Champions League

Karius-Patzer bringen Real Madrid den Champions-League-Sieg

Gareth-Bale erzielte im Finale der Champions League gegen Liverpool ein Fallrückzieher-Traumtor.

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Gareth-Bale erzielte im Finale der Champions League gegen Liverpool ein Fallrückzieher-Traumtor. Foto: Getty

Kiew.  Traumtor und Tragödie: Real Madrid entscheidet ein spektakuläres Champions-League-Finale gegen Liverpool mit 3:1 für sich und holt Europas Krone.

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Jürgen Klopp muss weiter auf seinen ersten internationalen Titel warten. Am Samstagabend verlor der deutsche Trainer mit dem FC Liverpool das Champions-League-Finale gegen Titelverteidiger Real Madrid mit 1:3 (0:0). In einem dramatischen Endspiel erzielten Karim Benzema (51.) und Gareth Bale (64., 83.) die Tore für die Spanier, die somit den begehrten Pokal zum dritten Mal in Folge gewonnen haben. Für die Engländer traf nur Sadio Mané (55.)

Liverpool wollte unbedingt den ersten Titel in der Königsklasse seit 2005 feiern. Doch auch die grandiose Unterstützung der rund 20 000 mitgereisten Fans reichte nicht aus. Jürgen Klopp verlor sein sechstes Endspiel nacheinander. Es war seine zweite Final-Pleite im wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb. 2013 unterlag er als Trainer von Borussia Dortmund dem FC Bayern München (1:2).

Vor 63 000 Zuschauern in der ukrainischen Hauptstadt Kiew waren zwei Deutsche auch aktiv am Geschehen auf dem Platz beteiligt. Der ehemalige Mainzer Loris Karius stand im Tor des FC Liverpool. Weltmeister Toni Kroos zog im zentralen Mittelfeld der Königlichen an der Seite von Casemiro und Luka Modric die Fäden.

Salah nach Ramos-Foul unter Tränen ausgewechselt

Große Überraschungen gab es bei der Bekanntgabe der Startaufstellungen nicht. Real-Trainer Zinedine Zidane vertraute im Angriff neben Superstar Cristiano Ronaldo seinem französischen Landsmann Karim Benzema statt 100-Millionen-Mann Gareth Bale. Jürgen Klopp setzte auf seine gefürchtete Angriffsreihe. Premier-League-Torschützenkönig Mohamed Salah, der Senegalese Sadio Mané und der Ex-Hoffenheimer Roberto Firmino sollten ihren grandiosen Lauf auch im Endspiel fortsetzen. 29 Tore hatte das Trio zuvor alleine in diesem Wettbewerb für Liverpool erzielt.

Aber schon nach einer halben Stunde wurde das magische Dreieck der Reds auf dramatische Art und Weise gesprengt. Mohamed Salah verletzte sich bei einem Foul von Real-Kapitän Sergio Ramos so schwer an der Schulter, dass er ausgewechselt werden musste. Unter Tränen verließ der Ägypter den Platz. Ein persönliches Drama für Englands Fußballer des Jahres. Für ihn wurde Adam Lallana eingewechselt (30.). Ramos wurde in der Folge bei jedem Ballkontakt von den englischen Fans ausgepfiffen.

Der Verlust ihres besten Spielers machte sich beim Außenseiter aus dem Norden Englands bemerkbar. Vor der Auswechslung hatte Liverpool das Spiel dominiert. Klopps Mannschaft spielte mutig nach vorne und drängte den Titelverteidiger in die Defensive. Nach dem Salah-Aus verlor Liverpool den Faden. Real übernahm gegen sichtbar verunsicherte Engländer das Kommando und brachte den Ball in der 43. Minute erstmals im Reds-Tor unter. Karim Benzema stand dabei aber klar im Abseits.

Bale-Fallrückzieher und Karius-Blackout

Nach der Halbzeit überschlugen sich dann die Ereignisse. Zunächst traf Isco nur die Latte des Liverpooler Tores (48.). Drei Minuten später ging der Favorit durch einen groben Patzer von Loris Karius in Führung. Der deutsche Torwart wollte den Ball zu einem seiner Mitspieler werfen, traf dabei aber nur den Fuß von Benzema, der die Kugel ins Tor beförderte. Ein echter Slapstick-Treffer in einem hochklassigen Spiel.

Liverpool gab sich jedoch nicht geschlagen. In der 55. Minute ließ Sadio Mané das Stadion beben, als er eine Kopfballvorlage von Dejan Lovren zum Ausgleich über die Linie drückte. Klopp, der das Spiel in einem Trainingsanzug verfolgte, ballte die Faust und ließ seinen Emotionen freien Lauf.

Die Euphorie des Premier-League-Teams hielt nicht lange an. Gareth Bale erzielte nur 122 Sekunden nach seiner Einwechslung einen Treffer, der wohl als einer der schönsten in die Geschichte dieses Wettbewerbs eingehen wird (64.). Der Waliser setzte nach einer Marcelo-Flanke an der Strafraumkante zum Fallrückzieher an und ließ den Ball in den linken Torwinkel fliegen. Ein unglaubliches Tor, das an jenen Kunstschuss von Cristiano Ronaldo im Viertelfinal-Hinspiel bei Juventus Turin erinnerte.

Liverpool bäumte sich nochmal auf und hatte in der 70. Minute die große Chance zum Ausgleich. Mané traf allerdings nur den Pfosten.

Den Schlusspunkt setzte schließlich erneut Bale. Und wieder war es Liverpool-Torwart Karius, der folgenschwer patzte. Der 24-Jährige ließ einen harmlosen Distanzschuss des Real-Stars durch die Hände gleiten (83.). Klopps Traum vom Champions-League-Titel war damit endgültig geplatzt. Nach dem Spiel ging er in die Fankurve und wurde von Liverpools Zuschauern dennoch gefeiert.

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