RWE

Der „alte“ Platzek trifft wieder und lässt RWE aufatmen

Verlädt seine Gegenspieler wieder wie in alten Zeiten: RWE-Torjäger Marcel Platzek (rechts).

Verlädt seine Gegenspieler wieder wie in alten Zeiten: RWE-Torjäger Marcel Platzek (rechts).

Foto: Thorsten Tillmann/FFS

Essen.  Nach seiner Formkrise nach langer Verletzungspause ist der Torjäger wieder auf dem Weg zur Bestform. Nebenleute wie Kefkir füttern ihn.

Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen hat mit der 4:6-Niederlage am Wochenende beim Südwest-Liganachbarn FC Homburg den ersten Dämpfer in der Vorbereitung erhalten. Dennoch stieg Marcel Platzek einigermaßen zufrieden zur Rückfahrt in den Mannschaftsbus. Wer drei Treffer erzielt und bei zwei weiteren Versuchen am Aluminium scheitert, der kann nicht wirklich mit sich hadern – Mannschafts-Ergebnis hin oder her.

Seit RWE in die Vorbereitung gestartet ist, trifft und triff „Platzo“ wieder, was alte wie neue sportliche Verantwortliche gleichermaßen erfreut, war man nach den Eindrücken aus der Vorsaison doch ein wenig besorgt, ob der inzwischen 29-Jährige das alte Leistungsniveau noch einmal wird erreichen können. Am meisten erleichtert ist der altgediente Torjäger der Hafenstraße natürlich selbst: „Ich wollte der Mannschaft damals unbedingt helfen, das ist mir nicht so gelungen. Ich habe das echt unterschätzt, war vorher ja noch niemals so lange verletzt. Als ich dann schließlich zurückkam, hat mir doch einiges gefehlt, von der Kondition bis zur Spritzigkeit“, meint der Vollblutstürmer heute im Rückblick selbstkritisch.

Das alte Selbstvertrauen ist zurück

Aber nun ist er wieder da, das alte Selbstvertrauen gipfelt in der Aussage: „Ich weiß, was ich kann.“ Und die Fans sehen es wieder: Tor gegen den FC Kray, zwei Treffer gegen den ETB Schwarz Weiß, nun drei gegen Homburg – in diesem Rhythmus darf es ruhig weitergehen. RWE-Coach Christian Titz, sonst eher zurückhaltend in Sachen Einzellob, nahm es auch schon erleichtert zur Kenntnis: „Die Art und Weise, wie er sich von seinem Gegenspieler löst und sich Freiräume erarbeitet, gefällt mir.“

Platzek weiß sich dabei natürlich auch der Unterstützung der Kollegen sicher: „Bis jetzt werde ich ja auch gut gefüttert“, meinte er mit einem Seitenblick auf Stürmerkollege Oguzhan Kefkir. Konkurrenz belebe zwar das Geschäft, aber noch wichtiger ist das Zusammenspiel. „Wir haben uns mit den Neuen von Anfang an blendend verstanden, nun kommt es darauf an, dass wir auch auf dem Platz eine Einheit werden“, so der Alt-Stürmer.

Oguzhan Kefkir spielt sehr uneigennützig

Platzek muss sich nun auch nicht mehr die Bälle an der Mittellinie abholen, sondern kann auf die Arbeit seiner Zulieferer warten. Da spielt der Ex-Uerdinger Kefkir schon nach den ersten Testspielen eine gewichtige Rolle. „Mir ist es egal, ob ich selbst das Tor erziele oder die Vorlage dazu gebe, das ist ja auch fast wie ein Tor“, meint der 27-jährige Linksaußen, der über Bochum, Aachen, BVB II, Aalen und Uerdingen nun den Weg nach Essen fand. „Ich kenne ja schon viele Spieler hier, von daher war es für mich einfach, mich hier einzufinden.“ Mit seiner Technik, seiner Schusskraft bei Standards sowie seiner auffällig engen Ballführung hat er sich längst in die Herzen der RWE-Fans gespielt.

Und die Fans dürfen nach seiner Meinung einiges erwarten: „Ich bin positiv vom Team und vom Umfeld überrascht und freue mich auf die Saison. Jetzt gilt es noch umzusetzen, was wir uns im täglichen Training erarbeiten, dann werden wir auch erfolgreich sein“, sieht Kefkir durchaus Parallelen zu seiner Uerdinger Zeit, die bekanntlich mit dem großen Ziel Aufstieg endete.

Was ihn bei seinem ersten Heimspiel an der Hafenstraße erwartet, das weiß der gebürtige Wuppertaler natürlich aus eigener Erfahrung: „RWE ist für mich kein Unbekannter, ich komme ja von um die Ecke und kenne die einzigartige Stimmung hier. Jetzt bin ich allerdings erleichtert, dass ich sie als RWE-Spieler kennen lernen darf“, sagt er und lacht vielsagend. Jeder weiß, warum.

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