Gladbach-Analyse

Gladbach verspielt die Europa League zu Hause

Nur Neunter mit Borussia Mönchengladbach: Raffael.

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Nur Neunter mit Borussia Mönchengladbach: Raffael. Foto: Getty Images

Mönchengladbach.  2:2 gegen Darmstadt 98 - das war für Borussia Mönchengladbach das zweite Heimremis in Serie. Trainer Dieter Hecking ärgert sich über Platz neun.

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Mit Tabellenplatz neun hat Borussia Mönchengladbach zwar das Saisonziel “Einstelligkeit” in der Fußball-Bundesliga erreicht. Doch nach dem 2:2 (0:0) im finalen Heimspiel gegen Absteiger SV Darmstadt 98 überwog die Ernüchterung über eine Saisonendphase, in der für die Fohlenelf deutlich mehr drin war. “Ich bin enttäuscht über unsere letzten zwei, drei Spiele. Hätten wir unsere Hausaufgaben gemacht, wären wir nun Sechster”, grantelte Trainer Dieter Hecking. Der blickt nach drei Unentschieden gegen Augsburg (1:1), in Wolfsburg (1:1) und eben gegen Darmstadt nun einer Saison ohne Europapokalspiele entgegen.

Auch ein Sieg hätte der Borussia am Samstag nicht mehr den Weg in die Europa League geebnet, weil die Kölner parallel ein 2:0 über den FSV Mainz 05 einfuhren, um sich vor den Gladbachern ins Ziel zu bringen. “Es hat nicht gereicht, das müssen wir akzeptieren”, so Gladbachs Kapitän Lars Stindl, der seinem Debüt in der Nationalelf beim Confed-Cup in Russland entgegensieht. “Ich freue mich drauf. Aber es ist auch nicht schlecht, ein paar Tage frei zu haben, bevor es losgeht.”

Alle Borussen können ein paar freie Tage gut gebrauchen

Ein paar Tage frei - die können alle Borussen gut gebrauchen. Das Treffen mit dem Tabellenletzten am Samstag lief über weite Strecken unter dem Stichwort “Sommerfußball” ab. Die Gastgeber hatten war viel den Ball, besaßen auch gute Torchancen. Doch irgendwie fehlten ein paar Prozentpunkte Energie. Und noch mehr Entschlossenheit. Darüber täuschten auch die beiden Treffer nicht hinweg, die mit Thorgan Hazard und Raffael zwei Comebacker erzielten.

Die weite Flanke des Belgiers Hazard tropfte an Freund und Feind vorbei zum 1:0 in die rechte Darmstädter Torecke. Ähnlich ungewöhnlich fiel das 2:1, nur zwei Minuten nach dem Ausgleich des eingewechselten Sven Schipplock. Raffael gelang nach einer Hereingabe von Jonas Hofmann ein Kopfballtreffer. Ein solch schöner Aufsetzer gelingt dem nur 1,74 Meter großen Brasilianer nicht alle Tage.

Das hätte gegen die kämpferisch guten, aber spielerisch arg limitierten Lilien reichen müssen. Doch 20 Spielsekunden vor dem Ende hatte die Gladbacher Defensive den wieselflinken Marcel Heller aus den Augen verloren. Der zweitschnellste Bundesligaspieler hinter Leverkusens Karim Bellarabi nutzte mit einer Direktabnahme aus kurzer Zieldistanz die Ausgleichschance. “Vor beiden Gegentoren haben wir den Ball verdaddelt. Eine Lehre für die neue Saison muss es sein, konzentriert zuende zu spielen - auf beiden Seiten des Platzes”, bilanzierte Borussia-Trainer Dieter Hecking.

3000 Darmstädter Fans feierten noch 45 Minuten nach Spielende

Die 3000 mitgereisten Darmstädter Fans feierten noch 45 Minuten nach Spielende mit ihren Lilien. “Ich bin extrem stolz auf die Truppe, das späte 2:2 war ein schöner letzter Lohn für uns in der Bundesliga”, betonte Trainer Torsten Frings. “Dass die Fans einen Absteiger so großartig feiern, gibt es nicht oft im Profifußball”, sagte Ausgleichstorschütze Marcel Heller.

“Wir konnten unseren Fans noch eine kleine Freude machen”, erklärte Hamit Altintop. Der 34-jährige Gelsenkirchener überlegt derzeit, bei 98 auch in der Zweiten Liga zu bleiben: “Darmstadt hat von mir noch keine Absage bekommen, ich habe Torsten um Bedenkzeit gebeten.” Die wird Frings seinem Leistungsträger einräumen.

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