DFB-Pokal

Mit Trainer Dieter Hecking ist Mönchengladbach wieder in der Spur

Alle zusammen: Die Gladbacher feierten vor der Fankurve in Fürth das 2:0 im Pokal-Achtelfinale.

Foto: dpa

Alle zusammen: Die Gladbacher feierten vor der Fankurve in Fürth das 2:0 im Pokal-Achtelfinale. Foto: dpa

Fürth.   Es dauerte nur vier Pflichtspiele, da ist Borussia Mönchengladbach mit dem neuen Chefcoach Dieter Hecking wieder in der Spur. Auch ohne Raffael.

Die sportliche Stabilität bei Borussia Mönchengladbach ist nach drei Siegen und einem 0:0 in vier Pflichtspielen unter dem neuen Cheftrainer Dieter Hecking zurück. Intern jedoch macht sich unverhofft eine neue Baustelle auf. Zumindest mal imaginär. Nach der Absage von Ex-Nationalspieler Philipp Lahm an Bayern München, ab Sommer den verwaisten Posten des Sportdirektors an der Säbener Straße zu übernehmen, könnte Borussias Max Eberl wieder in das Zentrum des Interesses beim deutschen Rekordmeister rücken. Und dies, obwohl der 43-jährige Niederbayer, dessen Eltern in München wohnen, am Niederrhein noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020 besitzt.

Der Name des ehemaligen B-Jugend-Meisterspielers der Bayern war schon im Juli und im November für den Sportdirektor-Posten beim Rekordmeister medial gespielt worden. Eberl und Bayerns alter neuer Aufsichtsratschef Uli Hoeneß kennen sich gut, tauschen sich oft aus, sind freundschaftlich miteinander verbunden. Eberl hielt auch Kontakt zu Hoeneß, als der seine Steuerschuld im Gefängnis abzubüßen hatte. Im vergangenen Sommer hatte Gladbach im Rahmen des Trainingslagers am Tegernsee Hoeneß zum Mannschaftsabend eingeladen. Der hatte es nicht weit, weil er im nur fünf Kilometer entfernten Bad Wiessee wohnt.

Taktik passt wie ein Maßanzug

Während sich Max Eberl am Dienstagabend nach dem 2:0-Pokalsieg in Fürth und auch am Mittwoch zum Thema nicht öffentlich äußern mochte, tat dies Trainer Dieter Hecking. In der gewohnt klaren Ansage: „Die Bayern haben nun ein personelles Problem. Das ist deren Problem und nicht unseres.” Vermutlich sehen sie das bei Borussia im Vorstand ähnlich. Der Gedanke, den seit Herbst 2008 als Sportdirektor tätigen Eberl trotz gültigen Langzeitvertrags an den Bundesliga-Primus abgeben zu wollen, ist in der Führungsriege nicht gerade ausgeprägt. Das weiß Max Eberl natürlich auch. Der hält sich mit Aussagen zurück. Auch wenn ihn die mögliche Aufgabe bei Bayern spürbar reizt.

Unbeirrt von diesen personellen Spekulationen hat sich die Gladbacher Mannschaft sportlich wieder gefunden. Die von Trainer Dieter Hecking bisher favorisierte 4-4-2-Taktik scheint zu passen wie ein Maßanzug. Eine Vierer- statt der Dreierkette unter Vorgänger André Schubert verschafft wieder Sicherheit und defensive Stabilität. Drei der vier Pflichtspiele gestaltete die Borussia ohne Gegentor. Beim 3:2 in Leverkusen fielen beide Bayer-Treffer nach Standardsituationen, nicht aus dem laufenden Spielfluss heraus.

Erkennbare Führungsachse

Eine Rolle spielt auch die angekündigte personelle Kontinuität in der Startelf. Oscar Wendt, Jannik Vestergaard, Andreas Christensen, Tony Jantschke in der Viererkette, davor die beiden Sechser Mahmoud Dahoud und Christoph Kramer. Dieser Verbund steht seit dem 0:0 gegen Darmstadt.

„Ich bin kein Freund der flachen Hierarchie”, betont Hecking dazu. Und auch deshalb ist eine stabile Führungsachse in der Aufstellung zu erkennen: Sommer im Tor, Christensen als Abwehrchef, Weltmeister Kramer als Lenker davor, Kapitän Stindl und Techniker Raffael als Antreiber vorn. Daneben blüht der Belgier Thorgan Hazard wieder auf. Der Wirbelwind war in Fürth überhaupt nicht zu bremsen.

Pokal am Aschermittwoch

Ein bemerkenswertes Gladbacher Plus sprach Christoph Kramer nach dem Pokalsieg in Fürth an: „Wir laufen wie die Hasen, viel mehr als noch im alten Jahr. Da haben wir vielleicht nicht genug geackert.”

Dass die Gladbacher nun im Viertelfinale des DFB-Pokal ausgerechnet am Aschermittwoch ran müssen – wegen des Sonntagsspiels in der Bundesliga beim FC Ingolstadt am 26. Februar ist der Pokaltermin wohl sicher gesetzt –, stört Weltmeister Kramer nicht weiter: „Aus Karneval mache ich mir eh nicht viel. Ich weiß auch nie, wie ich mich da verkleiden soll.”

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