Fußball-Regionalliga

Am Ende machte es RWE noch gnädig mit Oberhausen

Oberhausen.  Beim hochverdienten 3:0-Sieg im Niederrheinstadion war sogar ein noch höherer Triumph möglich. Mit Enzo Wirtz wurde der Erfolg eingewechselt.

RW Oberhausen – Rot-Weiss Essen 0:3 (0:0)
RWE:
Lenz, Grund (71. Neuwirt), Hahn, Heber, Sauerland (46. Wirtz), Grote, Kehl-Gomez, Condé, Kefkir, Dorow (79. Dahmani), Endres (66. Adetula).
Tore: 0:1, 0:2 Wirtz (51. und 54.), 0:3 Adetula (80.).
Zuschauer: 9674.

Fast versonnen saß André Helf noch lange nach Spielschluss auf seinem Haupttribünen-Platz und genoss das Treiben vor der Gästekurve, wo sich die RWE-Mannschaft für ihren hochverdienten 3:0-Sieg feiern ließ und gar nicht mehr das Niederrheinstadion verlassen wollte. Seit 2012 hatten die Rot-Weissen beim großen Rivalen nicht mehr den Sieg davon getragen – es wurde wirklich höchste Zeit. „Dieser Erfolg wird seine nachhaltige Wirkung zeigen“, ist der RWE-Aufsichtsratschef für den weiteren Saisonverlauf sehr optimistisch. Die Fans sowieso.

RWE ging fahrlässig mit den Großchancen um

Denn eigentlich war es erstaunlich, wie leicht dieser Auswärtssieg bei sonst immer unbequemen Oberhausenern eingefahren wurde. „Der 3:0-Sieg ist hochverdient, wenn man bedenkt, wie fahrlässig wir in der Chancenverwertung waren“, fasste RWE-Coach Christian Titz das Geschehen anschließend zusammen. Das war der eine Kritikpunkt des Trainers, der zweite, „wie wir nach gutem Start nach 20 Minuten immer zerfahrener im Spiel wurden und Oberhausen besser rein kam.“

Aber auch da hätten die Gäste bereits in Führung liegen können: Nach punktgenauer Flanke des wieder einmal überragenden Dennis Grote (12.) schaffte es Jan-Lucas Dorow aus drei Metern nicht, RWO-Keeper Daniel Davari per Kopfball zu überwinden. Essens kleine Nummer 10 hat nun mal seine Stärken am Fuß. Auch Marco Kehl-Gomez, der wieder für Daniel Heber die Innenverteidiger-Position räumte, zeigte bei seinem Schussversuch (24.) mit dem Innenrist von der Strafraumlinie, dass er seine Stärken gegen den Ball hat. Den Vogel schoss aber Joshua Endres direkt vor dem Pausenpfiff ab: Perfekt bedient vom durchbrechenden Oguzhan Kefkir jagte er die Kugel aus spitzem Winkel hoch am Tor vorbei.

Trainer Titz stellte in der Halbzeit um

Malträtierte RWE-Boss Marcus Uhlig zur Halbzeit noch sein Kaugummi, so entspannten sich seine Gesichtszüge schnell nach der Pause. Denn nun spielten nur noch seine Rot-Weissen. Trainer Titz hat in dieser Saison einfach ein goldenes Händchen: Er stellte um, orderte Kehl-Gomez zurück in die Abwehr und brachte für den gelb-rot gefährdeten Sauerland, der bis dahin eine starke Partie auf rechts bot, Edeljoker Enzo Wirtz. Nachdem Endres (49.) nochmal den Pfosten traf holten die Essener den Doppel-Schocker heraus: Kefkirs Schuss (51.) prallte ab, aber Wirtz war zur Stelle. Erstaunlicher noch sein 2:0 nur drei Minuten später: Gegen die RWO-Riesen Propheter und Löhden hätte er bei einer Grund-Ecke in der Luft noch seine Verwandten grüßen können, ehe er in den Winkel einköpfte. Das hatte Qualität.

Qualitäten, die die Oberhausener an diesem Nachmittag nicht hatten. Obwohl noch gut eine halbe Stunde zu spielen war, waren die Gastgeber damit faktisch erledigt, bis auf ein paar Verzweiflungsschüsse aus der Distanz brachte das Terranova-Team nichts zustande. „Wenn du gegen so eine Mannschaft mit 0:2 hinten liegst, ist es schwer, total auf zu machen. Und dann ist es auch ein Stück weit Schussqualität, wenn du so daneben zielst“, ging Terranova anschließend mit seinem Team ins Gericht.

Am Ende konnten die Kleeblätter sich glücklich schätzen, dass es beim 0:3 durch den ebenfalls eingewechselten Ayodele Adetula (80.) per strammem Flachschuss blieb. Ein weiterer Versuch von Kefkir landete am Pfosten, den Hattrick von Wirtz verhinderte ein RWO-Abwehrbein auf der Linie. Aber auch so waren die Oberhausener bedient, auch für sie könnte das Spiel nachhaltige Wirkung haben.

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