Borussia Mönchengladbach

Gladbach geht mit Rückenwind ins Pokalduell beim BVB

Ausgelassene Freude nach dem Spiel: Gladbachs Marcus Thuram hat nach der Partie das Trikot von Mitspieler Lars Stindl über eine Eckfahne gezogen.

Ausgelassene Freude nach dem Spiel: Gladbachs Marcus Thuram hat nach der Partie das Trikot von Mitspieler Lars Stindl über eine Eckfahne gezogen.

Foto: dpa

Mönchengladbach.  Borussia Mönchengladbach hat mit dem 4:2 gegen Eintracht Frankfurt die Tabellenspitze zurückerobert. Am Mittwoch wartet Dortmund im DFB-Pokal.

Borussia Mönchengladbachs Stadionsprecher Torsten Knippertz bat am Sonntag um exakt 20 Uhr zum Blick nach oben auf die Videoleinwände. Die Spieler des Fußball-Bundesligisten lagen sich zu diesem Zeitpunkt noch in den Armen, die Fans feierten auf der Tribüne. Dann blendete die Stadionregie die Tabelle ein − und Gladbach war endgültig wieder dort, wo die Mannschaft auch vor dem neunten Spieltag gestanden hatte: an der Spitze. Noch einmal brandete Applaus im Borussia-Park auf. Mit dem 4:2 (2:0)-Erfolg in einem packenden Spiel gegen Eintracht Frankfurt war die Mannschaft von Trainer Marco Rose auf Platz eins zurückgekehrt.

Schwung für das Pokalspiel in Dortmund

„Wir freuen uns, dass wir unseren Fans zuhause den dritten Sieg in Folge schenken konnten. Das gibt uns ein gutes Gefühl, dass wir hier wieder eine Macht werden“, sagte Rose und betonte: „Es war ein toller Abend für uns.“ Durch den Sieg holte sich sein Team auch Schwung für die Zweitrunden-Partie im DFB-Pokal am Mittwoch (20.45 Uhr/ARD und Sky) in Dortmund. Dort kommt es elf Tage nach dem letzten Borussen-Duell, das Gladbach trotz guter Leistung mit 0:1 verlor, zum erneuten Aufeinandertreffen.

Jantschke und Embolo mit Blessuren

Ob Tony Jantschke und Breel Embolo dann einsatzbereit sein werden, ist äußerst fraglich. Beide mussten gegen Frankfurt ausgewechselt werden. „Wir sind mit zwei Muskelverletzungen aus der Nummer rausgegangen. Ich glaube, dass sie nicht so schlimm sind. Aber es spricht schon dafür, dass wir am Limit sind“, meinte Rose.

Nach dem 1:1 im Europa-League-Spiel bei der AS Rom am Donnerstag hatte Jantschke auch gegen Frankfurt Abwehrchef Matthias Ginter vertreten, der an einer Schulterluxation mit Kapselbandverletzung laboriert. Nun blieb Innenverteidiger Jantschke zur zweiten Hälfte in der Kabine. Stürmer Embolo verließ bereits in der 35. Minute das Feld, nachdem er die Vorlage zum Führungstreffer gegeben hatte.

Eintracht-Trainer Hütter hadert mit dem Auftritt seines Teams

Der ehemalige Schalker hatte nach einem Frankfurter Ballverlust hohes Tempo über die rechte Seite aufgenommen. Embolo lieferte eine scharfe, flache Hereingabe zu Marcus Thuram, der den Ball in den Maschen versenkte (28.). Gladbach gab bis zur Pause den Ton an. Eintracht-Trainer Adi Hütter haderte hinterher mit dem Auftritt seines Teams: „In der ersten Halbzeit haben wir es nicht geschafft, mutig zu spielen.“

Die Gastgeber hingegen präsentierten sich aufmerksam und effektiv. Abwehrspieler Wendt, der sein 255. Pflichtspiel für Gladbach absolvierte, legte noch vor der Pause nach. Als der Ball bei einem Zweikampf zwischen Thuram und Danny da Costa nach links sprang, rauschte Wendt heran und traf mit einem wuchtigen Linksschuss (45.+2).

Große Gladbacher Energieleistung

Frankfurt musste in der zweiten Hälfte mehr wagen. Nach dem Anschlusstreffer von da Costa (59.) geriert der Gladbacher Sieg in Gefahr: Daichi Kamada köpfte binnen drei Minuten zweimal knapp am Tor vorbei (66./68.). Nico Elvedi erzielte nach einem Freistoß von László Bénes per Kopf zwar das 3:1 (75.), doch Martin Hinteregger brachte die Eintracht mit seinem Treffer wieder heran (79.). „Mir hat gefallen, wie die Jungs reagiert haben, dass sie oben geblieben sind, für den Sieg gearbeitet und gespielt haben“, sagte Rose. Den Schlusspunkt setze Denis Zakaria, der eine Vorlage des eingewechselten Lars Stindl nutzte (85.).

Die Borussia entschied die Partie auch aufgrund einer großen Energieleistung für sich. „Nur so kann man Spiele gewinnen“, sagte Rechtsverteidiger Stefan Lainer. Der österreichische Nationalspieler richtete seinen Blick schon auf das Duell in Dortmund: „Wir müssen zu 100 Prozent Laufbereitschaft und Einsatz an den Tag legen.“ Auch das Selbstvertrauen eines Spitzenreiters könnte Gladbach beim Kampf um den Einzug ins Achtelfinale helfen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben