Fußball

Rot-Weiss Essen macht um Sportdirektor ein Geheimnis

Lukas Scepanik mit Kopfverband und Mannschaftsarzt Martin MosenFoto: Michael Gohl

Lukas Scepanik mit Kopfverband und Mannschaftsarzt Martin MosenFoto: Michael Gohl

Essen.   RWE kämpft am Samstag zu Hause gegen BVB II um Punkte. Doch mindestens so spannend ist die Frage: Wer wird Sportlicher Leiter?

In dieser Saison wird sich an der Hafenstraße aus sportlicher Sicht nichts mehr grundlegend ändern. Für Rot-Weiss Essen geht es nur noch darum, eine höchst mittelmäßige Spielzeit „vernünftig“ zu Ende zu bringen, um in der Regionalliga-Tabelle noch ein bisschen nach oben zu klettern. Das würde sich optisch gut machen und ein Stimmungsaufheller wäre es auch.

An diesem Samstag ist die U23 von Borussia Dortmund zu Gast (15 Uhr, Hafenstraße), ein Gegner, dem man zu Saisonbeginn ebenfalls mehr zugetraut hatte als den aktuellen Platz sechs. Insofern könnte es einen interessanten Vergleich geben. Hoffentlich, darf man wohl aus Essener Sicht sagen, denn schon zweimal in dieser Spielzeit trafen diese beiden Teams aufeinander und beide Male bekamen die Essener eine bittere Abfuhr.

Schon zwei deftige Niederlagen gegen Dortmunds U23 in dieser Saison

Im Hinspiel Anfang November hatte der BVB unter anderem die erfahrenen Profis Shinji Kagawa, Sebastian Rode und das millionenschwere schwedische Talent Alexander Isak aufgeboten. 5:0 hieß es am Ende für die Schwarz-Gelben. In einem Testspiel im Januar kassierte Rot-Weiss ein sattes 0:4. „Das allein sollte für uns Motivation genug sein“, findet Sportdirektor Jürgen Lucas.

Allerdings ist RWE – wie so oft in dieser Spielzeit – weit davon entfernt, die Wunsch-Elf aufbieten zu können. Dass Harenbrock, Bichler, Wegner, Zeiger und Freiberg ausfallen, war ja bereits klar. Kevin Grund (Knieprobleme) wird Samstag vermutlich die Verletztenliste komplettieren. Immerhin wird Lukas Scepanik mit einem Kopfschutz spielen können, und Jonas Erwig-Drüppel gehört ebenfalls zum Aufgebot.

Erwig-Drüppel und Scepanik gehören zum Aufgebot

Sechs Spieltage sind es noch, doch die Pläne für die kommende Saison sind längst erstellt. Zu diesem Zeitpunkt sollte das selbstverständlich sein, gleichwohl muss sich RWE-Chef Marcus Uhlig immer wieder erklären: Nein, man schlafe keineswegs, sondern arbeite im Hintergrund hart an einer erfolgreicheren Zukunft. „Keine Sorge, die Vorbereitungen auf die neue Saison laufen auf Hochtouren.“

Zwei potente Partner haben die Rot-Weissen gefunden, die mit einer siebenstelligen Investition den Verantwortlichen Planungssicherheit geben und den Handlungsspielraum erheblich vergrößern. Die beiden Geldgeber blieben lange im Verborgenen. Die Öffentlichkeit wusste, da gibt es jemanden, aber Namen wurden erst später nachgereicht – den besonderen Umständen geschuldet.

Gleiches passiert nun mit dem Sportlichen Leiter in spe. Auch der steht fest, dennoch schweigen sich die Verantwortlichen darüber aus. Warum? Nun, möglicherweise steckt der gute Mann ja noch in Vertragsverhältnissen fest. Und die Situation muss wohl so sensibel sein, dass ein vorzeitiges Outing eher kontraproduktiv wäre.

Ein ungewöhnliches Prozedere

Rot-Weiss hält also auch in diesem Fall dicht, und dass nichts an die Öffentlichkeit dringt, ist ja grundsätzlich positiv zu beurteilen, weil sich alle offenbar strikt an die Abmachung halten. Aber möglich ist auch, dass nur ganz wenige eingeweiht sind, wer da bald sportlich das Zepter schwingt. Trainer Karsten Neitzel hat auf Frage dieser Redaktion jedenfalls gesagt, dass er den Neuen noch nicht kenne. So unwahrscheinlich ist das nicht.

Natürlich redet der künftige Sportliche Leiter bei den Rot-Weissen bereits mit und bringt seine Ideen ein, alles andere ist nur schwer vorstellbar und wäre höchst fahrlässig. Die Fäden laufen vermutlich bei RWE-Chef Marcus Uhlig zusammen, der als Zentrale die Infos weiterleitet – an Jürgen Lucas und Karsten Neitzel und umgekehrt, denn der Trainer dürfte ebenfalls Vorschläge und klare Vorstellungen haben. Die Verhandlungen wiederum führen Lucas und Neitzel – sicherheitshalber.

Ein sehr ungewöhnliches Prozedere und für alle Beteiligten wohl auch nicht ganz einfach. Aber Hauptsache ist ja, es funktioniert.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben