FVN-Pokal

Der MSV Duisburg verabschiedet sich mit dem Double

Gemeinsam zur Siegerehrung: die MSV-Kapitäne Branimir Bajic (links) und Kevin Wolze.

Foto: Thorsten Tillmann

Gemeinsam zur Siegerehrung: die MSV-Kapitäne Branimir Bajic (links) und Kevin Wolze. Foto: Thorsten Tillmann

Essen.   Der MSV Duisburg gewann das Finale um den Niederrheinpokal bei Rot-Weiss Essen 2:0 und schließt die Saison dadurch mit dem maximalen Erfolg ab.

Der Kapitän ging vor dem Spielende noch einmal an Bord. Was Branimir Bajic von Wayne Rooney unterscheidet: Der Engländer in Diensten von Manchester United streifte sich am Mittwoch im Europa-League-Finale gegen Ajax Amsterdam noch die Binde um. Bajic überließ das prestigeträchtige Stück Stoff hingegen weiter seinem Stellvertreter Kevin Wolze, der die Fußballer des MSV Duisburg knapp zwei Stunden zuvor als Kapitän in das FVN-Pokalfinale, das der MSV mit 2:0 (1:0) bei Regionalligist Rot-Weiß Essen gewann, geführt hatte.

Damit nicht genug. Bei der Siegerehrung warteten Bajic und Wolze bis zum Schluss, ehe sie sich gemeinsam ihre Medaillen abholten. Den FVN-Pokal stemmte Wolze in die Höhe. „Wir verstehen uns auch privat sehr gut“, so Wolze, der in der 48. Minute mit einem 17-Meter-Freistoß das 2:0 für den MSV erzielt hatte.

T-Shirts schon ausverkauft

Wolze-Freistöße haben einen ähnlichen Seltenheitswert wie Einsätze von Branimir Bajic im defensiven Mittelfeld. Bajic spielte am Donnerstag die fünf Minuten nach seiner Einwechslung auf der Sechs, und Wolze zirkelte den Ball beim Freistoß ins Netz. Das alles gab es in dieser Saison noch nicht. „Ich schieße ja sonst keine Freistöße“, lachte Wolze, der im Training zuletzt aber ein paar Sonderschichten mit dem ruhenden Ball eingelegt hatte. Es hat sich gelohnt.

Nach Aufstieg und Drittliga-Meisterschaft durften die Zebras am Donnerstag nun zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit feiern. Flott streiften sich die Meidericher nach dem Abpfiff die neuen T-Shirts mit dem Schriftzug „Jubel, Double, Heiterkeit“ über – die Shirts waren gestern im Fanshop bereits ausverkauft, am Mittwoch kommt Nachschub – und genossen den letzten Triumph in dieser Saison.

Enis Hajri, diesmal als Innenverteidiger am Ball, ordnete die jüngsten Erfolge ein. Titel sind schön, aber es gibt auch Wichtigeres. „Der Klassenerhalt in der letzten Saison wäre höher zu bewerten gewesen“, so Hajri. Da können die Zebras in der nächsten Saison etwas nachholen.

Der MSV bestimmte über weite Strecken das Spiel, auch wenn RWE nach dem Seitenwechsel und der zehnminütigen Unterbrechung, die Fangruppen beider Lager durch das Abfeuern von Leuchtkörpern verursachten, stärker wurde.

Mael Corboz, der im Ligabetrieb keine Rolle spielte, agierte 90 Minuten im defensiven Mittelfeld mit einer soliden Leistung. Überragender Akteur war jedoch Fabian Schnellhardt, der an der Hafenstrafe aufblühte. Sein Wert für das Team wurde beim Treffer zur Duisburger 1:0-Führung in der 31. Minute deutlich. Schnellhardt verlor den Ball durch ein leichtsinniges Abspiel, eroberte die Kugel aber sofort zurück und bediente den Torschützen Simon Brandstetter mustergültig.

„Das Maximum erreicht“

Die Duisburger Führung war verdient, weil die Gäste vor 17 000 Besuchern zuvor schon zwei gute Möglichkeiten vergeben hatten. Erst hatte Stanislav Iljutcenko mit einem abgefälschten Ball Pech (22.), dann scheiterte Dustin Bomheuer in Anschluss an einen Eckball von Andreas Wiegel mit einem Flachschuss an RWE-Schlussmann Robin Heller.

RWE-Trainer Sven Demandt war nur mit der zweiten Halbzeit seiner Mannschaft zufrieden: „Da haben wir dem MSV einen Pokalfight geliefert, wie ich ihn mit von der ersten Minute an gewünscht hätte.“ Essen verpasste jedoch den Anschlusstreffer, der noch einmal für Spannung hätte sorgen können. Stürmer Marcel Platzek vergab die besten Chancen zum 1:2. In der 62. Minute traf er zwar ins Netz, Schiedsrichter Sven Heinrichs erkannte jedoch die Abseitsposition. MSV-Torwart Mark Flekken riskierte sieben Minuten vor dem Spielende gegen Platzek Kopf und Kragen und bereinigte die Situation.

Zwei Minuten vor dem Spielende verschlug es MSV-Trainer Ilia Gruev noch die Sprache. Eine laute Anweisung war zu viel für seine Stimmbänder. Bei der Pressekonferenz konnte der 47-Jährige nur noch mit schwacher und heiserer Stimme sein Statement abgeben: „Das ist der Wahnsinn. Mit Aufstieg, Meisterschaft und Pokal haben wir das Maximum erreicht.“

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