Regionalliga

RWE muss Platz in der Spitzengruppe räumen - 0:2 in Aachen

Essen.  Rot-Weiss kehrt ohne Punkte heim nach Essen. Gegen Alemannia Aachen gab es am Samstag eine 0:2-Niederlage in der Fremde.

Der dritte Sieg in Serie war dann wohl doch zu viel verlangt: Mit einer 0:2-Niederlage bei Alemannia Aachen musste Rot-Weiss Essen seinen Platz in der Spitzengruppe wieder räumen und tauschte mit den ewigen Rivalen die Plätze. Am Ende blieb das Team von Trainer Karsten Neitzel -- obendrein stark ersatzgeschwächt - im Angriff zu harmlos, um ernsthaft aus der Printenstadt etwas mitnehmen zu wollen.

Der Tivoli empfing die Gäste aus Essen bei strahlendem Sonnenschein. Aber das war es auch schon mit den angenehmen äußeren Umständen. Neben den “Pokal-Verlusten” Lucas Scepaniak und Max Wegner gesellte sich auch noch Kevin Freiberger dazu. Der Stürmer stand wegen muskulärer Probleme gar nicht im Kader. Und nach 14 Spielminuten gesellte sich auch noch Philipp Zeiger dazu, der saß plötzlich auf dem Boden und signalisierte gleich auswechseln. Mit dickem Verband und vermutlich einem Muskelfaserriss im hinteren Oberschenkel humpelte er vom Platz, für ihn kam Boris Tomiak.

Zu diesem Zeitpunkt lagen die Alemannen schon in Führung, schon der erste Versuch saß: Robin Garnier flankte von rechts und in der Mitte hatte Blendi Idrizi freien Raum, schulmäßig stieg er zum Kopfball hoch und vollendete ins lange Eck: 1:0 (3.).

Die Gäste zeigten sich recht unbeeindruckt und diktierten in der Folgezeit dennoch das Spiel, bei dem sich Benni Baier zeitweise als zweite Sturmspitze versuchte. Was fehlte, war die Durchschlagskraft in der letzten Reihe, wo Max Wegner mit seiner Laufarbeit der letzten Wochen schmerzlich vermisst wurde.

So blieben die Chancen im überschaubaren Bereich: Marcel Platzek köpfte nach einer Grund-Ecke neben das Tor (5.), in der 24. Minute versuchte es Baier nach einer Grund-Vorlage aus der Drehung - auch der ging knapp daneben. Etwas überraschend dann konnten die Aachener ihre Führung ausbauen: Robin Garnier zog aus 18 Metern einfach mal ab, vom Innenpfosten klatschte die Kugel über die Linie, Heller hatte nur das Nachsehen (32.). Vier Minuten zuvor hatte es Garnier schon mal versucht, da ließ Essens Keeper gefährlich nach vorne abprallen. In der 43. Minute war er fast noch einmal geschlagen, aber Dimitri (!) Imbongo, der sich energisch durchsetzte und frei vor ihm auftauchte, setzte den Ball neben den langen Pfosten.

Neitzel muss an der Offensive arbeiten

So blieb es beim 0:2 zur Pause, was dem Spielverlauf nach auch schon zu üppig aus Gästesicht ausfiel. Die zweite Halbzeit begann mit einer kuriosen Szene: Marcel Platzek, der sich endlich einmal im Zweikampf von seinem Gegenspieler lösen konnte, stoppte urplötzlich ab und nahm den Ball in die Hand. Schiedsrichter gab wegen Handspiels Freistoß für Aachen. Der RWE-Stürmer hatte einen Pfiff gehört. Sachen gibts.

Jedenfalls reifte in diesem Moment bei Trainer Karsten Neitzel die Erkenntnis, noch mehr für die Offensive tun zu müssen. Er nahm nach knapp einer Stunde Nico Lucas vom Feld und brachte Ismail Remmo, der fortan auf der Zehner-Position für Grund agierte.

Auf der Gegenseite fiel aber fast das 3:0, nach einer Ecke köpfte Alexander Heinze nur hauchzart am kurzen Pfosten vorbei. Die Gastgeber hatten nur wenige, dafür aber erlesene Chancen.

Nach 75 Minuten gab es ein Geburtstagsgeschenk: Für Timo Becker kam Tolga Cokkosan nach langer Verletzungspause ins Spiel, der somit auf dem Feld seinen 24. Geburtstag feierte. Da in der Schlussviertelstunde auf dem Rasen herzlich wenig passierte, schafften sich die Fans einen Nebenschauplatz. Aachener “Fans” versuchten bis zum Gästeblock vorzudringen, wurden aber vom Sicherheitspersonal und einer Polizeieinheit zurück gehalten. Auch Aachens Geschäftsführer Martin vom Hofe eilte im Spurt zum neuralgischen Punkt. So schnell hatte man den Ex-Marketingchef der Rot-Weissen gar nicht in Erinnerung….

Alemannia Aachen - RWE 2:0 (2:0)

  • RWE: Heller, Heber, Zeiger (14. Tomiak), Korczowski Wirtz, Lucas (57. Remmo), Brauer, Baier, Grund, Becker (75. Cokkosan), Platzek.
  • Tore: 1:0 Idrizi (3.), 2:0 Batarilo (32.)
  • Zuschauer: 9000
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