Analyse

Gladbach ist jetzt auf Schützenhilfe angewiesen

Gladbacher Rutschpartie: Vestergaard stoppt so gerade einen Ball. Foto: Firo

Gladbacher Rutschpartie: Vestergaard stoppt so gerade einen Ball. Foto: Firo

Wolfsburg.  Für die Borussia rückt die Europa-League-Teilnahme nach dem 1:1 gegen den VfL Wolfsburg in die Ferne. Helfen kann Mainz 05.

Sie waren nach einem Gewitter mit Starkregen nebst 30-minütiger Spielunterbrechung nass wie auf die Haut. Sie waren nach dem 1:1 (1:0) beim VfL Wolfsburg tief enttäuscht. Und nun müssen die Fußballprofis von Borussia Mönchengladbach auch noch auf den FSV Mainz 05 hoffen. Der müsste am kommenden Samstag in Köln gewinnen, damit es für die Borussen noch etwas werden würde mit der Europa League in der neuen Saison. Vorausgesetzt, man schlägt im Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) den Tabellenletzten SV Darmstadt 98.

Diese Minimalchance auf Tabellenplatz sieben besteht also noch. Doch eigentlich hätten die klar besseren Gladbacher die Partie in Wolfsburg leicht gewinnen können. “Das Spiel hier darf niemals 1:1 ausgehen. Wir haben ganz klar versäumt, den Sack zuzumachen”, stellte Weltmeister Christoph Kramer zerknirscht fest.

Hofmann hat das Führungstor auf dem Fuß

Die Gladbacher hatten für die letzte Auswärtspartie der Bundesliga-Saison extra ihre schwarz-grünen Trikots aus der Champions League eingepackt. Die Jerseys spiegelten in Halbzeit eins die Kräfteverhältnisse wider. Borussia diktierte im Stile eines Anwärters auf einen internationalen Startplatz. Die Wolfsburger wirkten nervös, schwerfällig und unkonzentriert. Viel mehr als ein 1:0 hätte aus Gäste-Sicht auf dem Statistikzettel stehen müssen. Doch es blieb beim Kopfballtreffer von Jannik Vestergaard bis zur Pause. Den vierten Saisontreffer des dänischen Innenverteidigers legte Christoph Kramer mit einem herrlichen Lupfer von der Seitenauslinie klasse auf.

Jonas Hofmann hatte zuvor das vermeintlich sichere Führungstor schon auf dem Schuh. Doch der Ex-Dortmunder stellte ein weiteres Mal unter Beweis, dass er nicht der geborene Torjäger ist. Sein Flachschuss knallte an den linken Pfosten.

Nach dem Wechsel entschärfte VfL-Torsteher Koen Casteels einen Versuch von André Hahn aus kurzer Distanz. Hätte das 2:0 sein können. “Bis zum Ausgleich hatten wir ganz schön Glück”, konstatierte auch Wolfsburgs Trainer Andries Jonker.

In der Kabine steigt der Druck

Mit dem 1:1 von Mario Gomez gab Gladbach das Heft aus der Hand. Der Nationalspieler erzielte seinen zehnten Saisontreffer, kochte dabei im Strafraum Außenverteidiger Nico Elvedi mit einer Körperdrehung ab.

Wolfsburg drückte auf das Siegtor, wurde aber vom Gewitter über dem Allerpark gebremst. “Das war schade, aber der Schiedsrichter hat richtig gehandelt”, sagte Trainer Jonker hinterher, “ich habe Riesenschiss vor Gewittern.”

Die halbstündige Unterbrechung spielte den körperlich abbauenden Gladbachern in die Karten. Zumal die Wolfsburger im Abstiegskampf durch den späten HSV-Ausgleich in Schalke unter Druck gerieten. “Alle haben in der Kabine auf ihre Telefone geschaut und wussten dann, dass wir gewinnen müssen, wenn wir uns retten wollen”, so Jonker.

Wolfsburg braucht mindestens ein Unentschieden gegen Hamburg

Gladbach spielte auf nun seengleichem Rasen ebenfalls auf Sieg. Lars Stindl (81. Min.) und Mahmoud Dahoud (85. Min.) vergaben jeweils frei vor Torsteher Casteels.

Wolfsburg braucht in Hamburg am kommenden Samstag nun mindestens eine Punkteteilung, um nicht auf Relegationsplatz 16 zu rutschen, die Gladbacher müssen beim Heimspiel gegen Darmstadt parallel auf einen Mainzer Sieg in Köln hoffen. Nur dann würde es noch was mit der Europa League.

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