Fußball-Niederrheinpokal

RWE-Stürmer Kefkir ist vor Pokalspiel „heiß wie Frittenfett“

Oguzhan Kefkir von Rot-Weiss Essen

Oguzhan Kefkir von Rot-Weiss Essen

Foto: Thorsten Tillmann / FUNKE Foto Services

Die Essener wollen am Freitag Revanche nehmen für die 0:2-Halbfinalniederlage im April gegen den KFC Uerdingen. Trainer Titz hat alle an Bord.

Die Temperaturen fallen allmählich Richtung Herbst – nur rund um die Hafenstraße steigt das Pokalfieber stündlich an. Denn am Freitagabend unter Flutlicht (19.30) empfängt Regionalligist Rot-Weiss Essen den Drittligisten KFC Uerdingen zum absoluten Pokalkracher der zweiten Runde.

Die Paarung kommt einem bekannt vor: Noch am 2. April trafen sich beide an selber Stätte im Halbfinale dieses Wettbewerbs, die Rot-Weissen boten einen großen Kampf, scheiterten aber etwas unglücklich mit 0:2. Oben in einer der Logen saßen damals die potenziellen Neuzugänge Dennis Grote und Marco Kehl-Gomez und atmeten in diesem Moment „Hafenstraße pur“. Und sollten beide vor der Partie noch gezweifelt haben, ob RWE die richtige Entscheidung für sie sei – an diesem Abend schlug das Pendel wohl eindeutig zu Rot-Weiss aus.

Kehl-Gomez verfolgte es in der Loge

„So schnell geht es im Fußball, das war mein erster Eindruck von Essen, und da konnte ich mir schon ausmalen, wie es sein wird“, erinnert sich der heutige RWE-Kapitän noch gerne zurück. Am Freitag wird er das Ganze maßgeblich auf dem Rasen verfolgen – auf welcher Position wird sich zeigen. In Oberhausen begann er in der Mittelfeldkette, rückte nach der Pause eine Reihe nach hinten. „Das ist nicht ungewohnt für mich, ich spiele auf beiden Positionen gerne und passe mich schnell an“, so Kehl-Gomez. Dabei sein ist alles. Und die eigenen Erwartungen sind hoch: „Die Bude wird brennen am Freitag, wir spielen zu Hause, das ist vollkommen machbar“, schickt der Kapitän eine klare Kampfansage Richtung Grotenburg.

Bei RWE-Coach Christian Titz klingt das Ganze ein wenig vorsichtiger, aber auch er weiß um die Chance seines Teams: „Es ist für uns wahrlich kein Bonusspiel, sondern ein echter Pokalfight. Und wenn man in diesem Wettbewerb weit kommen will, dann muss man im Verlauf auch die großen Kaliber schlagen können.“ Dass diese Partie allerdings mindestens ein Halbfinale geziert hätte, versteht sich von selbst. Aber der Augenblick zur Revanche erscheint günstig.

Essens Selbstbewusstseins-Konto ist nach dem Derbysieg in Oberhausen prall gefüllt, die Uerdinger stehen nach einem Sieg aus den ersten sieben Spieltagen auf einem Abstiegsplatz, zuletzt gab es eine schmerzhafte 1:2-Niederlage gegen Eintracht Braunschweig. Danach herrschte die übliche Fluktuation: Ex-Bundesligaprofi Stefan Aigner – er traf im April zum 1:0 – und der Däne Andreas Maxsö, vom FC Zürich gekommen, haben die Grotenburg schon wieder verlassen, dafür verpflichtete der KFC den Niederländer Tom Boere vom Erstligisten Twente Enschede. Nicht zuletzt dessen verweist Titz darauf, dass es sich bei den Gästen um Spieler mit individueller Klasse handelt.

KFC-Trainer Heiko Vogel schon unter Erfolgsdruck

Aber nach der Misserfolgsserie kann sich Trainer Heiko Vogel ausrechnen, was ihm bei einem Pokalscheitern blüht, Uerdingens rubelschwerer Boss Mikhail Ponomarev gilt als ausgesprochen entscheidungsfreudig, gerne auch schon zur Halbzeitpause. Die Essener dagegen gehen mit „voller Kapelle“ in diese Partie, und Trainer Titz muss diesmal auch keine grausamen Tribünen-Entscheidungen treffen, im Pokal darf die Ersatzbank angebaut werden. Und wenn sich der Chefcoach auch bei der Aufstellung nicht in die Karten schauen lässt, an Oguzhan Kefkir wird er wohl nicht vorbeigreifen. Der Trainer über den Ex-Uerdinger: „Der ist heiß wie Frittenfett!“ Und wer will so einen schon neben sich auf der Ersatzbank sitzen haben?

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