MSV Duisburg

MSV-Trainer Lettieri über Janjic: „Der steht immer richtig“

Jubelt jetzt im Trikot des SC Verl: Ex-MSV-Stürmer Zlatko Janjic.

Jubelt jetzt im Trikot des SC Verl: Ex-MSV-Stürmer Zlatko Janjic.

Foto: Getty

Duisburg.  Zlatko Janjic tritt mit dem SC Verl am Freitag in Duisburg an. Der Ex-MSV-Profi hat für den Drittliga-Aufsteiger bereits fünf Saisontore erzielt.

Bitte nicht schon wieder! Der SC Verl hat einen gewissen Zlatko Janjic im Kader. Dieser Herr Janjic ist dem MSV Duisburg im Allgemeinen und dessen Trainer Gino Lettieri im Speziellen gut bekannt. Normalerweise würde man sagen: Schön, dass man sich mal wieder sieht. Am Freitag um 19 Uhr zum Beispiel, wenn das Heimspiel des heimischen Fußball-Drittligisten gegen den Aufsteiger auf Rang elf in der Tabelle angepfiffen wird. Wenn da nicht die Geschichte mit Petar Sliskovic wäre. Dieser Ehemalige war dem Zebra ebenfalls sehr gut bekannt und hatte beim 1:2 der Meidericher gegen Türkgücü München beide Tore gemacht. Da hat man schon lieber den Herrn Boyd aus Halle. Der hat noch nie ein Zebrahemd getragen und sehr brav beim 0:0 vom Dienstag lauter Fahrkarten geschossen.

Zlatko Janjic spielte bis 2017 für den MSV. Unter anderem, als Trainer Gino Lettieri die Verantwortung trug. Lettieri holte ihn auch zu seinem späteren Verein in Polen, Korona Kielce. „Janne muss nicht viel machen, der steht immer richtig“, schwärmt der Trainer. Und er weiß: „Jeder Torjäger will gegen seinen Ex-Verein ein Tor machen.“ Dann fügt der neue Chef an der Seitenlinie mutig hinzu: „Das werden wir aber verhindern.“ Ganz einfach wird das nicht: Janjic hat bereits fünf Mal für Verl getroffen. Er ist zudem nicht der einzige, der weiß, wo die Hütte steht. Sturmkollege Aygün Yildirim hat ebenfalls bereits fünf Treffer auf dem Konto. Zum Vergleich: Alle Zebras zusammen haben erst zehn Tore in dieser Saison gemacht.

MSV-Spieler fallen mit Muskelverletzungen aus

Was sicher ist: Für die stehende Null muss der MSV viel laufen. Lettieri hat die wenigen Trainingseinheiten dazu genutzt, die Laufwege zu optimieren. Die Kräfte der Zebras reichen derzeit nicht für Umwege. Das war auch gegen Halle wieder zu sehen. Erholungspausen kennt weder der Spielplan noch die Personalliste. Gegen Verl fallen aus: Vincent Gembalies (Muskelverletzung), Mirnes Pepic (Muskelverletzung), Joshua Bitter (Muskelverletzung), Leroy-Jacques Mickels (Muskelverletzung). Ahmet Engin hat – man rate und staune – ebenfalls eine Muskelverletzung. Immerhin besteht eine ganz leise Hoffnung, dass er mitmachen kann. Ganz ähnlich sieht es bei Rechtsverteidiger Max Sauer aus. Seine Muskelverletzung hat ihre Ursache wenigstens in einem Pferdekuss, erlitten am Dienstag.

Moritz Stoppelkamp fühlt sich nach vielen Wochen mit Pfeifferschem Drüsenfieber und zwei Startelfeinsätzen gegen Viktoria Köln und müde. Max Jansen hat eine Erkältung überstanden, ist ebenfalls noch nicht voll fit. Lettieri sagt nach Rücksprache mit seinem Sechser: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass er 90 Minuten gehen kann.“ Viele Spiele und wenige Spieler, müde Beine und maue Punktebilanz: Lettieri muss derzeit nicht fürchten, dass ihm irgendwer seinen Job beim Tabellenachtzehnten neidet.

Schmidt steht nach Rotsperre wieder bereit

Doch es gibt auch positive Nachrichten. Die Stimmung in der Mannschaft sei gut, sagt der Coach. Die Spieler hören ihm bei der Trainingsarbeit zu und versuchen umzusetzen, was ihnen der Fußball-Lehrer erklärt. So berichtet es der Coach. Die Lektionen befassen sich vor allem mit Veränderungen im taktischen Bereich. An seiner Ordnung mit zwei Sechsern vor der Abwehr (vermutlich Krempicki und Kamavuaka) und einer echten Spitze Vincent Vermeij hält er fest. Eine Veränderung könnte es in der Innenverteidigung geben. Dominik Schmidt hat seine Rotsperre aus dem Uerdingen-Spiel abgesessen.

Da stellt sich schon die Frage: Reichen Kraft und Können für den ersten Heimsieg? Aus fünf Partien in der Schauinsland-Reisen-Arena holten die Zebras lediglich zwei Punkte. Doch Lettieri bezweifelt, dass es in einem leeren Kickerkasten überhaupt einen Heimvorteil gibt. „Die Partie ein Heimspiel zu nennen, trifft nicht zu. Ein Heimspiel ist es, wenn wir vor 15.000 Zuschauern spielen. Ob wir hier in der leeren Arena spielen oder in Mannheim in einer leeren Arena, da sehe ich keinen Vor- und keinen Nachteil.“ Was bleibt, ist Fußball pur: Der MSV muss gewinnen, egal wie und mit wem, egal wo und gegen wen. Kellerkinder haben keine Wahl.

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