Hecking

Gladbach-Trainer Hecking freut sich auf Wolfsburg-Rückkehr

Gladbachs Trainer Dieter Hecking

Foto: imago

Gladbachs Trainer Dieter Hecking Foto: imago

Mönchengladbach.  Am vorletzten Bundesliga-Spieltag tritt Mönchengladbach in Wolfsburg an. Für Gladbach-Trainer Dieter Hecking ist es ein ganz besonderes Spiel.

Mit dem VfL Wolfsburg hat Dieter Hecking nicht nur seinen größten Erfolg der Fußballtrainer-Laufbahn gefeiert, sondern eine erfolgreiche Bildungsinitiative gestartet. Sportlich ragte der DFB-Pokalsieg im Berliner Finale 2015 mit einem 3:1 gegen Borussia Dortmund heraus. Die 1385-tägige Tätigkeit in Wolfsburg ist zugleich die bisher längste in Heckings Karriere, Zeit, die er für intensive Sprachstudien nutzte.

Hecking übte einst auf seiner 120 Kilometer langen Autofahrt von seinem Domizil in Bad Nenndorf zum Trainingsplatz die englische Sprache – für den Einsatz in Champions oder Europa League. Heckings Sohn Jonas (22), eines von fünf Kindern, fragte den Papa gelegentlich ab, damit bei internationalen Pressekonferenzen so wenig wie möglich schief geht.

Englisch würde Hecking nur zu gern auch für die Gladbacher wieder ins Mikrofon sprechen. Dazu müsste aber wohl ein Sieg bei seinem Ex-Klub am Samstag (15.30 Uhr/Sky) her. Der VfL wird vom langjährigen Louis-van-Gaal-Assistenten Andries Jonker betreut, der unter Hecking einst bei den Wölfen als Co-Trainer tätig war. Beide kennen sich gut, schätzen sich sehr und schreiben sich seit Jonkers Einstieg beim abstiegsbedrohten Team aus der Volkswagen-Stadt eifrig telefonische Nachrichten.

Dieter Hecking freut sich auf seine Rückkehr nach Wolfsburg. Ob es wirklich emotional wird? „Fragen Sie mich am Samstag lieber erst nach dem Spiel”, sagt der Westfale, der am Samstag im Rahmen des Gladbacher Spiels nachträglich vom VfL noch gebührend verabschiedet werden soll.

Abruptes Ende in Wolfsburg

Heckings fast vierjährige zumeist erfolgreiche Zeit bei den Niedersachsen endete schließlich abrupt in der Beurlaubung. Kevin de Bruynes verschleppter 74-Millionen-Euro-Transfer zu Manchester City, ein Managementfehler von Ex-Sportdirektor Klaus Allofs, war ein sportlicher Tiefschlag, von dem sich vor allem der Trainer nicht mehr erholen sollte.

Die geschwächte Mannschaft folgten in der Hinrunde sehr bald ihrem Chef nicht mehr. Nach der 0:1-Heimniederlage gegen RB Leipzig Mitte Oktober, Heckings letztem Pflichtspiel für den VfL als verantwortlicher Cheftrainer, kam es zum Streit: Rund fünf Kilometer weniger als die Gäste aus Sachsen waren die Wolfsburger im eigenen Stadion gelaufen. Hecking war der Meinung, man müsse dieses Defizit am Tag nach der Heimniederlage im Training ausbügeln. Beim obligatorischen Auslaufen am Sonntag nach dem Leipzig-Spiel allerdings konnte Heckings Fitnesstrainer den Auftrag des Chefs, der sich ob der Krise zur Besprechung mit der Geschäftsführung begeben hatte, nicht mehr ausführen.

Die Spieler weigerten sich, die Dauerlaufstrafe am Trainingsrasen auszuführen. Ihre Begründung: „Wir machen keinen Meter mehr. Der Trainer ist heute Nachmittag eh weg.” Genauso kam es dann auch.

Viel besser wurde die sportliche Situation der mit internationalen Ambitionen gestarteten Niedersachsen ohne Hecking nicht. Unter Valerien Ismael allerdings siegten die Wölfe indirekt noch ein letztes Mal für ihren ehemaligen Trainer. Nach dem Wolfsburger 2:1 in Gladbach am 20. Dezember musste André Schubert gehen und der zwei Monate zuvor beurlaubte Hecking war wieder im Geschäft.

Einen ähnlichen Gefallen wird Hecking seinen Wolfsburgern nicht tun wollen. Mit einem Heimsieg wäre der VfL vor dem vermeintlichen Abstiegsendspiel beim Hamburger SV wohl gerettet. Die Gladbacher brauchen im Gegenzug drei Punkte, um im Rennen um das Startrecht in der Europa League zu bleiben.

Über blumige Nettigkeiten vor dem grün-weißen Duell am Samstag wird es also aus Sicht von Trainer Dieter Hecking nicht hinausgehen. Einer, dem unter Hecking kein Treffer gelang, ist besonders gefährlich: Mario Gomez. 15 Bundesliga-Tore stehen für den Nationalspieler in der Statistik. „Das ist für mich aber nicht überraschend“, sagt Hecking, „Mario ist einfach ein sehr guter Angreifer.“

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