Telekom-Cup

FC Bayern gewinnt Telekom-Cup - Mönchengladbach Letzter

Torschütze für den FC Bayern: Thomas Müller.

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Torschütze für den FC Bayern: Thomas Müller. Foto: dpa

Mönchengladbach.  Vier Teams kämpften in Mönchengladbach um den Telekom-Cup. Der FC Bayern München gewann verdient, Mönchengladbach wurde Letzter.

Zum vierten Mal im neuen Durchgang hat der deutsche Fußball-Rekordmeister Bayern München den Telekom-Cup gewonnen. Mit einem 2:0 über Werder Bremen im Borussia-Park zu Mönchengladbach unterstrichen die Mannen um Cheftrainer Carlo Ancelotti nicht nur ihre gute Frühform. Sondern zeigten sogleich auch die altbekannte Dominanz auf dem Rasen, gegen die im Halbfinale auch schon die TSG Hoffenheim beim 0:1 nicht gewachsen war.

Die rund 15 000 Bayern-Fans unter den 41 000 Zuschauern im Borussia-Park bekamen dabei erstmals James Rodriguez zu sehen. Die Leihgabe von Real Madrid sortierte sich im rechten offensiven Mittelfeld ein, während der blitzschnelle Kingsley Coman im Vergleich mit dem 1:0 über Hoffenheim im Halbfinale auf die linke Bayern-Seite rückte.

Der kolumbianische Nationalspieler James beteiligte sich nach 14 Minuten am Führungstreffer seiner Rothemden. Das Ergebnis eines prima vorgetragenen Angriffs über James und den Ex-Schalker Rafinha schloss Thomas Müller exzellent ab. Der Bayern-Ersatzkapitän, wegen einer Daumen-Operation an der rechten Hand mit einem stützenden Verband angetreten, münzte die Ballannahme in einen Schlenzer über Bremens Ersatztorwart Michael Zetterer hinweg ins linke Toreck (13. Min.).

Das 2:0 legte Müller dann per Hacke auf Juan Bernat auf (34.). Ein 3:0 war möglich, doch Müller vergab vier Minuten vor dem Ende einen Foulelfmeter.

Im Spiel um Platz drei gegen die TSG Hoffenheim gelang Borussia Mönchengladbach, wie schon im Halbfinale gegen Werder Bremen, in 45 Spielminuten kein Treffer. Patrick Herrmann hatte die beste von nur wenigen Torchancen, scheiterte aber aus kurzer Distanz freistehend vor TSG-Torsteher Alexander Stolz. Im fälligen Elfmeterschießen mussten zwölf Versuche her. Nur ein Elfmeter wurde verschossen - jener des Gladbacher Innenverteidigers Florian Mayer. Der ehemalige Bochumer, der zuletzt für Gladbach in der A-Junioren-Bundesliga zum Einsatz kam, scheiterte an Keeper Stolz.

“Ich bin nicht unzufrieden, wir haben vieles ordentlich gemacht”, fasste Gladbachs Trainer Dieter Hecking zusammen, “bei den jungen Spielern sieht man, dass wir nicht so falsch gelegen haben.” Vor allem Mickael Cuisance spielte sich in den Vordergrund. Der 17-jährige Franzose machte im offensiven Mittelfeld gegen Bremen, aber auch etwas defensiver gegen Hoffenheim eine gute Figur.

Hoffenheims Cheftrainer Julian Nagelsmann gefielen vor allem die ersten 30 Minuten im Halbfinale gegen die Bayern nicht: “Da waren wir zu ängstlich, auch in Ballbesitz.” Dass der Unterschied groß war zwischen dem Meister und dem Tabellenvierten, störte Nagelsmann weniger. “Da verweise ich nur auf die Etats beider Teams. Da wird Dominanz normal.” Der Marktwert der Bayern liegt bei aktuell 603 Millionen, jener der Hoffenheimer bei 124 Millionen.

So liefen die Halbfinalspiele beim Telekom-Cup

Die Werderaner hatten sich im ersten Halbfinale im Elfmeterschießen gegen Mönchengladbach mit 5:3 durchgesetzt, nachdem die Partie über 45 Spielminuten torlos gestanden hatte. Bei den Hanseaten verwandelten alle fünf Schützen vom Kreidepunkt, auf Gladbacher Seite scheiterte der französische Neuzugang Mickael Cuisance am tschechischen Werder-Torhüter Jiri Pavlenka, der in der Sommerpause von Slavia Prag an die Weser gewechselt ist.

In der regulären Halbzeit hinterließen die Gladbacher mit ihren vier Neuzugängen in der Startelf einen guten Eindruck und hätten die Partie gewinnen können.

An den beiden besten Chancen war jeweils der 17-jährige Elsässer Mickael Cuisance vom AS Nancy beteiligt. Der Offensivspieler, der neben Raffael die zweite Spitze bildete, scheiterte mit einer Direktabnahme im Bremer Strafraum an Torhüter Pavlenka (25. Min.). Zehn Minuten später konnte Neuzugang Vincenzo Grifo eine Vorlage von Cuisance aus kurzer Distanz ebenfalls nicht zur Führung nutzen.

Auch die Gäste von Cheftrainer Alexander Nouri zeigten einen ordentlichen Vortrag. Der Ex-Gladbacher Max Kruse besaß die größte Tormöglichkeit, verzog aber freistehend im Borussia-Strafraum (14. Min.).

Im zweiten Halbfinale des Samstags, unter anderem aufmerksam verfolgt vom früheren belgischen Bayern-Torhüter Jean-Marie Pfaff, ließen die ganz in Dunkelblau spielenden Münchener beim hochverdienten 1:0-Sieg über die TSG Hoffenheim flink ihre Klasse aufblitzen: Linksflanke von Außenverteidiger Juan Bernat, Seitfallzieher von Robert Lewandowski, 1:0 in der siebten Spielminute.

Cheftrainer Carlo Ancelotti gewährte seinem frisch von Real Madrid ausgeliehenen Kolumbianer James Rodriguez zunächst einen gemütlich Platz auf der Ersatzbank. Dafür nahmen die rund 15 000 Bayern-Fans unter den 35 000 Zuschauern Corentin Tolisso in Augenschein. Der 22-jährige Franzose, der für die Bayern-Rekordsumme von 41,5 Millionen Euro von Olympique Lyon verpflichtet worden war, zeigte im defensiven Mittelfeld, dass mit ihm nicht zu spaßen ist. Zwei etwas rustikale Attacken reichten aus, dann hatte sich der Franzose mit der “24” auf dem Trikotrücken auch schon eine Gelbe Karte verdient. Fast wäre Tolisso ein Tor geglückt, TSG-Torsteher Gregor Kobel stand allerdings sieben Minuten vor Spielende genau richtig, als der Franzose mit Ball am Fuß allein vor ihm auftauchte. Lewandowski und Ersatzkapitän Thomas Müller, der wegen einer Daumenoperation an der rechten Hand mit einem schützenden Verband spielte, versiebten weitere Großchancen.

Hoffenheims Cheftrainer Julian Nagelsmann stellte gegen die Bayern-Dominanz eine Fünferkette - mit den beiden ehemaligen Gladbachern Havard Nordtveit (von West Ham United) in der Innenverteidiger und Nico Schulz auf der linken Außenposition. Gerade der gebürtige Berliner Schulz hatte gegen den pfeilschnellen Kingsley Coman einen ganz schweren Stand.

Mit dem erst 19-jährigen Niederländer Justin Hoogma (Heracles Almelo) in der Innenverteidigung und dem Österreicher Robert Zulj (Greuther Fürth) im linken Mittelfeld bot Trainer Nagelsmann zwei weitere Neuzugänge in der Startformation auf.

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