Regionalliga

RWE gewinnt gegen Wuppertaler SV mit Last-Minute-Treffer

Wuppertals Daniel Grebe im Duelll Kevin Grund

Wuppertals Daniel Grebe im Duelll Kevin Grund

Foto: Stefan Rittershaus

Wuppertal.  Regionalligist Rot-Weiss Essen rückt mit schmeichelhaftem 2:1 Auswärtssieg in Wuppertal näher an die Tabellenspitze heran.

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Der VfB Homberg hatte tags zuvor mit dem 1:0-Sieg über Tabellenführer SC Verl die Steilvorlage geliefert - und Rot-Weiss Essen konnte sie tags darauf tatsächlich in letzter Sekunde nutzen: Hedon Selishta drückte den Ball über die Linie zum letztlich schmeichelhaften 2:1-Auswärtssieg beim Wuppertaler SV, dem ersten in einem Punktspiel seit 33 langen Jahren.

RWE-Trainer Titz ändert die Aufstellung kaum

Bevor die Partie los ging, waren zwei Akteure bei den Gästen schon durch die “Härtefall-Regelung” gefallen: Jonas Erwig-Drüppel und Enzo Wirtz, zwei mit WSV-Vergangenheit, die in letzter Zeit auch wussten, wo in Wuppertal die Tore stehen, waren gar nicht erst im Kader. Sicherlich Riesen-Enttäuschung bei den beiden. RWE-Trainer Christian Titz beließ es ansonsten bis auf eine Ausnahme bei der Startaufstellung vom Lotte-Spiel: Für den gesperrten Dennis Grote rückte Jan Neuwirt auf seine Position.

Die Partie begann wie erwartet mit hohem Einsatz auf Seiten der Gastgeber, manche übertrieben es gar. Schon nach fünf Minuten zückte Schiedsrichter Maibaum das erste Mal Gelb: Daniel Grebe hatte Marco Kehl-Gomez böse am Fußgelenk getroffen. Die Essener legten sich in Ruhe den Gegner zurecht und ließen den Ball in die Breite laufen, aber Wuppertal machte die Räume mit hoher Laufbereitschaft wett.

Wuppertal geht in Führung

Nach elf Minuten spielte Oguzhan Kefkir endlich einmal vortrefflich in die Gasse, doch Kehl-Gomez scheiterte aus kurzer Distanz an der Fußabwehr an WSV-Keeper Niklas Lübcke. Vier Minuten später versuchte es Kefkir aus 25 Metern selbst, doch Lübcke konnte zur Ecke klären.

Die Gastgeber näherten sich mit einfachen schnellen Pässen in die Spitze dem RWE-Tor. Plötzlich tauchte Gianluca Marzullo aus acht Metern frei vor Torhüter Golz auf, traf die Kugel aber noch nicht richtig. Das holte er allerdings nur zwei Minuten später nach: Über zwei Stationen kamen die Wuppertaler vors Tor und Marzullo zog aus 22 Metern halbrechts unhaltbar ab: 1:0 - im Gästeblock wurde es merklich ruhiger, die letzten Ligapartien im Stadion am Zoo (0:3 und 1:3) waren noch in bester Erinnerung.

Wuppertaler Führung beeindruckt RWE

RWE war durchaus geschockt, die Angriffsaktionen enthielten kaum Überaschungsmomente, das Selbstbewusstsein in Einzelaktionen war auch überschaubar. Neuwirt (36.) schoss aus 25 Metern hoch und weit Richtung Elefantengehege - da war schon ein wenig Einfallslosigkeit dabei. Fahrt nahm die Partie erst kurz vor dem Halbzeitpfiff auf: Erst verfehlten Kefkir und Marcel Platzek die abgefälschte Hereingabe von David Sauerland um Zentimeter, dann fuhr der prächtig reagierende Lübcke gegen einen 18-Meter-Effetschuss von Kefkir die Pranke aus - das hätte noch vor der Pause der Ausgleich sein können.

Davon blieben die Essener auch in der Viertelstunde nach dem Wechsel noch weit entfernt. Kehl-Gomez (59.) kam fast vom Punkt aus an den Ball, aber der Schweizer hat nun mal keine Stürmerqualitäten. Die hatte Marcel Platzek eine Minute später: Ecke Kefkir, und der RWE-Angreifer nahm den Ball volley: 1:1 - wenigstens das.

Nun bekam die aufopferungsvoll kämpfende WSV-Abwehr wieder mehr Arbeit. Der eingewechselte Hamdi Dahmani setzte aus 14 Metern einen Seitfallschuss an, bekam aber keinen Druck auf den Ball (64.) und Kehl-Gomez setzte seinen Schrägschuss nur aufs Netz (67.).

Iniative für die Schlussviertelstunde

Für die Schlussviertelstunde wollte RWE-Coach Titz noch einmal neue Verhältnisse im Angriff schaffen, für Torschütze Platzek kam Jan-Lucas Dorow, Dahmani rückte in vorderste Position. Aber die große Schlussoffensive des Favoriten blieb aus, die Wuppertaler verteidigten mit großer Leidenschaft den einen Punkt.

Bis zur letzten Minute: Ein letzter verzweifelter Flankenlauf von Sauerland, in der Mitte traf Dahmani nicht richtig, aber der Ball fiel dem eingewechselten Selishta vor die Füße, der zum nicht mehr für möglich gehaltenen 2:1 eindrückte. Die Gastgeber waren fassungslos. “Der RWE ist wieder da”, skandierte die Gästekurve nach Abpfiff. Na ja, zumindest das Matchglück ist zurück…..

Wuppertaler SV - RW Essen 1:2 (1:0)

RWE: Golz, Sauerland, Heber, Hahn, Grund (39. Endres), Neuwirt, Conde (85. Selishta), Kehl-Gomez, Krasniqi (57. Dahmani), Kefkir, Platzek (73. Dorow).

Tore: 1:0 Marzullo (20.), 1:1 Platzek (60.), 1:2 Selishta (90.+6)

Zuschauer: 4595

Der Live-Ticker zum Nachlesen:

Wuppertal - Essen 1:2
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