Daschner

Grlic schließt beim MSV Duisburg Daschner-Wechsel aus

Das Gesicht der neuen Duisburger Euphorie: Lukas Daschner feiert auf dem Zaun mit den Fans

Das Gesicht der neuen Duisburger Euphorie: Lukas Daschner feiert auf dem Zaun mit den Fans

Foto: Christof Koepsel / Getty Images

Duisburg.  Der Sieg des MSV Duisburg über Preußen Münster stärkt das Selbstvertrauen der Meidericher. Daschner ist das Gesicht der neuen Euphorie.

Die Reservisten trainierten am Donnerstag auf dem Platz, die Sieger waren mit dem Fahrrad unterwegs, und Torsten Lieberknecht, Trainer des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg, ging am Tag seines 46. Geburtstages gut gelaunt seiner Arbeit nach. Zudem gab Neuzugang Florian Brügmann seinen Einstand auf dem Trainingsplatz.

Mit großer Ungewissheit starteten Lieberknecht und Co. in diese Saison, mittlerweile wächst die Zuversicht, dass der Verein mit seinem Umbruch den richtigen Weg eingeschlagen hat. „Der Klub hat wieder etwas zum Leben erweckt“, sagte Lieberknecht nach dem 2:0-Sieg gegen Preußen Münster am Mittwochabend.

Was schon bei den Spielen gegen Stoke City und gegen die SG Sonnenhof Großaspach deutlich wurde: Innerhalb kurzer Zeit gelang es den Zebras, die verbitterten Fans zurück ins Boot zu holen. Der Gang in die Fankurve ist für die Duisburger Profis längst kein Spießrutenlauf mehr. Selbst Trainer Lieberknecht durfte sich über Sprechchöre freuen.

Das Gesicht der neuen Euphorie

Im Mittelpunkt der Jubelszenerie stand allerdings Lukas Daschner. Der Mittelfeldspieler ist das Gesicht der neuen Euphorie. Der Mann aus dem eigenen Nachwuchs, der den Sprung ins Profi-Geschäft schafft. Zwei Assists steuerte der 20-Jährige zum Erfolg dabei. In Ingolstadt erzielte er am vergangenen Samstag sein erstes Drittliga-Tor. Man darf sich fragen: Hätte die Rückrunde in der 2. Bundesliga einen besseren Verlauf genommen, wenn Daschner eine Stammkraft gewesen wäre?

Mit seinem neuen Konzept schrieb sich der MSV im Sommer ins Gebetbuch, auf die Jugend setzen zu wollen und bei erfolgreicher Entwicklung mit dem Nachwuchs auch Transfererlöse erzielen zu wollen. Nicht nur der Fan mag sagen: Aber bitte nicht jetzt!

"EIn Talent, das man nicht verheizen darf"

Sportdirektor Ivica Grlic hat keine Sorgen, dass das Talent in der aktuellen Transferperiode, die am 2. September endet, noch von der Fahne gehen könnte. „Bedenken habe ich nicht. Daschi sage ich seit zwei Jahren, wie sein Werdegang sein wird. Ich glaube, ich habe zu 99,99 Prozent Recht behalten“, sagte Grlic. Der Manager fügte hinzu: „Er ist ein Talent, das man langsam aufbauen muss und nicht verheizen darf. Bis jetzt macht er es sehr gut.“

Grlic gab am Mittwoch zu, dass er von der Entwicklung der neuen Mannschaft positiv überrascht ist: „Für einen Umbruch sind wir relativ weit. Wir hatten gedacht, dass wir erst nach der Länderspielpause im September daran anknüpfen können.“

„Schweine-Läufe“ zahlen sich aus

Nun steht am Sonntag mit der Partie bei Spitzenreiter Eintracht Braunschweig eine weitere Standortbestimmung an. Der Auftritt vom Mittwochabend nährt die Zuversicht, dass es ein Duell auf Augenhöhe werden könnte, wenngleich es gegen die Löwen nicht so einfach wie gegen Münster werden dürfte, auf dem Platz Dominanz auszustrahlen.

„Wir hatten 90 Minuten alles im Griff“, sagte Kapitän Moritz Stoppelkamp nach der Partie. Der 32-Jährige führt das auch auf die Saisonvorbereitung zurück: „Jetzt wissen wir, wofür wir die ganzen Schweine-Läufe gemacht haben. Harte Arbeit wird belohnt.“

Torwart Leo Weinkauf war gegen Münster nur wenig gefordert, der 23-Jährige geht davon aus, dass am Sonntag in Braunschweig mehr Arbeit auf ihn wartet. Vor allem Eintracht-Neuzugang Martin Kobylanski, der mit vier Treffern gemeinsam mit Moritz Stoppelkamp und Albert Bunjaku (Viktoria Köln) die Torjägerliste der 3. Liga anführt, dürfte für Gefahr sorgen.

Der Leihtorhüter aus Hannover freute sich aber erst einmal über sein erstes Spiel im MSV-Trikot ohne Gegentor. In Ingolstadt musste er dreimal hinter sich greifen, im Heimspiel gegen Großaspach schlug es einmal im Meidericher Tor ein. „Wir haben aus unseren Fehlern in Ingolstadt gelernt und es nun konsequent durchgezogen“, sieht Weinkauf die gesamte Abwehrformation der Zebras im Aufwind.

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