MSV Duisburg

MSV Duisburg steigt ab - Zuversicht bei der Lizenzierung

Die Spieler vor der Fantribüne: Sie bekamen Wut und Verärgerung zu spüren.

Die Spieler vor der Fantribüne: Sie bekamen Wut und Verärgerung zu spüren.

Foto: firo/Volker Nagraszus

Duisburg.   Der Abstieg in die 3. Liga ist nach der Niederlage gegen Heidenheim perfekt. Schon vor dem Spiel traf der MSV wichtige Personalentscheidungen.

MSV-Präsident Ingo Wald stand am Sonntag vor der Duisburger Arena, diskutierte mit den Fans und versuchte, den Abstieg des MSV Duisburg aus der 2. Fußball-Bundesliga zu erklären. Der MSV hatte zuvor 3:4 (1:2) gegen den 1. FC Heidenheim verloren. Kein Wunder, keine Sensation – allein auch deshalb, weil der FC Ingolstadt den SV Darmstadt 98 mit 3:0 geschlagen hatte. Unterm Strich steht keine Überraschung: Der MSV Duisburg steigt in die 3. Liga ab.

Wald sprach mit den Anhängern in ruhiger, sachlicher Atmosphäre. Das kickende Personal hatte wenige Minuten zuvor einen weitaus schwereren Stand gehabt. Beim Gang zur Fantribüne schlugen ihnen Wut und Verärgerung entgegen. Sportdirektor Ivica Grlic schaffte es erst gar nicht bis zum Zaun. An der Strafraumgrenze hielt er Distanz.

MSV-Sponsor Schauinsland-Reisen bleibt Unterstützer

Bereits am Samstag war beim MSV viel los. Ex-Präsident Andreas Rüttgers hatte in seiner Funktion als Mann des Hauptsponsors Schauinslandreisen – natürlich per Internet – bekannt gegeben, dass das Unternehmen den MSV weiter unterstütze. Ohne das Geld vom Innenhafen könnte der MSV die Drittliga-Lizenz vergessen. Nun sieht es offenbar gut für die Spielgenehmigung in der kommenden Saison aus. Offenbar fehlt nicht mehr viel Geld. „Ich bin vorsichtig optimistisch“, sagte Ingo Wald am Sonntag.

Am Samstagnachmittag hatte der MSV Duisburg ein Interview mit seinem Präsidenten auf seiner Internetseite veröffentlicht. Hier teilte Wald mit, dass Ivica Grlic und Torsten Lieberknecht auch in der 3. Liga im Amt bleiben. Beide Protagonisten waren in der Anhängerschaft zuletzt angezählt. Lieberknecht, weil er die sportliche Wende nicht schaffte. Grlic, weil er mit seiner Personalpolitik in dieser Saison keinen Erfolg hatte.

Die Aufarbeitung der Misere begann unmittelbar nach dem Spiel. Torsten Lieberknecht gab sich selbstkritisch. Die Mannschaft sei nicht die eingeschworene Einheit gewesen, die sie hätte sein müssen, um die Klasse zu halten. Das nahm der 45-Jährige auf seine Kappe. Und Lieberknecht blickte voraus: „Ich will diesem Verein neues Leben einhauchen.“

MSV-Präsident Wald sprach über Fitnessprobleme

Ingo Wald sprach über Werte und Leidenschaft. „Wenn ich gegen den Abstieg spiele, muss ich vom ersten Spieltag an mit der Leidenschaft spielen“, sagte der 61-Jährige, der weniger über Spielsysteme hätte reden wollen und mehr über die Werte des Vereins. Da gab es offenbar eklatante Defizite. Angesprochen auf die zahlreiche Verletzungen, vor allem auf muskuläre Blessuren, sagte Wald: „Ich bin kein Fitnesstrainer. Aber ich denke, dass wir zu Saisonbeginn konditionell nicht auf dem Höhepunkt waren. Das konnten wir im Laufe der Saison nicht mehr korrigieren.“

Das letzte Heimspiel der Saison war ein Spiegelbild der Unzulänglichkeiten, durch die die Mannschaft seit August ihren Platz im Tabellenkeller festigte. Einer der bitteren Höhepunkte am Sonntag: Innenverteidiger Dustin Bomheuer erzielte zwei blitzsaubere Kopfballtore. Eines zum 2:2-Ausgleich, das nächste wenige Minuten später zum 2:3 ins eigene Netz. Für Bomheuer ist die Saison bereits am Ende. Nach einer Rangelei kassierte er die fünfte gelbe Karte und ist somit beim Saisonfinale beim Hamburger SV am nächsten Sonntag gesperrt.

Bayern-Schreck Robert Glatzel brachte die Gäste in der 27. Minute in Führung. In der 33. Minute glich Moritz Stoppelkamp zum 1:1 aus. Unmittelbar zuvor hatte Kevin Wolze einen Handelfmeter verschossen und scheiterte im Nachschuss noch einmal an FCH-Keeper Kevin Müller. Dennis Thomalla brachte die Gäste in der 37. Minute mit einer starken Direktannahme wieder in Führung.

Daschner trifft per Kopf

Nach Bomheuers Doppelkopf-Einlage (51., 58.) sorgte der eingewechselte Lukas Daschner – ebenfalls mit dem Kopf den Ausgleich zum 3:3 (80.). Die Hoffnung auf einen halbwegs versöhnlichen Abschluss vor dem heimischen Publikum erfüllte sich aber nicht. In der 82. Minute köpfte Niklas Dorsch zum 2:3 ein.

Torsten Lieberknecht wechselte mit Daschner und Innenverteidiger Vincent Gembalies im Laufe der zweiten Halbzeit zwei Youngster ein, die bislang kaum eine Rolle spielten. Es könnte ein Vorgriff auf die kommende Saison sein. In der 3. Liga können beide Spieler beweisen, ob sie reif für den Durchbruch sind.

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