Testspiel

Wie der MSV Duisburg bei seinen Fans punktet

Stürmer Vincent Vermeij erzielte seinen ersten Treffer für den MSV Duisburg

Stürmer Vincent Vermeij erzielte seinen ersten Treffer für den MSV Duisburg

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Der MSV Duisburg spielt 1:1 gegen Stoke City. Vincent Vermeij erzielt seinen ersten Treffer für die Meidericher.

Die Saison in der 3. Fußball-Liga beginnt erst am kommenden Samstag, der MSV Duisburg hat aber schon die ersten Punkte im Sack. Das Testspiel gegen den englischen Zweitligisten Stoke City, das 1:1 (1:0) endete, war am Samstag gerade vorbei, da brauste in der Arena Applaus aus. Die neue Mannschaft ging zur Fantribüne, von der aus die alte Mannschaft vor zwei Monaten noch Hohn, Spott und vor allem Wut geerntet hatte.

Mit einer guten Leistung und einem achtbaren Ergebnis landeten die Meidericher einen Sieg beim Publikum. Die Fans sind bereit, dem neuen Personal und dem neuen Weg des Vereins zu vertrauen.

„Die erste Halbzeit war richtig gut“, freute sich Sportdirektor Ivica Grlic. Der Manager merkte mit Blick auf die gesamten 90 Minuten aber auch an, dass noch Luft nach oben sei. Trainer Torsten Lieberknecht, der beklagte, dass der Rasen zu hoch gewesen sei, sprach von einem „wichtigen Test, in dem wir mannschaftstaktische Dinge überprüfen konnten.“

Ben Balla bereitet Tor vor

Im Test gegen Stoke City – die Engländer wechselten ihre Mannschaft zur Pause komplett aus – kristallisierte sich die Formation heraus, die am kommenden Samstag beim Ligastart gegen Großaspach auflaufen dürfte. Lieberknecht will damit nach den Vorbereitungswochen Klarheit schaffen und Ruhe in den Kader bringen.

Spannend ist noch die Besetzung der Stürmer-Position im 4-2-3-1-System. Hier liefern sich die Neuzugänge Petar Sliskovic und Vincent Vermeij ein enges Rennen. Vermeij erzielte am Samstag sein erstes Tor für die Zebras. Yassin Ben Balla reagierte bei einem Fehlpass der Potters in der 34. Minute blitzschnell und setzte den Niederländer in Szene. Sliskovic hatte in der Vorwoche im Test gegen Utrecht mit einem Treffer Werbung in eigener Sache betrieben.

Unumstritten ist der Platz im Duisburger Tor. Leo Weinkauf lieferte am Samstag eine fehlerfreie Partie ab, strahlte Ruhe aus, zeigte im Strafraum Präsenz. Auch die Abwehrkette präsentierte sich in guter Verfassung. Die beiden Außenverteidiger Joshua Bitter und Arne Sicker ließen in der Defensive nichts zu. Vor allem Bitter überzeugte auch mit offensiven Aktionen. „Er bringt sehr viel Wucht mit“, stellte Ivica Grlic fest.

Sorgen um Bitter und Krempicki

In der Abwehrzentrale erledigte Aushilfs-Innenverteidiger Lukas Boeder seinen Job zuverlässig. Sein prominenter Nebenmann, Marvin Compper, zeigte bei seinem Debüt in der Duisburger Arena, dass er in die Rolle des Abwehrchefs nicht hineinwachsen muss, sondern sie von Beginn an ausfüllen kann. Torsten Lieberknecht ist vom Auftreten des 34-Jährigen in den ersten Tagen nach seiner Ankunft in Duisburg angetan: „Er zeigt keine Star-Allüren, stellt sich in den Dienst der Mannschaft.“

Vor der Doppel-Sechs mit Tim Albutat und Yassin Ben Balla – hier gab es Licht und Schatten – setzt der Trainer auf eine Dreierkette. Lukas Daschner hatte am Samstag noch Probleme, auf der zentralen Position Fuß zu fassen. Auf den Außen sind der neue Kapitän Moritz Stoppelkamp und Connor Krempicki derzeit erste Wahl.

Allerdings nahm Lieberknecht am Samstag auch neue Sorgen mit nach Hause. Er musste zur Pause Joshua Bitter (Adduktorenprobleme) und Connor Krempicki (Oberschenkelprobleme) auswechseln. Zur Vorsicht, wie der Trainer betonte. Migel-Max Schmeling verließ den Platz mit einem dicken Eisbeutel am Knöchel. „Du musst immer für unerwartete Dinge gewappnet sein. Die Kühlschranktüre geht auf, und es erkältet sich einer“, muss Lieberknecht schon seit mehreren Wochen mit personellen Rückschlägen leben.

In dieser Woche sollen immerhin Ahmet Engin, Arnold Budimbu und Lukas Scepanik auf den Trainingsplatz zurückkehren und individuell arbeiten – und am besten nicht an den Kühlschrank gehen.

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