Gladbach-Analyse

Mönchengladbach baut den Kader um: Kommt Simon Terodde?

Zweimal in Folge Torschützenkönig in der 2. Bundesliga: Simon Terodde.

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Zweimal in Folge Torschützenkönig in der 2. Bundesliga: Simon Terodde. Foto: dpa

Mönchengladbach.  Nach der verpassten Teilnahme am Europapokal streicht Sportdirektor Max Eberl von Borussia Mönchengladbach Stellen. Verstärkungen werden gesucht.

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Eine Saison ohne Europapokalspiele wird bei Borussia Mönchengladbach für Stellenstreichungen sorgen. „Wir wollen den Kader ein Stück weit kleiner werden lassen“, erklärt Sportdirektor Max Eberl. Wer nach dem enttäuschenden 2:2 (0:0) gegen Absteiger SV Darmstadt 98 nach dem Bundesliga-Finalspiel davon betroffen sein wird? Außenverteidiger Julian Korb, der in der Rückrunde unter Trainer Dieter Hecking nur 25 Spielminuten auf dem Rasen stand, dürfte ebenso ein Streichkandidat sein wie Angreifer André Hahn. Beide stehen noch bis Sommer 2018 unter Vertrag.

Der ehemalige U21-Nationalspieler Korb, der bereits seit Sommer 2006 für die Borussia spielt, wurde von West Ham United und dem FC Southampton beobachtet. Ob ein Wechsel in die Premier League realistisch ist, bleibt angesichts von nur 21 Einsätzen in 51 Pflichtspielen abzuwarten.

Bremer Interesse an Hahn

Gleiches gilt für André Hahn. Der lauf- und kampfstarke Angreifer kam in dieser Saison über drei Bundesliga-Treffer nicht hinaus und gilt in der Offensive hinter Raffael, Lars Stindl und Thorgan Hazard nur als Nummer vier. „Einen Wechsel auf die Britische Inseln könnte ich mir vorstellen, wenn die Herausforderung passt“, sagte Hahn kürzlich im Interview mit dieser Zeitung. Aus der Bundesliga soll Werder Bremen interessiert sein.

Dass die Gladbacher im Gegenzug die Offensive stärken wollen, ist kein Geheimnis. Zumal der Brasilianer Raffael als überaus verletzungsanfällig gilt. Fünf Ausfallzeiten und daraus resultierend 19 verpasste Pflichtspiele stehen in der Saisonstatistik. Ein Kandidat könnte der Ex-Bochumer Simon Terodde sein. Der 29-jährige Torjäger war erst im vergangenen Sommer zum VfB Stuttgart gewechselt, soll aber in seinem bis 2019 datierten Vertrag eine Ausstiegsklausel besitzen.

Vorrangig dürfte bei Gladbach die Besetzung von Innenverteidigung und defensivem Mittelfeld sein. Mit Andreas Christensen und dem künftigen Dortmunder Mahmoud Dahoud gehen zwei Leistungsträger. Leiharbeiter Christensen kehrt zum FC Chelsea zurück. Sportdirektor Max Eberl glaubt nicht an eine Rückkehr: „Die Chance schätze ich auf unter fünf Prozent ein. Wir sollten unsere eigene Vorstellung in der Innenverteidigung realisieren, wenn sich die Möglichkeit bietet.“

Was sich nicht danach anhört, als wollte sich Eberl auf Winterzugang Timothée Kolodziejczak verlassen. Der Franzose vom FC Sevilla kam bisher nicht zum Zug. Auch, weil Cheftrainer Dieter Hecking am Dänen-Duo festhielt. Neben Christensen lieferte Jannik Vestergaard eine starke Saison ab. Der 1,99-Meter-Riese stand in allen 34 Bundesligaspielen auf dem Rasen. Das schaffte bei Gladbach ansonsten nur Torhüter Yann Sommer.

Hecking traut Bénes viel zu

Als Innenverteidiger steht auch noch der 19-jährige Franzose Mamadou Doucouré im Kader. Diverse Muskelverletzungen haben den früheren Junioren-Kapitän von Paris St. Germain die komplette Debütsaison bei Borussia gekostet.

Ähnlich aufgestellt sind die Gladbacher auf der Dahoud-Position. Mit den rustikalen Tobias Strobl und Christoph Kramer sowie dem technisch versierten Jung-Slowaken Lászlo Bénes (19) sind drei Spieler für zwei Positionen im defensiven Mittelfeld unter Vertrag. „Ich traue Lászlo zu, dass er Mo Dahoud ersetzen kann“, betonte Trainer Dieter Hecking im Gespräch mit dieser Zeitung.

Die Spekulationen für die Sommerpause werden auch Gladbacher Fans ein weites Feld bieten. Sportdirektor Eberl warnt allerdings vor zu hohen Erwartungen: „Vielleicht werden wir nicht drei Topleute auf einen Schlag holen können, sondern auch mit einer Leihe arbeiten.“

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