SG Wattenscheid 09

Wattenscheid stellt jetzt selber einen Insolvenzantrag

Kann sich momentan nur noch an den Kopf fassen: Josef Schnusenberg.

Kann sich momentan nur noch an den Kopf fassen: Josef Schnusenberg.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Essen.  Wattenscheid hat einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Bochum eingereicht. Aufsichtsratsmitglied Schnusenberg: "Es ging nicht mehr anders."

Am Freitagabend hat sich SGW-Aufsichtsratsmitglied Josef Schnusenberg vor die Mannschaft gestellt und Trainer Farat Toku sowie seinen Schützlingen mitgeteilt, dass der Regionalligist am Donnerstag offiziell einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Bochum eingereicht hat.

Schnusenberg erklärt das Vorgehen

"Die Krankenkasse hat zuerst einen Insolvenzantrag gestellt. Dann kam das Finanzamt. Um das ganze Verfahren zu beschleunigen habe ich am Donnerstag in Absprache mit meinen Aufsichtsratskollegen beim Amtsgericht Bochum Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit beantragt", bestätigt der ehemalige Schalke-Präsident Informationen von Reviersport.


Schnusenberg erklärt das Prozedere: "Jetzt kommt ein Gutachter, der alles prüft. Wir werden da eine erstaunliche Insolvenzmasse vorfinden. Da bin ich mir sicher. In der Regel wird dieser Gutachter dann auch zum vorläufigen und endgültigen Insolvenzverwalter bestimmt. Wir wollen mal gucken, wohin das hingeht. Ich denke, dass da auch einige Leute Probleme kriegen werden, die in der Vergangenheit versäumt hatten, einen Insolvenzantrag zu beantragen. Auch wenn eine Insolvenzverschleppung schwierig ist nachzuweisen."

"Es ging nicht mehr anders"

Schnusenberg betont, dass dieser Schritt vollzogen werden musste. "Es ging nicht mehr anders", sagt er. Dass sich jemand vor die Mannschaft gestellt hat, sieht der Steuerberater als seine Pflicht an. "Es musste mal jemand mit der Mannschaft sprechen und klar sagen, was los ist. Diese Gelegenheit habe ich genutzt. Die Mannschaft war nicht geschockt, weil viele damit gerechnet haben. Aber sie waren froh, dass überhaupt mal jemand mit ihnen redet."


Im Falle eines Insolvenzverfahrens werden der SG Wattenscheid 09 neun Punkte abgezogen.

Am Mittwoch berichtete diese Redaktion bereits, dass die Techniker Krankenkasse (TK) Insolvenzantrag gegen den Traditionsverein gestellt hat. Nach Insolvenzordnung ist das rechtens, "wenn der Gläubiger ein rechtliches Interesse an der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat und seine Forderung und den Eröffnungsgrund glaubhaft macht".

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