Kommentar

Die SG Wattenscheid ist vor allem an sich selbst gescheitert

Dem hochklassigen Fußball im Lohrheidestadion droht das Aus.

Dem hochklassigen Fußball im Lohrheidestadion droht das Aus.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Essen.  Seit Jahren taumelte der Traditionsklub Wattenscheid 09 von einer Krise in die nächste. Der Klub blieb ein Fass ohne Boden. Ein Kommentar.

Was waren das noch für Zeiten, als die SG Wattenscheid 09 Anfang der 90er für vier Jahre mit Akteuren wie „Samy“ Sané und Marek Lesniak die Bundesliga aufmischte. Der kleine Verein aus dem Bochumer Westen ärgerte selbst den FC Bayern München, dessen Manager Uli Hoeneß die Wattenscheider einst als „das Schlimmste, was der Bundesliga passieren konnte“, bezeichnete.

Traurige Nachricht für Nostalgiker

25 Jahre später reicht es nicht einmal mehr für Regionalligafußball in Wattenscheid. Das ist für alle Nostalgiker und Freunde der Fußballtradition eine traurige Nachricht – überraschen kann sie aber niemanden mehr.

Kein Jahr verging zuletzt ohne Existenzängste und ausbleibende Gehaltszahlungen an der altehrwürdigen Lohrheide. Kooperationen mit Galatasaray Istanbul oder einem dubiosen Start-up-Unternehmen, das aus Wattenscheid den „digitalisiertesten“ Verein Europas machen wollte, verpufften genauso schnell, wie sie zustande kamen.

Vergebliche Rettungsversuche

Nicht einmal zwölf Monate ist es her, dass eine Crowdfunding-Kampagne den Verein retten musste. Noch im Sommer trat Schalke 04 zu einem Retterspiel an. Immer wieder gab es neue Spendenaufrufe. Genützt hat alles nichts, die Verantwortlichen bekamen die Situation nicht unter Kontrolle. Der Klub blieb ein Fass ohne Boden.

Jetzt wurde die Reißleine gezogen. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Die Jugendabteilung soll bestehen bleiben, der Verein würde gerne im nächsten Sommer in der Oberliga spielen. Es wäre (Nachwuchs-)Spielern und Fans zu wünschen.

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