Enis Hajri

Aus Duisburg nach Russland: MSV-Profi Hajri träumt von WM

Immer für einen Spaß zu haben: Enis Hajri (links) auf dem Trainingsplatz in Portugal mit Tugrul Erat.

Foto: E.L.

Immer für einen Spaß zu haben: Enis Hajri (links) auf dem Trainingsplatz in Portugal mit Tugrul Erat.

Almancil.   Defensivallrounder Enis Hajri zählte in den vergangenen Monaten zu den Stützen des MSV Duisburg. Das könnte ihm ein Ticket für die WM einbringen.

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Enis Hajri nippt am Espresso, den Keks lässt der Defensivallrounder des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg beim Gespräch mit der Sportredaktion liegen. „Ich habe meine Ernährung vor anderthalb Jahren komplett umgestellt. Keine Milchprodukte, keine Kohlehydrate. Der Fettanteil meines Körpers liegt nur noch bei sechs Prozent“, sagt der 34-Jährige und fügt hinzu: „Ich habe mich noch nie so fit gefühlt wie heute.“

Dies ist die Geschichte über einen Fußballer, der es den Skeptikern – wieder einmal – gezeigt hat. Hajri liest so etwas aber nicht gerne. Für ihn ist es keine Überraschung, dass er wieder eine wichtige Rolle spielt. Es ist sein Job.

„Ich bin jetzt im vierten Jahr hier. Ich habe, abgesehen von einer langwierigen Sprunggelenksverletzung, durchweg meine Leistungen gebracht“, sagt der Tunesier, der im Trainingslager in Almancil eine Lanze für die Routiniers im Team bricht: „Man darf nicht vergessen, was die alten Spieler wie Zlatko Janjic oder Branimir Bajic hier in den letzten Jahren abgeliefert haben.“

Enis Hajri hat in dieser Saison seit dem neunten Spieltag abgeliefert. Und das kam – Hajri muss diese Formulierung nun aushalten – in dieser Form dann doch überraschend. Nach der Halbzeitpause kam er in Düsseldorf auf der rechten Außenverteidiger-Position zum Einsatz und schloss dort eine Lücke, die die Gegner in den Wochen zuvor und auch an jenem Jahren als größte Schwachstelle beim Aufsteiger ausgemacht hatten. Hajri ist bereits der vierte Rechtsverteidiger der Saison.

Mit ihm in der Abwehrkette leiteten die Zebras im Herbst die Wende ein. Hajri hatte daran maßgeblichen Anteil. Das schlug sich auch in den Benotungen der Sportredaktion nieder: Enis Hajri belegt in der Statistik der Durchschnittsnoten aktuell den ersten Platz.

Bislang vier Länderspiele

Womit wir nun bei der nächsten Überraschung wären: Die guten Leistungen blieben Nabil Maaloul ebenfalls nicht verborgen. Der frühere Profi von Hannover 96 ist Nationaltrainer Tunesiens und erwägt, Hajri zur Weltmeisterschaft nach Russland mitzunehmen. Hajri, der bislang vier Länderspiele für sein Heimatland absolviert hat, will in den kommenden Wochen seinen Beitrag dazu leisten, dass er tatsächlich noch auf den WM-Zug aufspringen kann.

„Das wäre natürlich eine großartige Sache. Ich weiß, dass natürlich die Spieler, die die Qualifikation gespielt haben, die besten Chancen haben. Aber offenbar gibt es auf meiner Position Bedarf“, sagt Hajri. Am 23. März steht das nächste Testspiel der tunesischen Mannschaft in Swasiland auf dem Programm. „Wenn ich an meine letzten Leistungen anknüpfen kann, bin ich vielleicht dabei“, hofft Hajri.

Zukunft als Sportdirektor

Eine WM-Teilnahme wäre für Enis Hajri ein Karrierehöhepunkt, aber noch lange nicht der Schlusspunkt. Im März wird der Familienvater 35 Jahre alt, ans Aufhören denkt er aber noch nicht – auch, weil er sich derzeit physisch sehr gut fühlt. „Ich werde definitiv noch ein,, zwei Jahre dranhängen“, sagt Hajri, der hinzufügt: „Am liebsten in Duisburg.

Der Vertrag des Allrounders, der im August 2014 zum MSV kam, läuft im Sommer aus. Hajri spielte in seiner Laufbahn schon bei vielen Vereinen, keinem Klub blieb er so lange treu wie dem MSV. „Ich fühle mich in Duisburg sehr wohl. Es macht mir Spaß, für den MSV zu spielen“, sagt der Abwehrspieler.

Gedanken über die Zeit nach dem aktiven Fußball macht sich Enis Hajri auch schon. „Ich werde mit Sicherheit nicht Trainer“, unterstreicht der Tunesier, der sich eine Zukunft als Sportdirektor vorstellen kann. Seinen künftigen Lebensmittelpunkt sieht Enis Hajri in Stuttgart: „Dort lebt meine Familie.“ Vorher will er aber noch auf dem Platz zeigen, was er immer noch drauf hat.

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