvin Lorch (jetzt VfB Homberg) vom Punkt verschossen. So weit soll es nun gegen Monheim nicht kommen. Terranova: „Wir sind der Favorit und alles andere als ein Sieg wäre eine große Enttäuschung. Ich erwarte einen Gegner, der tief stehen und alles investieren wird. Wir müssen diesen Pokalfight annehmen und uns genügend Chancen kreieren.“

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