Fußball

Offener Brief: Friseurverband wettert gegen Fußballprofis

Vincenzo Grifo (r.) ist beim Thema Haare fein raus: Seine Frau ist Friseurin.

Vincenzo Grifo (r.) ist beim Thema Haare fein raus: Seine Frau ist Friseurin.

Foto: dpa

Essen.  In einem Brief an DFB-Präsident Fritz Keller macht der Friseurverband seinem Unmut Luft: wegen der trotz des Lockdowns akkurat frisierten Profis.

Über Fußballer und Friseure gab es schon manche Diskussionen, in Zeiten von Corona haben sich diese noch einmal verstärkt. So mussten Manuel Akanji und Jadon Sancho, die Profis von Borussia Dortmund, in der vergangenen Saison jeweils eine fünfstellige Geldstrafe zahlen, weil sie sich den Friseur ins Haus geholt hatten. Und nun hat der Zentralverband Friseurhandwerk einen offenen Brandbrief an Fritz Keller geschrieben, den Präsidenten des Deutschen Fuball-Bunds.

Den Friseuren nämlich stößt übel auf, dass viele Profis äußerst akkurat frisiert sind - obwohl die Friseursalons doch eigentlich geschlossen sind. "Das Erbringen von Friseurdienstleistungen ist unter Androhung hoher Bußgelder seit vier Wochen in Deutschland verboten", schreibt der Verband. "Mit großer Verwunderung mussten wir daher an den vergangenen Spieltagen feststellen, dass ein Großteil der Fußballprofis sich mit frischgeschnittenen Haaren auf dem Platz präsentierte: Einrasierte Scheitel, auf wenige Millimeter getrimmtes Nacken- und Schläfenhaar, saubere Konturen. Frisuren, die nur professionelle Friseurinnen und Friseure mit Profi-Equipment schneiden können."

 

Friseure appellieren an DFB-Präsident Keller

Und das, so der Interessenverband, hat Folgen: "Frischfrisierte Fußball-Stars setzen eine gesamte Branche unter Druck." Denn seit dem 16. Dezember 2020 seien rund 80 000 Friseursalons in Deutschland geschlossen. Viele Betriebe seien in ihrer Existenz bedroht, Beschäftigte und Inhaber müssten mit Kurzarbeitergeld oder ganz ohne Einkommen zurechtkommen. "Der Unmut gegenüber topgestylten Fußballern, und in der Folge Kundenanrufen, die zu Schwarzarbeit und Regelverstößen wie Hausbesuchen überreden wollen, wächst", meinen die Friseure.

Sie schließen mit einem Appell an Keller: "Es ist ein großes Privileg, dass der Profifußball trotz einer Pandemie weiterhin stattfinden darf. Fußballer sind Vorbilder, nicht nur für junge Leute. Wir appellieren daher an Sie und den DFB: Zeigen Sie in Zeiten wie diesen Solidarität und setzen Sie mit uns ein Zeichen gegen Schwarzarbeit. Lassen Sie uns den Weg der Pandemiebekämpfung gemeinsam gehen." (sing)

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