Niederrheinpokal-Finale

Warum der Pokalsieg für RWE gegen den MSV so wichtig wäre

Geschafft: Rot-Weiss Essen bejubelt den 3:2-Sieg im Halbfinale gegen den Wuppertaler SV.

Foto: Thorsten Tillmann / FUNKE Foto Services

Geschafft: Rot-Weiss Essen bejubelt den 3:2-Sieg im Halbfinale gegen den Wuppertaler SV. Foto: Thorsten Tillmann / FUNKE Foto Services

Essen.   Zum Saisonende ist das Finale im Niederrheinpokal ein Höhepunkt: Rot-Weiss Essen will den Pott verteidigen, doch der MSV Duisburg ist Favorit.

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Der Punktekampf ist beendet, die Saison allerdings noch nicht ganz. Die Rot-Weissen wissen das, der MSV Duisburg ebenfalls. Am kommenden Donnerstag ist noch einmal High Noon. Um 17 Uhr wird das Finale im Niederrheinpokal an der Hafenstraße angepfiffen. Ein Duell, das für Gänsehaut-Momente gut sein dürfte.

Die „Hütte“ in Essen wird voll sein bis unters Dach, 18 500 Fans fiebern dem Pokalhit entgegen, ein paar Karten gibt es aber noch. Und die Luft wird flirren, weil die Protagonisten heiß sind auf den silberfarbenen Pott. Der Titelverteidiger RWE möglicherweise noch ein bisschen mehr als der MSV, der ja am vergangenen Wochenende den Meistertitel in der 3. Liga feiern durfte und mit der Rückkehr in die Zweitklassigkeit sein wichtigstes Saisonziel erreicht hat.

Die Rot-Weissen haben die Regionalliga als Tabellenfünfter beendet. Gut, aber für viele Fans nicht gut genug, weil sie von ihrer Mannschaft erwartet hatten, dass sie zumindest eine Zeit lang ganz oben mitmischen würde. Insofern könnte ein Triumph im Pokalwettbewerb, erst recht gegen diesen Revier-Rivalen, für vieles entschädigen und die Stimmung an der Hafenstraße merklich aufhellen.

MSV hat schon "Double"-Shirts bestellt

Rein sportlich hat der Vergleich ein wenig an Bedeutung verloren. Dadurch dass die Duisburger automatisch für die Hauptrunde im DFB-Pokal qualifiziert sind, ist vor dem Anpfiff klar, dass RWE in der kommenden Saison im nationalen Pokal-Wettbewerb ebenfalls mit den „Großen“ spielen darf. Damit ist dem Viertligisten eine Prämie von rund 150 000 Euro sicher, die den Verantwortlichen bei Planung der nächsten Spielzeit nicht unerheblich weiterhelfen wird.

Aber solche materiellen Gedanken werden sie am Donnerstag ausblenden. Rot-Weiss ist entschlossen, die Spielzeit mit einem Erfolgserlebnis zu beenden. Der Fokus ist längst justiert. „Man hat in Sprockhövel gespürt, dass die Jungs dieses Pokalspiel schon mehr im Kopf hatten als das Spiel, das gerade lief“, sagt RWE-Trainer Sven Demandt. „Und ich gehe davon aus, dass die Duisburger das Spiel sehr ernst nehmen werden und unbedingt gewinnen wollen.“ Obwohl sie den Titelgewinn ausgiebig gefeiert haben. Nach der Feier am Sonntag im Duisburger Rathaus gab Trainer Ilia Gruev seinen Spielern bis Dienstagnachmittag frei, damit sie sich erholen können.

Es heißt, dass MSV-Geschäftsführer Peter Mohnhaupt bereits 1000 Shirts mit „Double“-Aufdruck in Auftrag gegeben hat. „Die Essener sollen ruhig Angst vor uns haben“, sagte er mit einem Augenzwinkern, aber auch mit der Gewissheit, dass die Gastgeber ganz sicher nicht verschüchtert auflaufen werden. Angst, nein, die gibt es nicht. Gleichwohl weiß Trainer Sven Demandt: „Es ist ein harter Brocken. Die Duisburger haben eine starke Saison gespielt, sie waren zuletzt gut drauf und haben viele Tore gemacht.“ Mit dem Aufstieg seien es im Prinzip ja sogar zwei Klassen Unterschied zischen den beiden Teams. „Aber wir werden alles dafür tun, dass das so nicht ersichtlich ist.“ Schließlich träumt ganz RWE von dem magischen Moment nach Schlusspfiff: „Den Pokal würde ich schon gerne hochstemmen“, sagt Demandt, „Das wäre eine Riesensache.“

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