Fair Play

Nach Unfall-Drama: Gegner schenken C-Junioren den Titel

Tolle Fair-Play-Aktion in Niedersachsen: Die C-Junioren des VfB Peine werden kampflos Meister - weil die Gegner bewusst zu den Spielen nicht antreten.

Tolle Fair-Play-Aktion in Niedersachsen: Die C-Junioren des VfB Peine werden kampflos Meister - weil die Gegner bewusst zu den Spielen nicht antreten.

Essen.  In Niedersachsen treten vier Jugendvereine bewusst nicht gegen den VfB Peine an. Die Mannschaft verarbeitet ein schweres Bus-Unglück.

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Das ist wahres Fair Play: Die C-Junioren des VfB Peine werden kampflos Meister der Landesliga Braunschweig. Vor wenigen Tagen verunglückte das Team mit ihrem Mannschaftsbus auf der Autobahn. Manch junger Kicker verletzte sich dabei schwer.

An einen regulären Spielbetrieb war demnach überhaupt nicht mehr zu denken. Vier Spiele standen in der Saison noch aus, der VfB Peine stand auf dem ersten Tabellenplatz und schien doch den Titel unter diesen Umständen zu verlieren. Doch da griff ausgerechnet der Trainer und Jugend-Koordinator des Verfolgers BSC Acosta Braunschweig ein - und sorgte wohl für die Fair-Play-Aktion des Jahres.

Trainer des größten Konkurrenten löst Fair-Play-Aktion aus

Frank Mengersen wandte sich mit einer E-Mail an den Jugendausschuss in Niedersachsen und bat alle restlichen Gegner des VfB Peine, doch nicht gegen sie anzutreten. "Natürlich ist uns bewusst, dass der Fußball bei dieser Tragödie total in den Hintergrund tritt, möchten aber davon als BSC Acosta auf keinen Fall indirekt profitieren. Im Gegenteil: Möglicherweise könnten wir so sogar etwas für den Kopf der Kinder und Angehörigen tun und belegen, dass Fußball verbindet", schrieb der Trainer des BSC Acosta Braunschweig laut Sportbuzzer in seinem emotionalen Brief.

Tatsächlich zogen die Vereine Lupo Martini, MTV Gifhorn, Eintracht Braunschweig II und der MTV Wolfenbüttel mit. Durch diese rührende Geste werden die C-Junioren aus Peine kampflos Meister und dürfen weiter davon träumen, in die Regionalliga aufzusteigen. Es stehen im Juni noch Aufstiegsspiele an.

Jugendausschuss will kooperierenden Vereine belohnen

Der Jugendausschuss kündigte im Zuge dieser Fair-Play-Aktion an, den betroffenen Vereinen kein Strafgeld zu erheben. "Für einen Nichtantritt sind normalerweise auch Minuspunkte im Fair-Play-Cup vorgesehen - aber auch das werden wir in diesem speziellen Fall außer Kraft setzen", betonte der Bezirksjugendausschuss-Chef Jens Schulze gegenüber Sportbuzzer. Man wolle alle Klubs für ihre Entscheidung sogar belohnen.

Beim VfB Peine herrscht derweil große Erleichterung nach dem schweren Schock. Zwei Spieler werden laut Sportbuzzer noch im Krankenhaus behandelt, während der Rest der Mannschaft schon wieder zur Schule geht. Trainer Christoph Hasselbach bedankte sich im Namen des Klubs ausdrücklich bei Frank Mengersen vom BSC Acosta Braunschweig: "Uneigennützig so etwas zu formulieren – das spricht für die Haltung des Menschen Frank Mengersen und zeigt, dass es eine Fußballer-Familie gibt. Ich und die Mannschaft wissen das sehr zu würdigen." (josch)

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