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Mutmacher für RWO: Wunder gibt es immer wieder

Bisher war der 2:1-Sieg gegen Wuppertal das Wunder der RWO-Saison. Kann es nochmal getoppt werden?

Bisher war der 2:1-Sieg gegen Wuppertal das Wunder der RWO-Saison. Kann es nochmal getoppt werden?

Foto: Micha Korb

Oberhausen.   Die Fußballwoche hat gezeigt: Das von Rot-Weiß Oberhausen für den Aufstieg in die Dritte Liga benötigte Wunder ist gar nicht so groß.

Die Messlatte für den inflationär benutzten Begriff Wunder im Sport, besonders im Fußball, hängt seit dieser Woche einige Stufen höher. Zumindest in Deutschland gilt der 3:2-Sieg der DFB-Auswahl im WM-Finale am 4. Juli gegen die hoch favorisierten Ungarn als „Wunder von Bern“ und damit als Mutter aller Wunder. Doch für Fans des FC Liverpool und von Tottenham Hotspur dürfte der Auftritt im Berner Wankdorf-Stadion nach den Sensations-Comebacks ihrer Teams in den Halbfinalspielen der Champions-League für diesen Titel nicht mehr ausreichen.

Viktoria: Hinspiele nicht gewonnen

So gesehen ist das Wunder, das Rot-Weiß Oberhausen benötigt, um doch noch den Sprung in die Dritte Bundesliga zu schaffen, gar nicht so groß. Das größte Problem: Die Kleeblätter (60 Punkte) haben es selbst mit zwei Siegen in ihren letzten beiden Auftritten nicht mehr in der eigenen Hand. Konkurrent Viktoria Köln (64) geht mit vier Zählern und einem deutlich besseren Torverhältnis auf die Zielgeraden der Regionalliga. Dem Spitzenreiter reichen also noch zwei Punkte, um mit 66 Zählern, aber einem für RWO uneinholbaren Torverhältnis die Korken knallen zu lassen.

Allerdings haben die Domstädter sich dieses Polster nicht in den letzten Partien erspielt, im Gegenteil. Nicht wenige Experten hatten die Kölner schon vor Wochen mit der Nase vorne durchs Ziel preschen sehen. Doch die Viktoria gewann von ihren letzten acht Auftritten lediglich drei, zweimal ging sie sogar als Verlierer vom Feld.

Am Sonntag steht für den Tabellenführer das Gastspiel beim SV Straelen an. Auch beim Aufsteiger sind die Rufe nach einem Fußball-Wunder spätestens nach dem vergangenen Spieltag sehr laut, um den drohenden Abstieg zu vermeiden. Er rangiert mit einem Zähler weniger als der Bonner SC auf dem ersten Platz unter dem Strich.

RWO: Hinspiele gewonnen

Nach der Übernahme von Trainerin Inka Grings als erster Frau in der vierthöchsten Klasse in der sportlichen Verantwortung schien der SVS mit dem 2:0-Sieg über Alemannia Aachen auf einem guten Weg. Doch zuletzt folgte das 2:9-Debakel gegen die U23 des BVB – obwohl es bis zur 56. Minute 2:2 gestanden hatte und die Straelener nach zwei Rückständen zurückgekommen waren. Verwunderlich.

„Viktoria wird den Aufstieg in die Dritte Liga schaffen. Aber das muss nicht unbedingt schon bei uns passieren“, sagt Grings, die in der vergangenen Spielzeit mit der B-Jugend der Kölner aus der Bundesliga abgestiegen war. Bleibt festzuhalten: Viktorias Gegner benötigt unbedingt einen Sieg, um möglicherweise nicht schon am Samstag aus dem Rennen zu sein. Im Hinspiel trotzte der SVS dem Favoriten nach 0:2-Rückstand ein 2:2 ab und beendete damit die Sechs-Siege-Serie des Favoriten.

Viktorias motivierte Gegner

RWO muss zeitgleich alles dransetzen, um beim SV Lippstadt den Dreier zu landen. Der Aufsteiger und Gastgeber ist mit seinen 41 Zählern auf Rang elf nur noch theoretisch vom Abstieg bedroht, aber eben auch noch nicht durch. Das Hinspiel gewann RWO 3:1.

Teil zwei des Wunders passiert dann am 18. Mai. RWO erwartet den mit seinen 42 Punkten und um 29 Treffer besseren Torverhältnis gegenüber Straelen bereits geretteten SC Verl. Den haben die Kleeblätter schon in dessen Arena mit 2:1 niedergekämpft.

Die Viktoria würde gerne zu Hause gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach den Sack endlich zumachen. Doch die Nachwuchsfohlen interessiert das herzlich wenig, sie haben in der Nähe des Doms traditionell immer besonders viele Körner im Tank. Und auch sie können es gegen den Spitzenreiter, das Hinspiel endete 1:1. Viktoria-Stratege Mike Wunderlich war übrigens in keinem der beiden Hinspiele dabei, erst wieder im Gipfeltreffen gegen RWO – was die Kölner glücklich mit 0:0 überstanden.

Bleibt also festzuhalten: Wenn man dran glaubt (und das spielerische Potenzial besitzt), kann man gegen Ajax Amsterdam und den FC Barcelona nach (spielübergreifenden) 0:3-Rückständen noch weiterkommen. Wer braucht da für die Erfolge für RWO und Patzer für Viktoria an den letzten zwei Spieltagen eigentlich noch Fußball-Wunder?

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